Filme und das Modellprojekt Kultur

Das Anschauen von Filmen, die wir bewegend und ergreifend finden, kann dazu führen, dass wir uns besser vorbereitet fühlen, mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen und ein besserer Mensch sein zu wollen, so eine neue Studie, an der 1.098 Erwachsene teilnahmen.

Die Ergebnisse zeigten, dass Personen, die sich an einen bedeutungsvollen Film erinnerten, mit größerer Wahrscheinlichkeit als die anderen angaben, dass der Film ihnen half, Schwierigkeiten im Leben zu bewältigen. Zum Beispiel gaben die Teilnehmer der Studie an, das der Film ihnen das Gefühl gab, dass die Kämpfe im Leben einen Sinn haben. Und schwierige Situationen leichter mit Anmut und Mut zu bewältigen sind.

Bedeutsame Filme unterstützen die ZuschauerInnen auch eher als andere Filme darin, die menschliche Situation zu akzeptieren. Sie hinterließen bei den TeilnehmerInnen das Gefühl und die Erkenntnis, dass sowohl glückliche als auch traurige Erfahrungen unserem Leben einen Sinn geben und Gewinne und Verluste Teil des Lebens sind. Sie motivierten dazu, ein besserer Mensch zu sein, Gutes für andere Menschen zu tun und zu erkennen, was im Leben wirklich zählt.

Wie können bedeutungsvolle Filme diese positiven Effekte haben?

Die Studie fand heraus, dass die Schlüsselelemente dieser Filme ihre tiefen Gefühle waren, die Mischung aus Glück und Traurigkeit, ihre emotionale Bandbreite und ihre Fähigkeit, dass sich die Menschen durch das Betrachten der Filme erhaben und inspiriert fühlen.

Insgesamt hatten die bedeutungsvollen Filme mehr von diesen positiven Effekten als andere leichte Filme. Das bedeutet aber nicht, dass Menschen keinen Sinn in Filmen finden können, die eher unterhaltsam als bedeutungsvoll sind, wie die Untersuchung zeigte.

Filme sind mehr als nur Unterhaltung

Bestimmet Filme können Menschen helfen, schwierige Phasen in ihrem Leben zu bewältigen und daran zu wachsen, und manche erkennen diesen Effekt vielleicht noch Jahre nachdem sie einen bestimmten Film gesehen haben. Deswegen haben Filme mitunter nicht nur eine therapeutische, sondern darüber hinaus auch eine ergänzende pädagogische Wirkung.

Sicher sind Filme kein Allheilmittel und sie ersetzen gerade bei ausgeprägten Erkrankungen wie Depressionen oder Angst-Attacken keine therapeutische Betreuung. Aber sie können diese zumindest ergänzen und unterstützen. Weil Filme mit ihrem Appell an Logik, Emotion und Intuition und mit dem hohen Maß an Identifikation des Zuschauers mit dem Geschehen auf der Leinwand einen Königsweg zur eigenen Seele darstellen. Oder um es mit den Worten Ingmar Bergmans zu sagen:

„No art passes our conscience the way film does, and goes directly to our feelings, deep down into the dark rooms of our souls.”

Quelle: Ohio State University

Modellprojekt Kultur: Die Nordischen Filmtage sind dabei

Noch sind die Kinos geschlossen, doch im Rahmen des Modellprojekts Kultur präsentieren die Nordischen Filmtage Lübeck vom 16.05. bis zum 20.06.2021 jeden Sonntag um 17 Uhr Filme aus der Schatzkammer des Festivals. Fans des nordischen Kinos können sich auf ein vielfältiges Programm freuen, von einer deutschen Kinopremiere bis zu Preisträgerfilmen und einem Stummfilmkonzert mit Livemusik ist alles dabei.

Die weiteren Vorführtermine im Mai sind am Pfingstsonntag, 23.05. „A white, white Day“ und am 30.05. „Border“.

Das Programm für Juni (6./13./20.) wird in Kürze auf www.nordische-filmtage.de bekanntgegeben.

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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