Wenn die Sonne knallig vom Himmel scheint und die Hitze uns fest im Griff hat, sehnen sich die meisten nach einer erfrischenden Abkühlung. Ob am Meer, im Badesee, am Teich, im Freibad oder am Rheinufer – genau dort wollen wir jetzt unsere Zeit genießen!
Sommer in der Kunst
Sommer in der Malerei – ein ewiges Motiv, das unser tiefes Verlangen nach Sonne und Wasser durch alle Zeiten hindurch lebendig hält. Das Gemälde „Badende in Asnières“ (1884) von Georges Seurat strahlt pure Sommerfreude aus. Die intensive Strahlkraft der Sonne und die angenehme Wärme veranlassen die Badenden, ihre luftige Kleidung teilweise abzulegen. Entspannung und Gelöstheit sind sowohl in ihrer Körperhaltung als auch in ihren Gesichtsausdrücken erkennbar, während sie an den Ufern der Seine in der ätherischen Sonne sitzen oder baden. Im Hintergrund sind Fabrikschlote zu sehen, aus denen rußiger Rauch aufsteigt. Vielleicht sind es Arbeiter dieser Fabrik, die aus dem düsteren Arbeitsort sogleich zum Ufer der Seine geflohen sind.
Eine Frage der Wahrnehmung
Das monumentale Gemälde mit den Abmessungen 2 m x 3 m ist Bestandteil der Sammlung der National Gallery in London. Stellen sich BetrachterInnen vor diese Szene, zerfließen die festen Körper zu einer wilden Orgie pulsierender Farbpartikel – ein Tanz aus reinen Farbtönen und lebendigen Pigmentwellen.
Das Bild „Badende bei Asnières“ zeigt schon erste Ansätze von Seurats pointillistischer Maltechnik, besonders durch die Bildkomposition und die Auflösung in einzelne Bildpunkte. Damals lehnte der Salon de Paris sein Gemälde ab, im Salon der Unabhängigen dagegen sorgte es dort für Aufsehen.
Georges Seurat lernte die Farbenlehre durch die Arbeiten von James Clerk Maxwell, Ogden Nicholas Rood, Charles Henry und besonders Eugène Chevreul kennen, die sich mit Farbwahrnehmung und additiver Farbmischung beschäftigten. Im Jahr 1883 und 1884 tauchte er tief in das Thema ein und erfand dabei eine neue Maltechnik.
Erst wenn das Auge des Betrachters und die verknüpften Gehirnareale zur Bildwahrnehmung zusammenwirken, entfaltet sich der volle Farbzauber einer Fläche. Um diese Wirkung zu erzielen, muss man sich ein wenig vom Gemälde entfernen. Die Farbpunkte verschmelzen optisch und mischen sich additiv, sodass sie Gestalten bilden. So wird eine größere Leuchtkraft der Farben erzielt.
Am 29. März 1891 starb der französische Maler und Zeichner Georges Seurat an Diphtherie. Neben Paul Signac gehört er zu den wichtigsten Vertreter des Pointillismus.
So lässt sich auch im Museum der Sommer, die Sonne und das Wasser betrachten – und das Beste: Dort ist es herrlich kühl!
Bildquelle: Gemälde von Georges Seurat – National Gallery, London, Public Domain,







