Heute ist wieder ein Brückentag – dieser Tag, der sich elegant zwischen zwei Fest- oder freien Tagen schummelt. Bedeutungsvoll und magisch sind jedoch Brücken als architektonische Wunderwerke, die Städte, Länder und sogar Kontinente miteinander verbinden oder in vielen Fällen auch trennen und Menschen beeinflussen.
Sie faszinieren Groß und Klein, denn sie bieten andere Perspektiven und Höhenflüge – kurzum sie fesseln und sind dazu auch noch von großem Nutzen. Das sieht der Autor Gavin Francis in seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Verbundenheit“ ebenso. Dort erzählt er von seinen langen und intensiven Reisen zu Ländern und Orten, die ihm ganz besondere und außergewöhnliche Brücken-Erlebnisse geschenkt haben,
Aufgeteilt in Kapitel, die einen zeitlichen, ebenso wie einen inhaltlichen Rahmen vorgeben, beginnt er mit seiner Kindheit der 1980er-Jahre in Schottland. Gefolgt von vier Jahrzehnte umspannenden Beschreibungen, die in mehr als zwanzig Länder führen und 25 Brücken weltweit in den Blick nehmen: von der Engelsbrücke in Rom und der Rialto Brücke in Venedig über die Bosporusbrücke und die Öresundbrücke bis zur Brooklyn Bridge in New York und zur Harbour Bridge in Sydney.
Die Entstehungsgeschichten sind spannend und manchmal abenteuerlich – die älteste noch existierende und genutzte Brücke steht übrigens in der Türkei in Izmir und wurde vermutlich 850 v. Chr. gebaut.
Aber was hat der Film Vertigo des Regisseurs Alfred Hitchcock mit Brücken gemeinsam? Auch das erfährt man in diesem Buch, das zudem jedes Erbauungsjahr, die Größe der Brücke und die Grenze, die sie zieht, vor jedem Artikel in Kurzform bereitstellt.
Und beim Eintauchen in die historischen, politischen Kulissen und persönlichen Begegnungen fühlt man sich von der erzählerischen Kunst des Autors, der auch Mediziner ist, richtig gepackt. Ihm gelingt es mit seinem Buch, die faszinierende Welt des Brückenbaus, die Motivationen, die Konflikte und die zugrunde liegenden gesellschaftlichen und politischen Themen kunstvoll zu verbinden: Was hat der Brückenbau für unsere Zivilisation bedeutet? Wie bereichert er seit Jahrhunderten unser Leben? Und welchen Preis bezahlen wir, wenn Brücken eingerissen oder gar vergessen werden?
Sein Buch taucht tief ein in echte und symbolische Brücken, nimmt uns mit auf eine aufregende Weltreise und zeigt uns, wie bedeutend es wäre, wenn die Welt sich wieder auf das Gemeinsame statt auf das Trennende oder Zerreißende konzentrieren könnte.
Eine faszinierende Lektüre für Neugierige, die über ihren Horizont hinaus etwas von der Welt, in der wir leben, erfahren möchten.
Gavin Francis ist Arzt und preisgekrönter Buchautor. Er hat zehn Sachbücher verfasst, darunter ›Inseln: Die Kartierung einer Sehnsucht‹ (DuMont 2021), das auf der Bestsellerliste der Sunday Times stand. Seine Werke wurden in 19 Sprachen übersetzt. Er schrieb Artikel für den Guardian, die Times, den New York Review of Books und den London Review of Books. Er ist Fellow der Royal Society of Literature. Gavin Francis lebt in Edinburgh. (Foto: © Chris Austin)
Eine kurze Geschichte über Verbundenheit
Autor: Gavin Francis
Übersetzung: Sofia Blind
Seiten: 304
Erscheinungstag:
12.05.2026
ISBN:978-3-7558-2024-6
Verlag: www.dumont-buchverlag.de







