Ein Liebeslied, das gleichzeitig Soundtrack zu einem Film wurde: Luchino Visconti verfilmte Thomas Manns Novelle „Tod in Venedig“ und wählte die 5. Sinfonie 4. Satz aus, die den gesamten Film bis zu Aschenbachs tragischem Ende durchzieht. Der Komponist dieses Werks, Gustav Mahler, der am 7.7.1860 geboren wurde, hatte sich gerade von einer Krankheit erholt, um im Juli 1901 in seinem Sommerhaus am Wörthersee die erste Arbeit daran zu beginnen. Im Herbst kehrte er nach Wien zurück und lernte Alma Schindler kennen. Er verliebte sich sofort in sie. Vollenden sollte er die Sinfonie ein Jahr später, als er bereits mit Alma verheiratet war.
Der vierte Satz zeichnet sich durch seinen ausgeprägten romantischen Charakter aus und ist seiner Frau Alma gewidmet. Er beginnt langsam und flüsternd, steigert sich allmählich und klingt letztlich heiter und freudig aus, wobei subtile düstere Schatten und dunkle Ahnungen die Oberfläche durchdringen.
Und seine Ahnungen haben ihn nicht getäuscht. Im Alter von 50 Jahren starb er 1911 in Wien. Zu seiner Zeit erfuhr die Sinfonie überwiegend negative Beurteilungen. Ihre Schönheit wird heute weithin anerkannt, und die Sinfonie zählt zu den populärsten Werken seines Schaffens.







