Im August tanzt Berlin wieder

Das große Festival Tanz im August bringt jedes Jahr ausgezeichnete Choreografen, Tänzer*innen und Tanzcompanien zusammen. 2022 widmet es sich der renommierten Choreografin und Pionierin des Postmodernismus in den nordischen Ländern, Cristina Caprioli. Seit mehr als 20 Jahren bringt die gebürtige Italienerin revolutioniert sie die Choreografie. Die Retrospektive “ONCE OVER TIME” zeigt gemeinsam mit 22 künstlerischen Weggefährt:innen über 22 Arbeiten, die zwischen 2002 und heute entstanden sind. Das Publikum erhält einen tiefen Einblick in die einzigartige künstlerische Praxis, Denkmodelle und Philosophie der Choreografin Cristina Caprioli.

Ein Fokus des Festivals liegt auf Künstler*innen mit indigenem Hintergrund

In der Eröffnungsproduktion “Jurrungu Ngan-ga / Straight Talk“ der australischen Tanzkompanie Marrugeku finden indigene und Fluchterfahrungen in Tanz, Erzählung, Musik und Poesie eine gemeinsame Basis. Elle Sofe Sara, eine samische Künstlerin, und Martha Hincapié Charry, eine kolumbianische Künstlerin mit Quimbaya-Wurzeln, machen in ihren Arbeiten auf die Rechte indigener Völker in Nordeuropa und im Amazonasgebiet aufmerksam. Daina Ashbee setzt mit “J’ai pleuré avec les chiens – TIME, CREATION, DESTRUCTION“, ihre antikolonialistische Arbeit fort, und gestaltet ein Ritual des Zusammenlebens.

Nach der Eröffnungspremiere von Marrugeku erwartet das Publikum im Haus der Berliner Festspiele Vorstellungen der katalanischen Kompanie La Veronal mit Marcos Morau, von Oona Doherty aus Nordirland, des brasilianischen Choreografen Bruno Beltrão mit seiner aktuellen Neukreation, sowie von den zwei Koryphäen des zeitgenössischen Flamencos Israel Galván und Niño de Elche.

Internationale Künstler*innen und Uraufführungen

Internationale Künstler*innen wie u.a. die US-amerikanische Performancekünstlerin Faye Driscoll,
der französisch-senegalesische Choreograf Amala Dianor, der thailändische Choreograf Pichet
Klunchun, der kanadische Choreograf Frédérick Gravel, und die südafrikanische Choreografin Robyn
Orlin zusammen mit der City Theater & Dance Group stellen sich mit Deutschlandpremieren erstmals
dem Berliner Publikum vor.

Zu einer Uraufführung lädt zudem die finnische Choreografin Maija Hirvanen. Inspiriert von Voguing und der Ballroom-Szene interpretiert der US-Choreograf Trajal Harrell Keith Jarretts berühmtes Klaviersolo The Köln Concert und die dänische Choreografin Mette Ingvartsen widmet sich dem Phänomen der Tanzwut.

Zur Eröffnung des Festivals tanzen das schwedische Künstlerinnenduo Byström Källblad zusammen mit Berliner Tänzer:innen mit “City Horses” im öffentlichen Raum auf einer Route durch die Stadt, beginnend am Humboldt Forum, endend am HAU2.

Mit einer Uraufführung von Jefta van Dinther, einem interaktiven Format von Sebastian Matthias sowie einer vom klassischen Ballett inspirierten Choreografie von Adam Linder zeigt sich auch die Berliner Tanzszene im Festival vielschichtig repräsentiert. Im dritten und letzten Jahr des Projekts URBAN
FEMINISM zeigen zehn junge Berliner Künstlerinnen aus dem Urban Dance darüber hinaus fulminante Kollaborationen im HAU3. Nach einer Reihe von Workshops und begleiteter Proben zu den Themen Lichtdesign und Tanzdramaturgie, verschmelzen die Künstlerinnen Hip-Hop, Breaking, Popping,
Krump und House zu einzigartigen Abenden.

Zahlreiche Publikumsformate erweitern das Bühnenprogramm und können bei freiem Eintritt besucht werden, darunter Meet the Artists-Gespräche, On the Sofa-Diskussionen mit Künstler:innen des
Festivals und anderen Expert:innen, Buchpräsentationen, Onlinegespräche in der Reihe Happy to Listen und Podiumsdiskussionen

Tickets und weitere Informationen unter www.tanzimaugust.de

Titelbild: Ausschnitt eines Screenshots der Website Tanz im August

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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