Fotografin Kathy Ryan erhält Dr. Erich Salomon-Preis 2025

Mit dem renommierten Dr. Erich Salomon-Preis zeichnet die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) 2025 die amerikanische Bildredakteurin, Fotografin und Kuratorin Kathy Ryan aus. Die Gesellschaft würdigt mit dieser Auszeichnung ihre kreative, herausragende, inspirierende und mutige Arbeit aus fast vier Jahrzehnten.

Kathy Ryan hat maßgeblich das „Gesicht“ des The New York Times Magazine mitgestaltet. 39 Jahre lang – bis Oktober 2024 – arbeitete sie für das renommierte Magazin, davon 37 als Fotochefin.

Ryan ist dafür bekannt, dass sie – mit Mut, einem einzigartigen Instinkt und dem Blick für überzeugende Bilder – das Unerwartete herausarbeitet. Sie beauftragte Fotojournalist*innen wie künstlerische Fotograf*innen, etablierte Fotograf*innen und neue Talente für große Aufträge. Dank ihrer Aufgeschlossenheit und ihrem großen Talent, Fotografien und Geschichten zu verweben, prägte sie die visuelle Ausrichtung des Magazins. Ryan nutzte die Möglichkeiten, die Fotos über den Text hinaus interpretieren und ausarbeiten zu lassen – die Fotografie wurde so zu einer eigenständigen, kraftvollen Aussage.

„Kathy Ryan hat in den vergangenen Jahrzehnten Herausragendes geleistet. Sie steht als Director of Photography des renommierten New York Times Magazins für die Förderung kreativer und innovativer Arbeitsweisen in der redaktionellen Fotografie. Als Mentorin und Impulsgeberin prägt sie mit ihrem einzigartigen Gespür für die erzählerische Kraft und gesellschaftliche Relevanz von Bildern das viel diskutierte Zusammentreffen von Inhalt und Ästhetik und wirkt damit weit über die Grenzen des Magazins hinaus“, so Jury-Mitglied Dr. Miriam Zlobinski (Mitglied des Vorstands der DGPh-Sektion Geschichte und Archive)

Einige der weltweit besten Auftragsfotografien in den Kategorien Reportage, Porträt, Still-Life und Konzeptfotografie sind so entstanden. Viele der Fotoessays, die das The New York Times Magazine unter Ryans Leitung veröffentlicht hat, sind noch heute im Gedächtnis, so beispielsweise Sebastião Salgados Arbeit von den kuwaitischen Ölfeldern aus dem Jahr 1991, die Fotografien von Paolo Pellegrin in seiner Fotoreportage „How Did Darfour Happen“ über den Genozid im Sudan (2004) und die Arbeit von Stephanie Sinclair (2008) aus „The Young Women of the F.L.D.S.“, eine Arbeit, in der Sinclair die polygame Fundamentalist Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints (F.L.D.S.) zeigt. Kathy Ryan war bei all diesen und vielen anderen Themen federführend.

Mit „Office Romance“ (2014) hat Kathy Ryan – selbst auch Fotografin – ein erstes eigenes Fotobuch veröffentlicht und zeigt einmal mehr ihre Gabe, Fotojournalismus und Kunstfotografie eindrucksvoll zu verbinden. Als inspirierende Impulsgeberin für neue Ideen und Formate hat sie außerdem die Videoreihe „Great Performers“ ins Leben gerufen, die 2010 mit „14 Actors Acting“ begann. Die Videos wurden mit zwei News and Documentary Emmys sowie mit mehreren weiteren Nominierungen ausgezeichnet.

Die Jury, bestehend aus Vertreter*innen des DGPh-Gesamtvorstands und zwei externen Expert*innen – in diesem Jahr Simone Klein (Art Advisory) und Hans-Michael Koetzle (Autor, Journalist und Kurator) – wählte die Preisträgerin in einem mehrstufigen Prozess aus einer Vielzahl von Vorschlägen, die die Mitglieder der DGPh eingereicht hatten.

Mit der Verleihung des Dr. Erich Salomon-Preises an Kathy Ryan ehrt die DGPh eine herausragende Vertreterin der redaktionellen Fotografie. Durch ihren Umgang mit Bildern und ihre Zusammenarbeit mit Fotograf*innen hat sie das Potenzial des Mediums Fotografie in inhaltlicher und ästhetischer Hinsicht maßgeblich in die öffentliche Wahrnehmung getragen.

Kathy Ryan wurde vielfach ausgezeichnet, mit dem

  • Lifetime Achievement Award des Griffin Museums (2007),
  • jährlichen Preis der Royal Photographic Society für herausragende Verdienste um die Fotografie (2012)
  • Vision Award des Center for Photography in Woodstock (2014) und dem
  • Lucie Award 2015 als Bildredakteurin des Jahres.
  • 2023 hielt sie den Jahresvortrag der Alfred Stieglitz Society im Metropolitan Museum of Art,
  • im November 2024 wurde sie vom International Center for Photography im Rahmen der ICP Spotlights Benefizveranstaltung geehrt.

Die Verleihung des Dr. Erich Salomon-Preises an Kathy Ryan findet am 27. September 2025 im Rahmen einer festlichen Veranstaltung in Köln im Stiftersaal des Wallraf-Richartz-Museums statt.

An diesem Tag werden dort außerdem der Kulturpreis 2025 der DGPh und die DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography verliehen.

Der Dr. Erich Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie wird seit 1971 als Auszeichnung einer „vorbildlichen Anwendung der Fotografie in der Publizistik“ verliehen. Er dient zugleich dem Andenken an den großen Fotografen der Weimarer Republik, Dr. Erich Salomon, dem der moderne Bildjournalismus starke Impulse verdankt. Der Preis besteht aus einer Urkunde sowie einer Leica-Kamera und wird jährlich verliehen.

Unter den Ausgezeichneten befinden sich Printmedien, Organisationen und Fernsehschaffende sowie seit 1985 Persönlichkeiten, die sich um die Fotografie in der Publizistik verdient gemacht oder im Bildjournalismus Herausragendes geleistet haben, wie der STERN (1971), Robert Frank (1985), Barbara Klemm (1989), Mary Ellen Mark (1994), Reporters sans Frontières (2002), Martin Parr (2006), Letizia Battaglia (2007), Paolo Pellegrin (2013), Josef Koudelka (2015), Stephanie Sinclair (2019), Chris Killip (2020), Hans-Jürgen Burkard (2021), Susan Meiselas (2022), Rafal Milach (2023) und Andrea Diefenbach (2024).

Partner der DGPh bei der Vergabe des Dr. Erich Salomon-Preises ist die Leica Camera AG, die den Preis jährlich mit der Überreichung einer hochwertigen Leica Kamera unterstützt.

Bildrechte: Deutsche Gesellschaft für Photographie Fotograf: © Inez and Vinoodh

Ingrid
Ingrid

Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen.
Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.

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