John Mayall – John Mayall’s Bluesbreakers in 1967 vol 3

Neben dem 1984 verstorbenen Alexis Korner gilt John Mayall unumstritten als der Vater des britischen Blues. Nahezu alle Größen der britischen Rockwelt der 1960er-Jahre haben bei ihm gastiert, bevor sie als Solisten oder mit anderen Bands zu Weltruhm aufstiegen: Eric Clapton, Peter Green, Jack Bruce, Mick Taylor, Ginger Baker, Jon Hiseman und viele andere. 

Das soeben erschienene Album JOHN MAYALL’S BLUESBREAKERS IN 1967 VOL 3 ist der dritte und letzte Teil einer Reihe von Livealben des „Godfather of British Blues“. Es umfasst acht Titel, die meisten von ihnen sind treibende Rockbluessongs. Wie seine beiden Vorgänger wurden sie 1967 in verschiedenen Clubs der damaligen vibrierenden Londoner Bluesszene mitgeschnitten. Dass diese Aufnahmen jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können, ist dem eingefleischten holländischen Blues Fan Tom Huissen zu verdanken, der mit seinem Spulentonbandgerät die Konzerte mitgeschnitten hat. 2014 bot er Mayall das Material an, der sich mit seinem Co-Produzenten Eric Corne von Forty Below Records an die Restaurierung der Bänder machte, um unter Einsatz allerlei technischer Zaubereien das Beste aus den Aufnahmen herauszuholen.

Herausgekommen ist ein Album, das in Anbetracht der schwierigen Umstände seiner Aufnahmebedingungen erstaunlich gut klingt, auch wenn es den verwöhnten Ohren von Hi-Fi-Puristen vielleicht nicht genügt.

Bluesbreakers in Topbesetzung

Mayall hat seine Bluesbreakers häufig umbesetzt. Die Formation, die hier zu hören ist, ist eine Top-Besetzung und zeigt sich in allerbester Spiellaune. John McVie am Bass und Mick Fleetwood am Schlagzeug sorgen für das nötige rhythmische Fundament. Mayall setzt mit Gesang, Hammondorgel und Harmonika die bluesige Grundierung des Ensembles. Und Peter Green an der Gitarre demonstriert, dass die musikalischen Fußstapfen, in die er seit Claptons Weggang getreten ist, keineswegs zu groß für ihn sind. Im Unterschied zu den meisten Gitarristen der damaligen Zeit ist sein Spiel sparsam und kommt mit wenigen Noten aus. Die aber sitzen. Schöne Beispiele hierfür sind die langsamen, klagenden Bluesstücke „Tears In My Eyes“ und „Double Trouble“. Kraftvolle Rockbluessongs wie „Brand New Start“, „Stand Back Baby“ und das von ihm komponierte Instrumentalstück „Greeny“ zeigen jedoch, dass er es auch anders.

Das Album JOHN MAYALL’S BLUESBREAKERS IN 1967 VOL 3 ist es ein historisches Dokument, das einen interessanten Einblick in das frühe Schaffen des britischen Musikers gewährt und zeigt, warum das Ensemble zu Recht als eine der einflussreichsten Bands der Musikgeschichte gilt. 

John Mayall’s Bluesbreakers in 1967 vol 3  Vertrieb: Forty Below Records, Proper / Bertus auf CD und als LP

SET LIST

  1. Brand New Start
  2. Tears in My Eyes
  3. Stand Back Baby
  4. Greeny
  5. Talk To Your Daughter
  6. Your Funeral And My Trial
  7. The Stumble
  8. Double Trouble 
Hans Kaltwasser
Hans Kaltwasser
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