Filmtipp: Nachbeben

Im Filmdrama „Nachbeben“ ziehen sAlexandra und Emilie sich im Umkleideraum des Krankenhauses für ihre beginnende Schicht um. Die erfahrene Neurologin Alexandra ist zuversichtlich und macht der noch jungen Assistenzärztin Emilie Mut, die erstmals ohne Aufsicht ihre Patienten versorgen soll. Zu wenig Personal führt zu dieser Entscheidung, Alex soll, falls nötig, bei wichtigen Untersuchungen dabei sein.

Doch zunächst wird die Neurologin zu einer Patientin gerufen, die mit dringendem Verdacht, einen Schlaganfall erlitten zu haben, eingeliefert wurde. Die Ärztin stellt die richtige Diagnose und leitet die entsprechende Therapie ein, bevor sie zu Emilie eilt, die einen 18-jährigen Mann untersucht hat, der mit Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit vorgestellt wird. Die Mutter ist dabei und wirkt überfordert. Alex untersucht Oliver neurologisch, schnell, präzise, routiniert, und sein Zustand ist zunächst unspektakulär, sie stuft seine Symptome als harmlos ein.

Alexandra (Özlem Saglanmak) untersucht Oliver genau © 2026 Lighthouse

Ein folgenschwerer Irrtum, den Emilie durch leisen Zweifel verhindern will – doch in der Hektik verhallen Warnungen leicht. Oliver bricht auf der Station zusammen. Ein Schock für Alex, die bisher nie einen Fehler gemacht und ihre Gefühle im Griff hat.

Der Film folgt der Neurologin sorgfältig und dokumentiert präzise ihre Reaktionen, die sie in ein psychisches Dilemma führen. Einerseits weiß sie, dass eine inoperable Hirnblutung entweder tödlich oder mit einer geistigen Behinderung des jungen Patienten einhergeht. Doch es gelingt der Ärztin nicht, den Eltern die Wahrheit über den Zustand ihres Sohnes mitzuteilen.

 Nachbeben / v.l.n.r.: Trine Dyrholm, Özlem Saglanmak
© 2026 Lighthouse

„Der Film“Nachbeben“ thematisiert das bisher wenig beachtete „Second-Victim-Phänomen“ und beleuchtet die psychischen Belastungen, die medizinisches Personal trägt, wenn bei Behandlungen Fehler auftreten. Authentisch und mit fokussierten Bildern präsentiert der Film ein System, das seine Menschen fortwährend an die Grenzen ihrer Belastbarkeit führt.

Nachbeben / Özlem Saglanmak
© 2026 Lighthouse

Özlem Saglanmak als Neurologin Alexandra verkörpert ihre Rolle mit einer beeindruckenden Mischung aus Entschlossenheit und Verletzlichkeit. Sie zeigt den inneren Konflikt einer Ärztin, die plötzlich selbst zum „zweiten Opfer“ wird.

An ihrer Seite überzeugt die international renommierte Trine Dyrholm in der Rolle der Mutter, die durch ihr intensives Spiel die Hoffnung sowie zuletzt anklagend den schweren Verlust ihres Sohnes brillant darstellt. Unterstützt werden die beiden weiblichen Hauptrollen durch ein starkes Ensemble, darunter Olaf Johannessen, Mathilde Arcel und Iman Meskini. Unterstützt werden die beiden weiblichen Hauptrollen durch ein starkes Ensemble, darunter Olaf Johannessen, Mathilde Arcel und Iman Meskini.

NACHBEBEN (IT: Second Victims) ist ein fesselnder psychologischer Thriller und das mehrfach preisgekrönte Spielfilmdebüt der aufstrebenden dänischen Schauspielerin und Filmemacherin Zinnini Elkington. Er öffnet das Fenster zu einem zutiefst menschlichen Blick darauf, wie Menschen in medizinischen Berufen die Last von Verantwortung schultern.

NACHBEBEN ist ein Aufruf zu Empathie gegenüber fehlbaren Menschen, und zudem macht der Film aufmerksam auf das zeitlos gültige menschliche Rätsel rund um Leben und Tod, Kontrolle und Chaos sowie die magische Kraft von Liebe, Akzeptanz und Gemeinschaft.

Kinostart: 07.05.2026 Nachbeben | Regie: Zinnini Elkington Mit: Trine Dyrholm, Özlem Saglanmak, Mathilde Arcel, Olaf Johannessen

Ingrid
Ingrid

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