Fleisch & Geist – Musiktheater zwischen Andacht und Begehren

NICO AND THE NAVIGATORS widmen sich anlässlich des 350. Todestages von Heinrich Schütz dem Werk des frühbarocken Komponisten, der auch als „Urvater der deutschen Musik“ bezeichnet wird. Er erhielt seine musikalische Ausbildung in Kassel, bevor er in Venedig den italienischen Stil studierte. Jahrzehntelang prägte er als Hofkapellmeister das Musikleben in Dresden, ehe er sich in Weißenfels zur Ruhe setzte. Mit seinen Madrigalen und Motetten, seinen Symphoniae Sacrae und Passionen hatte er als erster deutscher Komponist von Weltrang bereits damals europäische Bedeutung erlangt.

Das szenische Projekt „Fleisch & Geist“ fragt nach inneren und äußeren Koordinaten seiner Kunst, nach himmlischem Glauben und irdischem Begehren und nach dem gegenwärtigen Widerhall einer solchen Haltung. In ihrer Auseinandersetzung mit dem Jubilar haben sich NICO AND THE NAVIGATORS einerseits vom weltlichen wie geistlichen Gehalt der Werke, andererseits aber auch von seinen biografischen Koordinaten leiten lassen. So gesellen sich Zeitgenossen zu Heinrich Schütz – und so kommen die Bildwelten der Renaissance und des Frühbarocks ins Spiel, die Nicola Hümpel mit ihren NAVIGATORS verfremdet und zitiert. Am Ende der Gutenberg-Galaxis wird dabei noch einmal der Bücherkosmos vermessen, aus dessen Worten Schütz und seine Zeitgenossen ihre geistlichen und weltlichen Werke schöpften.

Die historisch informierte Aufführungspraxis dient dabei nicht als unerschütterlicher Sockel eines Denkmals, sondern als vibrierende Plattform für die Wiederbelebung des Künstlers in seinen und unseren Klangwelten, die sich in unterschiedlichen Spielformen – Musik, Tanz, Gesang, Sprache – auf Augenhöhe begegnen.

ST. ELISABETH-KIRCHE BERLIN
Berlin-Premiere: Do 20. Oktober, 20 Uhr
Weitere Vorstellungen: Fr 21. Oktober & Sa 22. Oktober, 20 Uhr | So 23. Oktober 19 Uhr
Invalidenstraße 3, 10115 Berlin | Tickets: 24 / 18 € / erm. 12 € | Karten: tickets@elisabeth.berlin |


Von und mit: Elfa Rún Kristinsdóttir (Barockvioline), Daniel Seminara (Gitarren, Laute), Anna Fusek (Blockflöte, Barockvioline), Philipp Kullen (Percussions, Synthesizer), Alon Portal (Gambe, Violone), Daniela Vega (Mezzosporan), Ekaterina Bazhanova (Mezzosopran), Matthias Lutze (Bassbariton), Florian Graul (Tanz, Breakdance, Choreographie), Martin Buczko (Tanz, Choreographie), Yui Kawaguchi (Tanz, Choreographie)
Künstlerische Leitung: Nicola Hümpel | Musikalische Leitung: Elfa Rún Kristinsdóttir | Bühne: Oliver Proske | Dramaturgie: Andreas Hillger | Kostüme: Marie Akoury, Nicola Hümpel | Licht: Leroy Nikolas von Bergen, David Winter | Ton: Sebastian Reuter
Künstlerische Mitarbeit: Wolke Mišewitch | Bühnenbildassistenz: Sonja Winkler, Lara Scheuermann | Produktion: Leonie Schirra, Franziska K. Huhn, Talea Nuxoll

Standardbild
Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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