FOTODOKS Festival „A house is a house is a house“

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Seit dem 7. Juni bis 4. Juli präsentiert das FOTODOKS Festival in München seine zehnte Ausgabe mit „A house is a house is a house“ – einer Gruppenausstellung mit einem interdisziplinären Begleitprogramm sowie einer umfangreichen Publikation. Gemeinsam reflektieren die Beiträge das gegenwärtige Verständnis von Zuhause. Zwölf Fotoprojekte, die oft über viele Jahre erarbeitet wurden, eröffnen zusammen mit dem vielperspektivischen Festivalprogramm eine weit gefasste Perspektive dieses dichten und facettenreichen Sozialraums.

Markus Krottendorfer, aus der Serie Mountains of Kong, 2016, © Markus Krottendorfer

Zuhause meint oftmals eine Behausung, einen Ort der Intimität. Es ist an Gefühle und Stimmungen geknüpft, die aus dem Erlebten jedes Einzelnen erwachsen. Ausgehend von einem sichergeglaubten Ort der Fürsorge, Konstanz und Gestaltung von Lebensformen bleibt er für viele ein Sehnsuchts- oder Erinnerungsort, der sich in seiner Abwesenheit manifestiert. Im Nebeneinander mit dem Zuhause anderer, seiner möglichen Entbehrung und dem nichthäuslichen Raum entfaltet es sein gesellschaftskritisches Potenzial und verdeutlicht, wie häusliche Gegebenheiten unsere Lebensentfaltung bedingen. Entgegen einer idealisierten Perspektive auf das Zuhause ist es auch mit prekären Lebensbedingungen, tradierten Familienbildern, der Gefahr gegenüber Gewalt, Obdachlosigkeit, dem Absprechen von Zugehörigkeit, Diskriminierungen oder Einsamkeit verbunden. Der dringende Diskurs zu Fragen nach Gender, Race und Klassismus findet in dieser Perspektive auch ein Zuhause. Von hier aus blickt ein:e jede:r von uns in die Welt hinaus.

Yana Wernicke, Ohne Titel, aus der Serie „Skaarph“, 2015 © Yana Wernicke

Insbesondere die Dokumentarfotografie vermag es, über den eigenen sozialen Raum hinauszublicken oder diesen mit Hilfe eines zusätzlichen Blicks zu befragen, der abseits des rein
Subjektiven liegt.

FESTIVAL & AUSSTELLUNG:
FOTODOKS ist ein internationales Festival für aktuelle Dokumentarfotografie, das seit seiner Gründung 2008 biennal stattfindet und sich als eines der größten Festivals seiner Art in Deutschland etabliert hat. Es versteht sich als unabhängiges Forum, um gegenwartsbezogene, künstlerische Fotografie zu präsentieren.

Titelfoto: Daniel Chatard, aus der Serie „Niemandsland“, 2017, © Daniel Chatard

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