FilmTipp – EXTRAWURST

Der Film „Extrawurst“ startet mit einem bunten Mix aus Alltagsszenen: Leute rempeln sich an, ohne ein Wort der Entschuldigung, schimpfen wild drauflos, drohen und zeigen sich von ihrer unfreundlichen Seite. Ganz anders dagegen scheint die Situation im Tennisclub Lengenheide zu sein. Vom Tennisplatz hallt ein erschöpftes, aber vergnügtes Stöhnen, während der Ehemann der seufzenden Tennisspielerin vor Begeisterung über die glänzenden Leistungen seiner Frau fast platzt.

Dann geht’s weiter zur Jahreshauptversammlung des Tennisvereins. Dort herrscht zunächst gute Stimmung und Harmonie und ein gutgelaunter Präsident Heribert, Hape Kerkeling. Der hat alles im Griff und die Zustimmung seines Tennisvolks ist ihm sicher. Doch anders als geplant, ist die Sitzung noch lange nicht zu Ende. Denn Melanie (Anja Knauer) stellt einen etwas ungewöhnlichen Antrag, ein separaten Grill fürs nahende Sommerfest muss her, und zwar für das einzige muslimische Mitglied und ihren Doppelpartner Erol (Fahri Yardim). Im übrigen sind beide die sportlicher Hoffnungsträger des Tennisclubs. Da kann doch ein Extrawurst herausspringen, oder etwa nicht?

Doch Erol ist der Antrag peinlich, immer wieder beteuert er, einen extra Grill brauche er nicht. Als integriertes Mitglied hier fühlt Erol sich nicht diskriminiert. Und was als harmlose kontroverse Diskussion eines gutgemeinten Vorschlags beginnt, köchelt plötzlich hoch und entzündet sich beinahe unausweichlich zu einem wirren und scheinbar nicht zu lösenden Konflikt.

Schließlich reicht es Heribert. Er bittet die Streitenden zu einem externen Gespräch. Doch was sich im kleinen Kreis schnell aufklären soll, wird zu vorwurfvollen Rundumschlägen, Besserwisserei und Beleidigungen, bei dem sich jeder der Protagonisten im Recht wähnt.

Die Zuschauer*innen erleben Slapstick-Momente und witzige, aber auch entlarvende Dialoge, die aus tief verwurzelten Vorurteilen und Ängsten heraus sich Bahn brechen. Bis Heribert unfreiwillig die Gruppe wieder zusammenführt …

Die tiefgründige Satire hatte bereits Erfolg als Theaterstück unnd spätestens im zweiten Teil des Films wirkt der Film auch wie ein Kammerstück. „Extrawurst“ bringt auf den Punkt – ohne Konflikte geht es im Leben nicht. Im Kino kann man gut darüber lachen, besonders bei einem so großartigen Cast, der überzeugend die unterschiedlichen Charakteren darstellt. Exzellent ist besonders Hape Kerkelings, der als Heribert eine bräsige Verschrobenheit zeigt. Es lohnt sich also, den Film im Kino anzusehen.

Extrawurst
Spielfilm Farbe 2025 , 1h30
Komödie
Regie Marcus H. Rosenmüller
Mit Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Fahri Yardim, Anja Knauer, Friedrich Mücke, Gaby Dohm, Milan Peschel

Alle Fotos: © Studiocanal GmbH

Ingrid
Ingrid

Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen.
Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.

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