Die Magie der Fotografie kann ab dem 3. Juni 2022 in der Ausstellung „Hollywood“ der Berliner Helmut Newton Stiftung erlebt werden. Eine Gruppenausstellung, in der die Fotografien Helmut Newtons den Ausgangs- und Bezugspunkt bilden, zeigen zudem prominente Fotograf*innen der 1960,- bis 90er-Jahren. Bei seinen Arbeiten hat sich Newton immer wieder auf das Kino bezogen. Er zitierte konkrete Filmszenen, wie etwa von Alfred Hitchcock oder der französischen Nouvelle Vague. So wirken einige seiner Modeinszenierungen seit den 1960er-Jahren geradezu kinematografisch und manche Porträts seit den 1970er-Jahren wie kunstvolle Film-Stills. In den 1980er und 90er-Jahren fotografierte Newton während des Filmfestivals auch Schauspielerinnen oder Mode an der Croisette von Cannes.

Helmut Newton, Sigourney Weaver at Warner Bros, Burbank 1983, © Helmut Newton Foundation

In der neuen Gruppenausstellung werden darüber hinaus in größeren Werkgruppen dreizehn Fotografinnen und Fotografen mit ihren Interpretationen von Hollywood präsentiert. Im Hauptraum stehen die unterschiedlichen Aspekte des Mediums Film und Systems Hollywood im Fokus: Schauspielerinnen-Porträts aus der frühen Hollywood-Zeit von Ruth Harriet Louise und George Hoyningen-Huene, weiterhin spätere Standbilder und Filmsets von Steve Schapiro und mehreren Magnum-Fotograf*innen, darunter Eve Arnold und Inge Morath, die 1960 während der Dreharbeiten zum Film „Misfits“ des Regisseurs John Huston fotografierten.

Inge Morath, Marilyn Monroe and Arthur Miller in their hotel room after a day of shooting „The Misfits“, Reno, Nevada, 1960, © Inge Morath/Magnum Photos

In einer Glasvitrine wird überdies eine umfangreiche Portfolio-Mappe aus dem Besitz von Helmut Newton mit etwas späteren Aufnahmen von George Hurrell präsentiert, der Ruth Harriet Louise 1930 als wichtigster Hollywood-Porträtist der großen Filmstudios ablöste. Zu sehen sind fünf großformatige Farbaufnahmen aus Larry Sultans Bildserie „The Valley“, mit der er die Pornofilm-Industrie nahe Hollywood untersucht hat, der größten überhaupt, gewissermaßen die ebenso lukrative Schattenseite der strahlenden Glamourwelt. Zudem Schwarz-Weiß -Porträts aus Los Angeles des Fotografen Anton Corbijn von Clint Eastwood bis Tom Waits.

In einer weiteren Vitrine sind die berühmten Hollywood-Porträts von Annie Leibovitz ausgebreitet, die sie jedes Jahr für Vanity Fair fotografiert: die Oscarpreisträger*innen in panoramatischen Gruppenporträts als Klappcover des Magazins.

Beteiligte Fotograf*innen: Eve Arnold, Anton Corbijn, Philip-Lorca diCorcia, Michael Dressel, George Hoyningen-Huene, George Hurrell, Jens Liebchen, Ruth Harriet Louise, Inge Morath, Helmut Newton,
Steve Schapiro, Julius Shulman, Alice Springs und Larry Sultan

HOLLYWOOD ist eine umfassende und aufregende Ausstellung, die neben der Schönheit und Magie Hollywoods auch die Schattenwelten zeigt.

HOLLYWOOD

Laufzeit: 3. Juni – 20. November 2022

Helmut Newton Stiftung im Museum für Fotografie, Jebensstraße 2
10623 Berlin

Titelbild: Helmut Newton, Elizabeth Taylor, Vanity Fair, Los Angeles 1985, © Helmut Newton Foundation

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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