Fleetwood Mac: Neuausgabe von Tusk

Wären Fleetwood Mac nach ihrem Album „Rumours“ auf Nummer sicher gegangen, hätten sie möglicherweise ein weiteres Mega-Werk abgeliefert. Stattdessen überließen sie die Zügel beim Nachfolgealbum ihrem Sänger und Gitarristen Lindsey Buckingham. Der hatte freilich alles andere im Sinn, als die Band auf ihren Lorbeeren ausruhen zu lassen und dort weiterzumachen, wo „Rumours“ geendet hatte. Das Ergebnis war bekanntermaßen das am 12. Oktober 1979 erstmals erschienene, musikalisch ausladende Doppelalbum „Tusk“. Kritiker und Fans zeigten sich zunächst gleichermaßen verwirrt, weil das Album voller musikalischer Gegensätze und Klangexperimente war. Manchen erschien „Tusk“ gewagt. Andere warfen der Band Maßlosigkeit vor, weil die Produktion Unsummen verschlungen und die Band mehr als zwei Jahre Zeit gelassen hatte, ehe das Album in die Läden kam.

Bemessen am Erfolg von „Rumours“, das weltweit 40 Millionen Mal verkauft wurde, floppte „Tusk“ und kam in den US-Charts nicht über Platz 4 hinaus. Heute gilt es jedoch als Meisterwerk, das voller musikalischer Gegensätze steckt und exzellenten Pop mit Anklängen an Folk, Blues und Punk gekonnt vereint. Mit den als Singles ausgekoppelten Hits „Sara“, „Sisters of the Moon“, „Think about me“ und dem perkussiven, geheimnisvoll brodelnden „Tusk“ zeigt sich die Band auf dem Höhepunkt ihres kompositorischen Könnens, und auch Lesley Buckingham erweist sich als versierter, ernstzunehmender Gitarrist.

„Tusk“ ist vor kurzem bei Warner Bros Records in einer feinen remasterten Neuausgabe erschienen und in den folgenden Formaten erhältlich: Als Expanded Triple-CD-Set, das neben den Originalalben, die Singles, Outtakes sowie Alternativversionen von „Tusk“ enthält. Komplettiert wird das Set mit einem lesenswerten Booklet, das neben einem Essay des Musikjournalisten Jim Irvin, die Texte der Songs sowie Kommentare der Bandmitglieder zu den einzelnen Tracks enthält.

Daneben gibt es die Deluxe-Ausgabe, die 5CDs, eine DVD mit Konzertmitschnitten und zwei LPs umfasst.

Foto: Albumcover Tusk

Hans Kaltwasser
Hans Kaltwasser
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