Grüße aus Fukushima

Fast genau vor fünf Jahren, am 11. März 2011, kommt es zu einem gewaltigen Seebeben mit einer Stärke von 9,0 vor der japanischen Ostküste der Hauptinsel Honshu. Ein dadurch ausgelöster Tsunami setzt eine Kettenreaktion in Gang, der dramatische Folgen haben sollte. Obwohl das Beben nur von kurzer Dauer war (150 Sekunden), so drang doch eine 15 Meter hohe Flutwelle bis zu 10 Kilometer ins Landesinnere vor. 260 Küstenorte wurden nahezu vollständig zerstört, 19.000 Menschen getötet. Das japanische Atomkraftwerk Fukushima Daiichi wurde von dem Tsunami getroffen und von der Flutwelle überspült. In der Folge kam es in drei der sechs Reaktoren zu Kernschmelzen mit erheblicher Freisetzung von Radioaktivität.

[su_quote]170.000 Menschen in der Region Fukushima mussten wegen dieser freigesetzten radioaktiven Strahlung evakuiert werden und ihre Häuser verlassen und leben immer noch in Notunterkünften. [/su_quote]

Doris Dörrie ist eine fantastische Erzählerin, nicht nur ihre Bücher beweisen das, sondern auch ihre zahlreichen Filme. In ihrem aktuellen Film “Grüße aus Fukushima” geht es um diese Katastrophe und die vergessenen Menschen dort, speziell um Satomi (Kaori Momoi), der letzten Geisha Fukushimas. Denn sie will auf eigene Faust in ihr zerstörtes Haus in diese Sperrzone zurückziehen. Dagegen möchte die junge Marie nicht zurückschauen und bleiben, sondern sie will vergessen und möglichst weit weg. Das gelingt ihr mit ihrer Reise nach Japan. Sie trifft auf Satomi, und obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, sind sie in der Lage, sich gegenseitig zu stützen.

Ein unglaublich anrührender Film, der an Eindruckskraft noch gewinnt, da er ganz in Schwarz-Weiß gedreht ist. Zudem eine darstellerisch große Leistung der jungen Schauspielerin Rosalie Thomass, die auch den Bayerischen Filmpreis 2016 für ihre Rolle bekam. Begründung der Jury: “Thomass spielt mit einer stillen Reife, die man so bei ihr noch nie gesehen hat und trägt durch ihr Spiel diesen Film. So zerbrechlich Marie wirkt, man ahnt ihre Stärke.”

Ein toller, sehr sehenswerter Film – Grüße aus Fukushima

ab 10.3.2016 in den Kinos

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Weitere Informationen zur Reaktorkatastrophe Fukushima und seine Folgen:

http://www.oeko.de/forschung-beratung/themen/nukleartechnik-und-anlagensicherheit/fukushima-unfallhergang-und-seine-folgen-faqs/

http://blog.safecast.org

Fotos:c) Majestic

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