Das Akkordeon, Instrument des Jahres 2026, hat viele Namen. Je nachdem, wer darüber spricht, nennt es Handklavier, Maurerklavier, Ziehorgel, Handorgel (in der Schweiz), Schweineorgel, Zugin, Ziach (bairisch), Zerrwanst, Treckfidel (niederdeutsch für „Zieh-Fiedel“), Quetschkommode, Quetschn (österreichisch) oder Quetschebüggel (rheinisch).
Schon seit 2008 trifft der Landesmusikrat Schleswig-Holstein die Wahl. Es geht darum, die Neugier für ein Instrument und seine wichtige Rolle zu entfachen. Besonders im Rampenlicht stehen Instrumente, die mehr Liebe und Aufmerksamkeit brauchen oder bei denen es gar nicht so leicht ist, junge Musiker zu finden.
Instrumentenbauer Cyrill Demian schuf den Namen
Der ursprüngliche Name lässt sich auf den Wiener Instrumentenbauer Cyrill Demian zurückführen. Mit einem cleveren Schachzug fügte er den wechseltönigen Melodietönen Akkordtöne hinzu und ließ sein Handbalginstrument 1829 als „Accordion“ patentieren. Ob Volksmusik, Weltmusik, Tango oder Jazz – überall zaubert es seinen besonderen Stempel auf die Musikstücke. Ein wahrer musikalischer Alleskönner.
Das Handzuginstrument erzeugt seinen Ton beim Öffnen oder Schließen eines Balges durch freischwingende, durchschlagende Zungen. Es bringt nicht nur Einzeltöne hervor, sondern auch Akkorde. Anders als das Akkordeon, das mit seiner abgewinkelten Tastatur und den voreingestellten Akkorden aufwartet, zeigen sich die Konzertina-Typen – etwa das Bandoneon – ganz eigen: Sie verzichten auf diese Features.
Hier gibt es zwei musikalische Beispiele. Fausto Beccalossi gehört zu den Stars unter den Jazzakkordeonisten – bekannt, herausragend und immer voller Spielfreude. Hier featured ihn der brillante Startrompeter Till Brönner.
Das Akkordeon als Bluesinstrument
Im Blues glänzt das Instrument des Jahres 2026 ebenfalls – man denke nur an das Tribute-Compilation-Album „A Tribute to the King of Zydeco“ von Clifton Chenier, das am 27. Juni 2025 über Valcour Records und Sony Music Publishing veröffentlicht wurde.
Auf dem Album sind mehrere Akkordeonisten aus Louisiana und Texas zu hören – C.J. Chenier, Geno Delafose, Anthony Dopsie, Keith Frank, Steve Riley, Curley Taylor und Nathan Williams Sr.
Titelbild: Image by F. Heiberger from Pixabay







