Um ihre Ehe zu retten, verbringen Tara (SEYNEB SALEH) und Robert (TRYSTAN PÜTTER) gemeinsam mit ihrer Tochter Nina ( ZOË BAIER) eine Auszeit auf Griechenland. Tara arbeitet an einem neuen Buch und steckt in einer Schreibblockade. Robert ist ständig im Gespräch am Handy, auch sein Laptop ist selten im Ruhestand. Und wenn die beiden miteinander im Gespräch sind, endet es zumeist in einem Streit. Nina steckt zwischen den Fronten und leidet an nächtlichen Albräumen – Pavor nocturnus.

Da kommt unerwartet der jüngere Bruder von Robert zu Besuch. Zunächst scheint Jonathan (SEBASTIAN URZENDOWSKY) die Situation zu entschärfen. Er beschäftigt sich intensiv mit Nina und sorgt so dafür, dass sie der toxischen Atmosphäre entrinnen kann. Das Wetter zeigt sich wolkig und stürmisch und scheint die Beziehung des Paares zu spiegeln. Jonathan versucht vergeblich zu vermitteln. Schließlich machen sich Nina, Jonathan und Tara zu einem Ausflug zu einer Kletterwand in den nahegelegenen Bergen. Während Tara ergründen will, ob nach ihrem erfolgreichen autobiographischen Buch als Autorin zu arbeiten für sie tatsächlich der richtige Weg ist. Sie nimmt nicht wirklich wahr, was Nina und Jonathan an der Kletterwand treiben und dann geschieht es: Ein Sicherheitshaken in der Bergwand hat sich gelöst und Nina baumelt bewusstlos im Sicherungsseil.

Nina wird in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht. Ändert sich nun die Beziehung des Paares durch dieses schreckliche Ereignis? Rücken sie jetzt näher zusammen? Roberts besorgte Eltern reisen an. Der autoritäre Chefarzt übernimmt sogleich das Kommando und ruft einen Familienrat zusammen.

Die Regisseurin Judith Angerbauer erzählt in ihrem Familiendrama SABBATICAL über verzwickte familiäre Strukturen, die Lösungen erschweren und sich gleichsam weitervererben. Dabei sind Kinder als schwächste Familienmitglieder diejenigen, die diese Konflikte austragen müssen und mit Verhaltensstörungen reagieren.
Die sensible und subtile Filmsprache macht diese zerstörende Familiendynamik sichtbar. Eindrucksvolle Bilder spiegeln die toxische Dynamik wider. Den Darstellern gelingt es authentisch, diese Persönlichkeiten zu spielen. Cineastisch großartig inszeniert, ist der Film ein gelungenes kleines Lehrstück über fragile Paarbeziehungen, die tiefe Wurzeln haben.
Fotos (c) Neue Schönhauser Filmproduktion/Michael Kotschi / © Farbfilm Verleih







