Joe Jackson: Hope and Fury

Dieser Mann ist einfach rastlos. Seit fast einem halben Jahrhundert befindet sich Joe Jackson auf einem wahren musikalischem Parforceritt. Von Post Punk, New Wave, Pop und Jazz, nichts scheint dem britischen virtuosen Multiinstrumentalisten fremd zu sein. Für seinen Ausflug in die Klassik „Symphony No. 1“ wurde er mit einem Grammy ausgezeichnet. Sein vorheriges Album „Mr. Joe Jackson Presents: Max Champion in What a Racket!“ aus dem Jahr 2023 schöpfte seine Inspiration gar aus den letzten Tagen der britischen Music Hall.

HOPE AND FURY heißt sein neues Album, das heute erschienen ist. Dort spielt Jackson, was er halb scherzhaft als „bicoastal Latin Jazz Funk Rock“ bezeichnet. Die Songs selbst erzählen faszinierende Geschichten über ein fiktives britisches Seebad. 

In mancher Hinsicht ist HOPE ANF FURY ein sehr englisches Album. Die Antinomien im Titel sind eine Verbalhornung der britischen Hymne „Land of Hope and Glory“ von Edward Elgar, die die extremen Gegensätze der gegenwärtigen englischen Gesellschaft bezeichnet und gleichzeitig die Hassliebe zum Ausdruck bringt, die der Musiker nach eigenem Bekunden für sein Heimatland empfindet. Passend hierzu das Cover, das eine typische englische Attitüde auf die Schippe nimmt. Es zeigt einen stilvoll gekleideten Jackson am Strand eines englischen Seebades, der gelassen eine Tasse Tee in den Hand hält, während hinter ihm der Pier abbrennt: Abwarten und Tee trinken, auch in der größten Krise.

In musikalischer Hinsicht ist HOPE AND FURY eine Rückkehr zu vertrauten Klängen.   Perlende Klavierlinien, auf- und absteigende Gesangsharmonien, knurrende Bassläufe und perkussive Latin-Beat-Rhythmen lassen an die frühen stilprägenden Alben des Briten wie „Night And Day“ oder „Body And Soul“ denken.

Dazu erweist sich Jackson in den Texten erneut als scharfsinniger Beobachter, der mit feiner Ironie so manche Kuriosität seines Umfeldes aufs Korn nimmt. Der treibende Eröffnungssong „Welcome to Burning-By-The Sea“ ist eine vermeintliche Hommage an den tristen Charme der britischen Seebäder, die mit ihren ewig gleichen Shopping Malls, Diners und Vergnügungspark aus der Zeit gefallen sind. „I’m Not Sorry“ erteilt der immer stärker werdenden Verbotskultur eine schallende Ohrfeige. Und im Song „Fabulous People“ versucht ein verzweifelter heterosexueller Billy seinen Platz im LGBTQIA+ Spektrum zu finden.    

Auch wenn HOPE AND FURY Jacksons rastloses musikalisches Streben nicht völlig außer Acht lässt, ist es doch schön, ihn hin und wieder auf vertrautem Terrain zu hören.

Hope and Fury VÖ.: 10.04.2026 Label earMusic

Hope and Fury 2026 Tour

28 Oct – Stuttgart, GERMANY – Liederhalle/Hegelsaal
31 Oct – Bremen , GERMANY – Metropoltheater Bremen
01 Nov – Munich, GERMANY – Circus Krone
02 Nov – Berlin, GERMANY – Admiralspalast
04 Nov – Essen, GERMANY – Lichtburg
05 Nov – Hamburg, GERMANY – Fabrik
07 Nov – Darmstadt, GERMANY – Staatstheater
09 Nov – Zurich, SWITZERLAND – Kaufleuten
16 Nov – Vienna, AUSTRIA – Globe
17 Nov – Cologne, GERMANY – Gloria – ausverkauft
18 Nov – Luxembourg – den Atelier

Hans Kaltwasser
Hans Kaltwasser
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