Die Ukraine befindet sich im vierten Jahr des Krieges gegen Russland – und Köln feiert vom 23. bis 25. Oktober 2025 die dritte Ausgabe des deutsch-ukrainischen Kunstfestivals Immer wieder Aufbruch.
Ukrainische Kunst lebt
Ja, es darf gefeiert werden: Denn die ukrainische Kunst lebt – vital, kämpferisch und kreativ wie nie zuvor. Künstler:innen und Kulturinstitutionen haben gelernt, sich anzupassen, Schutzräume zu schaffen und der Gewalt etwas entgegenzusetzen. Sie verweigern sich der Reduktion auf Krieg und Zerstörung und stellen stattdessen die großen Fragen nach Identität, Erinnerung und Hoffnung.
Ein besonderer Fokus des Festivals liegt auf den unterirdischen Spielorten, die eine Analogie zum Alltag vieler Ukrainer:innen bilden, die ihre Kunst in Schutzräumen, Kellern oder U-Bahn-Stationen fortsetzen. Räume wie der Santa Clara Keller, der Kronleuchtersaal und der Altstadtkeller, die sonst kaum zugänglich sind, werden für das Publikum geöffnet.
So wird etwa die Multimedia-Ausstellung „Der Fluss heult wie ein verwundetes Biest“ im Kronleuchtersaal gezeigt – eine eindrucksvolle Reflexion über den Dnipro, der durch Kölns ukrainische Partnerstadt Dnipro fließt. Passenderweise fließt auch durch den Kronleuchtersaal Wasser des Rheins – eine symbolische Verbindung zwischen beiden Städten.
Kunst als Überlebensstrategie
Der Krieg gehört auch in Deutschland zum Alltag – doch häufig führt er dazu, dass man wegschaut. Ukrainische Künstler:innen zeigen, dass das Gegenteil möglich ist: Sie integrieren die Realität des Krieges in ihre künstlerische Praxis und erinnern daran, dass Hinsehen und Solidarität wichtig bleiben.
Die kulturelle Vielfalt der Ukraine zeigt sich in Projekten wie „Songlines of Ukraine“, einem elektroakustischen Konzert, das traditionelle Klänge Bessarabiens mit experimenteller Musik verbindet, oder in der Performance von Aziza Eskender Ibragimova. Zwei Dokumentarfilme – „Militantropos“ und „My Dear Théo“ – zeigen, wie Menschen Kreativität und Menschlichkeit unter Kriegsbedingungen bewahren.
Ein besonderes Highlight ist die szenische Lesung „Theater, das ich machen würde, wenn ich jetzt nicht an der Front wäre“ – mit drei Theaterschaffenden der ukrainischen Armee, die über Leben, Verlust und künstlerische Schaffenskraft während des Krieges sprechen.
Viele der beteiligten Künstler:innen reisen eigens aus der Ukraine an, andere sind aufgrund ihres Dienstes an der Front nur in Form ihrer Kunst vertreten.
Künstler:innen (Auswahl):
Yuliia Paievska (Taira), Svitlana Povalyeva, Kateryna Kalytko, Tetiana Ogarkova, Victor Dvornikov, Kostjantin Zorkin, Aziza Iskander, Panas Bakanovskyi, Natalia Kalaianova, Mykola Lupan, Marko Medvediev, Olena Misiura, Ivan Mladinov, Mahdalena Paskar, Aurika Paskar, Maryna Prakhova, Violetta Shyshman, Artem Tselikov, Olha Vasylets, Mariia Yarchuk, Hanna Zheliaskova, Khrystyna Lizogub, Alisa Kovalenko, Ulyana Osovska, Antonina (Krym) Romanova, Pavlo Yurov, Oleksandr Zhuhan.




