Blau – mehr als nur eine Farbe, sie trägt eine reiche kulturelle Geschichte in sich. Wir präsentieren einen kleinen Ausschnitt und haben drei Songs ausgesucht, die auf ihre ganz eigene Art diese Farbe und ihr Spektrum zelebrieren.
Indigo von David Orlowski
Indigo, dieses uralte und berühmte Pigment, hat schon in prähistorischen Zeiten Stoffe in faszinierende Farben getaucht. Es strahlt mit intensiver Farbkraft und trotzt dabei fast jeder Wasserauflösung. Indigo umfasst eine ganze Gruppe indigoider Farbstoffe, deren chemische Struktur eng mit der des Indigo verwandt ist. David Orlowski, der Musiker, hat sich von dem tiefblauen, kristallin schimmernden Pigment verzaubern lassen und daraus einen wunderschönen Song geschaffen.
Joni Mitchell – Blue
Blau, dieser coole Farbton, liegt zwischen Grün und Indigo im sichtbaren Spektrum und wird durch Strahlungsenergie mit Wellenlängen von rund 420 bis 490 Nanometern beim menschlichen Auge zum Leben erweckt. Dieser Farbton strahlt wie ein klarer Tageshimmel und gehört zu den additiven Lichtprimärfarben – den wahren Stars der Farbwelt – sowie zu den psychologischen Primärfarben.
Auch die kanadische Singer-Songwriterin Joni Mitchell war von „Blue“ regelrecht verzaubert. Das gleichnamige Album erschien im Juni 1971 und erzählt seine eigene Geschichte. In den US-amerikanischen Billboard-Charts erreichte „Blue“ Platz 15, in Großbritannien sogar Platz 3. Das Album wurde von der Kritik passenderweise in den Himmel gehoben und hat sich nicht nur als Mitchells bedeutendstes Werk etabliert, sondern auch als ein unbestrittener Klassiker der Popmusik einen festen Platz gesichert.
Miles Davis – Blue In Green
Nicht jede Sprache macht den feinen Unterschied zwischen Grün und Blau – zwei Farben, die auf der Farbskala quasi Nachbarn sind. Doch indogermanische Sprachen setzen hier klare Grenzen und trennen Grün von Blau deutlich. In manchen Sprachen tanzen die Farbnamen auf dem Lichtstrahl der gewohnten Helligkeit – Hellgrün und Hellblau verschmelzen dort gern zu einem einzigen Farbklang. Zahlreiche Völker tropischer Regionen wie im südlichen Afrika oder auf Papua-Neuguinea verwenden für die Farben Grün und Blau ein einziges Wort.
Wir wissen nicht, ob der Jazztrompeter Miles Davis bei der Benennung eines der Songs „Blue In Green“ seines wohl größten Hits, das Album „Kind of Blue“ darüber nachgedacht hat. Der Song ist großartig und wird, wie das gesamte Album, besonders als Vorläufer des Modal Jazz und als Beispiel für die perfekte Balance zwischen Klang und Raum geschätzt. Selbst jenseits der Jazzszene wird dieses Album von Musikhistorikern und Kritikern immer wieder als eines der besten aller Zeiten gefeiert.







