Der Dokumentarfilm „Becoming Kim“ von Susanne Kim richtet die Kamera auf das eigene Leben der Regisseurin und Performancekünstlerin. Nach einer kurzen Zeit des Kennenlernens heiratete sie den Koreaner Jeong Rae Kim. Sie ist Ehefrau, wird Mutter und entwickelt sich als Künstlerin weiter.

Außergewöhnliche Lebenslagen der Familie ändern ihr Zusammensein. Nach dem ersten Corona-Lockdown zieht Jeong Rae nach Korea zurück, um dort mit seiner Mutter ein Restaurant zu eröffnen. Die Familie lebt plötzlich auf zwei Kontinenten, was zu Spannungen und neuen Fragen über Nähe, Distanz und Verantwortung führt.
Die Regisseurin nutzt diese Situationen, um ihre Beziehung filmisch zu begleiten und zu reflektieren. Als Performance-Künstlerin setzt sie dem Dokumentarfilm mit inszenierten, performativen Szenen, die ihre Gefühle und inneren Konflikte ausdrücken, künstlerische Akzente.

Dabei werden Themen wie Alltagsrassismus, familiäre Hierarchien, Geschlechterrollen und die Frage nach einem erfolgreichen Leben gestellt;
Wie bleibt man sich selbst treu und lernt gleichzeitig, einen anderen Menschen zu lieben? Wie beeinflussen kulturelle Unterschiede und gesellschaftliche Erwartungen das Familienleben? Reicht Liebe allein für eine stabile Beziehung? Wie können Frauen ihre eigenen Bedürfnisse und Rollenbilder hinterfragen und sichtbar machen?
:Der Film „Becoming Kim“ ist nicht nur ein höchst persönlicher Film, sondern er bietet einen universellen Resonanzraum für viele Familien, die mit ähnlichen Fragen und Konflikten konfrontiert sind. Er lädt dazu ein, eigene Beziehungen zu hinterfragen und sich mit den politischen und gesellschaftlichen Dimensionen des Privaten auseinanderzusetzen.
Ein vielschichtiger, sehr sehenswerter Film, der ein breites Publikum anspricht. Ab 27. August im Kino!
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