Ein Herz voller Seele: Zum Tode von Jeff Beck

Jeff Beck, der gefeierte Gitarrist, der bei den Yardbirds spielte und die Jeff Beck Group gründete, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Beck starb am Dienstag, nachdem er „plötzlich an einer bakteriellen Meningitis erkrankt war“, bestätigte ein Vertreter seines Labels. „

Beck wurde oft als einer der größten Gitarristen aller Zeiten bezeichnet. Seine Finger und Daumen lies der als eifriger Innovator bekannte Musiker für 7 Millionen Pfund versichern. Er war ein Pionier des Jazz-Rock, experimentierte mit Fuzz- und Verzerrungseffekten und ebnete den Weg für Sub-Genres wie Psych-Rock und Heavy Metal. Achtmal wurde Beck mit dem Grammy ausgezeichnet. Für seinen herausragenden Beitrag zur britischen Musik bekam er den begehrten Ivor Novello Award. In die Rock and Roll Hall of Fame wurde er gleich zweimal aufgenommen, als Solokünstler und Mitglied der Yardbirds.

Bereits Minuten nach Bekanntwerden der Nachricht seines Todes zollten ihm zahlreiche Musiker und langjährige Freunde Tribut, unter ihnen Ex-Led-Zeppelin- und Yardbird-Mitglied Jimmy Page, Mick Jagger und Dave Davies.

Beck wurde 1944 als Geoffrey Beck in Wallington im Süden Londons geboren. Als Kind sang er im Kirchenchor. Nach dem kurzzeitigen Besuch einer Kunsthochschule in London stieg Beck bei Screaming Lord Sutch ein, bis Jimmy Page ihn als Ersatzmann für Eric Clapton empfahl, der kurz zuvor die Yardbirds verlassen hatte. Viele ihrer größten Hits hatten die Yardbirds während der kurzen Zeit, die Beck bei der Band war, darunter das Album „Yardbirds“ aus dem Jahre 1966 und die Hits „Heart full of Soul“ und „Shapes of Things“. Aufgrund von Spannungen in der Gruppe verließ Beck die Yardbirds bereits nach 20 Monaten.

1968 brachte Beck sein Solo-Debütalbum „Truth“ heraus, auf dem er Blues und Hardrock zu einer prototypischen Version des Heavy Metal verband. Ein Jahr später erschien sein Album mit der Jeff Beck Group „Beck-Ola“. Ein schwerer Autounfall, bei dem er eine Kopfverletzung erlitt, führte dazu, dass seine vielversprechende Solokarriere vorübergehend ins Stocken geriet. 1970 gründete er die Jeff Beck Group mit neuer Besetzung und veröffentlichte zwei Alben, auf denen bereits seine ersten Vorstöße in den Jazz-Fusion-Sound zu hören sind, für den er nur wenig später bekannt werden sollte.: „Rough and Ready“ (1971) und „Jeff Beck Group“ (1972).

Auf dem von George Martin produzierten Album „Blow by Blow“, das in den USA mit Platin veredelt wurde und Platz 4 der Charts erreichte, wandte er sich in den folgenden Jahren ganz der Jazz-Fusion zu: Auch die erfolgreichen Fusion-Alben „Wired“ (1976) und „There and Back“ (1980) zeigen einen eigenwilligen, höchst experimentierfreudigen Beck.  

In den 1980-er Jahren verlor seine Karriere an Schwung, was zum Teil seinem Tinnitus-Leiden geschuldet war. In diesem Jahrzehnt trat er nur noch sporadisch in Erscheinung, wenngleich alle diese Projekte bemerkenswert waren. 1985 meldete er sich mit „Flash“, seinem ersten Soloalbum seit fünf Jahren zurück, das hauptsächlich gesungene Popsongs enthielt und insofern eine radikale Abkehr von seinem weitgehend instrumentalen Schaffen der 70er Jahre brachte. Sein letztes Soloalbum für ein Jahrzehnt lang sollte „Jeff Beck’s Guitar Shop“ aus dem Jahre 1989 sein.

In den 2000-er und 2010-er Jahren brachte Beck, der seit 1976 auf einem Landgut in East Sussex lebte, nur noch eine Handvoll Alben heraus, von denen wohl keines im Gedächtnis bleiben wird. Stattdessen spielte er aber zunehmend die Rolle eines einflussreichen und erfolgreichen „Elder Statesman“ und trat gelegentlich mit Musikern wie Kelly Clarkson, Joss Stone und Imelda May auf.   

Becks letztes Projekt war „18“ ein merkwürdiges und uneinheitliches Album mit Johnny Depp, das Songs aus der Feder von Depp und Coverversionen von Marvin Gaye, Velvet Underground und anderen Klassikern enthielt.

Foto: Mandy Hall

Mandy Hall, CC BY 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by/2.0, via Wikimedia Commons

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Hans Kaltwasser
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