Kalt, kälter am Kältesten

In Deutschland herrscht Kälte! Die meisten Menschen empfinden schon Temperaturen, die einige Grade über null sind als kalt und frieren. Andere Länder weisen weit extremere Temperaturen auf. So misst man in der Antarktis −89.2 °C oder in Oimjakon in Russland, -67,8 °C. In Deutschland gibt es einen Ort, der da fast mithalten kann. Das Klima am Funtensee in den Berchtesgadener Alpen gilt als kältester Ort Deutschlands und hatte am 24. Dezember 2001 eine Temperatur von −45,9 °C zu verzeichnen.

Kälte und was sie bewirkt

Der menschliche Körper hat übrigens so etwas wie ein inneres Heizungssystem, das braune Fett. Es speichert nicht wie das normale Körperfett Energie, sondern verbrennt es, um so Wärme zu erzeugen. Seine vielen Mitochondrien verleihen diesem speziellen Fettgewebe die charakteristische braune Farbe. Sie wandeln Zucker und Fett fast ausschließlich in Wärme um. Der wohl häufigste Auslöser zur Bildung brauner Fettzellen ist die Kälte. Wer also beispielsweise bei winterlichen Temperaturen freiwillig ins eiskalte Wasser von Seen oder Flussufern steigt, der wird diese Zellen aktivieren und sein Körper verbrennt 15 Prozent mehr an Kalorien.

Physikalisch bedeutet Kälte nichts anderes als „Abwesenheit von Wärme“. In der Physik wird der Begriff nicht genutzt, sondern von Wärme in verschiedenen höheren oder niedrigeren Temperaturen gesprochen. Jeder Körper hat, auch wenn er sehr kalt ist, noch eine gewisse Wärmeenergie in sich.

Kälte besitzt zerstörerische Wirkung und kann wie aktuell in besonders schwierigen Lagen für Obdachlose, für die Menschen in Kriegsgebieten und armen Gegenden sehr bedrohlich werden. In der Kälte frieren wir und das schwächt das Immunsystem. Das vegetative Nervensystem drosselt die Durchblutung der Atemwege, um nur die notwendigsten Organe mit Blut zu versorgen. Das hat zur Folge, dass weniger Leukozyten, die für die Immunabwehr zuständig sind, in die Schleimhäute transportiert werden.

Kälte als Inspirationsquelle der Kunst, Musik und Literatur

Die Polarzonen schmelzen, aber das Unberührte und die Stille endloser Schneewüsten ziehen uns an. Fotografie, Kunst und Musik haben dieses Thema Kälte und Frost für sich in vielerlei Hinsicht als inspirierend empfunden.
Aber was fasziniert uns an der Kälte? Der Autor Thomas Kastura ist dieser Frage in seinem Buch „Flucht ins Eis. Warum wir ans kalte Ende der Welt wollen“, erschienen im Jahre (2000) im Aufbau Verlag, nachgegangen. Ende der 1990-er Jahre erschienen Romane wie „Der Eissturm (1997) oder Fräulein Smillas Gespür für Schnee und Shackleton – Verschollen im Ewigen Eis (2002) und erfreuten sich großer Beliebtheit.

Frost von Gabríel Ólafs

Der Track ist aus dem im vergangenen Jahr veröffentlichten Album „Albums Lullabies“ des isländischen Komponisten Gabríel Ólafs. Inspiriert von einer Sammlung alter Wikingermelodien ohne Akkorde und Harmonien, die er hinzufügte. Nachts ging Gabríel Ólafs allein in einen Konzertsaal und nahm einige Melodien des Albums auf einem Flügel mit einem alten Tonbandgerät auf. Das Licht war ausgeschaltet und so entstand eine nächtliche Stimmung. Lullaby Variations ist eine Sammlung dieser nächtlichen Klavierfragmente und Sonaten.

Annie Lennox – Cold

In Annie Lennox ist der Titel der Single „Cold“ eine Metapher für einen Gefühlszustand und stammt aus ihrem ersten Soloalbum „Diva“ aus dem Jahre 1992. Sie wurde als eine Serie von drei separaten CD-Singles mit den Titeln Cold, Colder und Coldest veröffentlicht.

Zac Brown Band – Colder Weather

Dieses Lied verpackt den Winter nicht als eine Zeit zum Genießen, sondern als eine, die man ertragen muss. Hier trennt er Menschen, die sich lieben. Ein trauriger Gedanke!

Billie Holiday – “Solitude”

Der Winter ist die kälteste und oft auch einsamste Zeit des Jahres. Dabei hilft nur trotz des schwermütigen Textes „Solitude“, der Song mit zeitloser Melodie, ideal um uns jetzt besser zu fühlen.

Laufey – “I’ve Got My Love To Keep Me Warm”

Ella Fitzgerald und viele andere Künstlerinnen haben diesen Song bereits interpretiert, seit Irving Berlin das Lied 1937 erstmals veröffentlichte. Laufeys Cover ist wohl das aktuellste unter ihnen.

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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