Drei Buchtipps, die bewegende menschliche Schicksale, Spannung, Humor und jeweils eine lesenswerte Lektüre versprechen.
Jenseits des Grünen Flusses
Ismets Kindheit ist erfüllt mit Abenteuern, die er mit seinem Freund Emir am Grünen Fluss erlebt hat. Die Schule, ein Ort, an dem er sich wohlfühlte. Dieses Gefühl der Geborgenheit wurde an jenem schrecklichen Tag jäh zerschmettert – als serbische Polizisten seinen Vater töteten und Ismet gezwungen war, das Grauen mit eigenen Augen zu sehen. Ein Trauma, von dem er sich lange nicht erholen konnte.

Jetzt, zehn Jahre später und nach schlimmen Fluchterfahrungen, studiert der bosnische Student an der Universität Sarajevo. Sein psychischer und physischer Zustand ist jedoch suboptimal. Ismet leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung, ohne sich dessen bewusst zu sein. Erst als er sein Studium abbricht und während seiner gerade aufgenommenen Arbeit als Bäckergehilfe zusammenbricht, hilft ihm sein Nachbar und erklärt, dass es Panikattacken sind.
Trotz der Schatten seiner Vergangenheit entdeckt Ismet jetzt einen hellen Funken Hoffnung und neue Unterstützung. Dieser bewegende Roman erzählt von der Kraft des Widerstands und davon, wie unsere Geschichte uns alle formt – und wie wir daraus unseren eigenen Weg finden können.
„Jenseits des Grünen Flusses“ ist Mirza Klimentas Debüt, das die düsteren Narben des Krieges und zugleich die magische Kraft der Versöhnung in den Mittelpunkt rückt. Ein spannendes und zugleich nachdenkliches Buch, das mit einem hoffnungsvollen Ende Mut schenkt. Wer sich für die menschlichen Geschichten hinter Flucht, Identität und Traumabewältigung interessiert, findet hier ein tief bewegendes Werk, das heute besondere Relevanz besitzt.
„Jenseits des Grünen Flusses“ von Mirza Klimenta ist am 17. September 2025 .
Your ticket is not guilty
Tag für Tag steigen unzählige Menschen in die Bahn, um zu ihrem Job, ins Urlaubsparadies oder einfach irgendwohin zu reisen. Verspätungen sind oft die fiesen Spielverderber, die uns Anschlusszüge verpassen und wichtige Termine platzen lassen. Gar nicht witzig!

Im Gegensatz dazu bringt Max Spöckers Buch „Your ticket is not guilty“ die Leser umso mehr zum Lachen. Mit einem Augenzwinkern nimmt er uns mit auf die spannenden und witzigen Abenteuer, die das Bahnreisen so einzigartig machen. Das kann bereits beim Kartenkauf an einem Ticketautomaten beginnen. Endlich das Ticket in der Hand – doch der Zug? Der ist längst abgefahren, es sei denn, er gönnt sich eine mehrstündige Verspätung!
Es ist erst richtig angenehm, mit der Bahn zu fahren, wenn man einen Sitzplatz hat. Aber mal ehrlich: Am Gangplatz oder am Sechsertisch ist Ruhe natürlich ein Fremdwort! Manchmal versteht man die Durchsagen kaum – und das liegt nicht nur am Lärm, sondern auch an den absurden Ansagen selbst. Der Autor hat da seine Theorien, warum das so ist. Die Bahn möchte ihren Fahrgästen ein wenig Spaß bei der Bahnfahrt bereiten oder aber die dreitägige Weiterbildung reicht nicht aus, um fehlerfreie und verständliche Durchsagen zu formulieren lernen.
Kaum ist das Thema vom Tisch, sprießen neue Absurditäten wie Pilze aus dem Boden, sobald es um die Gründe für Zugverspätungen geht. Dazu liefert der Autor ein wirklich amüsantes und kniffeliges Quiz. Jetzt heißt es detektivisch herauszufinden, welche Durchsagen echt sind und welche nur der Fantasie des Autors entsprungen sind – auf die Quizteilnehmer*innen warten je Menge Überraschungen!
Weitere offene Fragen tauchen auf wie „Gefriert ein rohes Ei in einem deutschen Zug oder schmilzt es?“ „Warum bedeutet »reserviert« nicht automatisch, dass der Platz dann auch wirklich nicht frei ist?“ Das ist doch irgendwie verwirrend, oder? Und was haben die Tarifoptionen mit Quantenphysik zu tun?
Mehr wird nicht verraten – aber eins ist sicher: Bei der nächsten Fahrt darf dieses Buch als treuer Begleiter in der Tasche nicht fehlen! Versprochen, die Fahrt wird ein echtes Vergnügen – sogar noch lustiger als gedacht! Und mal ehrlich: Verspätungen? Die nimmt man hier mit einem Augenzwinkern gerne in Kauf, denn dieses Buch sprüht vor haarsträubenden, lustigen Geschichten aus dem wilden Alltag der Deutschen Bahn.
Erschienen im September 2025 bei yes Publishing
ISBN: 978-3-96905-389-8
Max Spöcker ist der weltweit anerkannte Experte für unfreiwillige Langzeitaufenthalte in defekten Regionalzügen. Nach seinem dualen Studium der Bahnkunde und Fahrgastpsychologie an der Hochschule für Mobilitätsillusionen spezialisierte er sich in Verspätungsprognostik, Gleiswechsel-Algorithmik und Bahnschaffner-Tarntechniken. Er war jahrelang als Fahrplan-Illusionist für die Deutsche Bahn tätig, bevor er in die freie Forschung wechselte und das Institut für angewandte Wartezeitverkürzung gründete. Dort entwickelte er unter anderem die Gleisbruch-Formel, mit der man berechnen kann, wie oft ein Zug ausfällt, wenn man wirklich dringend ankommen muss.
Blaufalter von Sascha Michael Campi
Linda Stahl, die junge Regionaljournalistin aus Bern, ist sehr stolz darauf, einen Schriftsteller als Großvater zu haben. Auch wenn ihre Liebe zu ihm nicht allein darauf beruht, ist seine Offenheit, Klugheit und das Interesse an ihrer Arbeit für sie so liebenswert. Als sie schließlich seinem Beispiel folgt und ebenfalls Buchautorin werden möchte, ist der Bestsellerautor Maximilian Stahl sehr berührt.

Doch als er hört, dass er die Hauptrolle im Buch spielt, trifft ihn der Schock wie ein Blitz! Auch seiner Familie gegenüber hatte er seine Vergangenheit nie offenbart. Denn die klingt wie aus einem Kriminalroman: Der Großvater verbrachte mehrere Jahre in der berüchtigten ehemaligen Jugenderziehungsanstalt Aarburg, einer Festung im Kanton Aargau.
Als Maximilian Stahl brutal ermordet wird, stürzt sich Linda, von Schuldgefühlen wegen des Todes ihres Opas geplagt, auf die Jagd nach dem geheimnisvollen Manuskript „Blaufalter“. Dieses hatte ihr Großvater als junger Mann in der Jugenderziehungsanstalt verfasst und wurde ihm kurz vor seiner Entlassung auf gewaltsame Weise entwendet.
Der Mord an dem Schriftsteller ist nur der Anfang. Und schon bald muss Linda ebenfalls um ihr Leben fürchten, als sie sich nicht beirren lässt und in den Besitz von Aufzeichnungen ihres Opas über diese Zeit in der Festung gekommen ist.
Dem Berner Krimiautor Sascha Michael Campi gelingt ein spannender Kriminalroman zwischen Fiktion und Realität, der unter die Haut geht. Die wahren Begebenheiten beleuchten ein dunkles Kapitel aus der Geschichte der ehemaligen Jugenderziehungsanstalt Aarburg.
Das Nachwort des Psychotherapeuten Werner A. Disler, der als ehemaliger Erzieher die Jugenderziehungsanstalt Aarburg von innen kennt, zeigt ebenso eindrücklich, wie die Jugendlichen in diesem Heim missbraucht wurden und ihnen die Chance auf ein besseres Leben durch fehlende Förderung und Erziehung verwehrt blieb.
ISBN/Bestellnummer: 9783858203755 | Verlag: Neptun
Sascha Michael Campi
Sascha Michael Campi, geboren 1986 in Aarau. Als Krimiautor und Kolumnist, spezialisiert auf die Themen „Crime & Art“, im In- und Ausland tätig. Präsident von Krimi Schweiz, dem Verein für Schweizerische Kriminalliteratur und verantwortlich für die Organisation des Schweizer Krimifestivals. Mitglied im Berner Schriftstellerinnen und Schriftsteller Verein sowie im Syndikat, dem Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur. Sein Herz schlägt für Sport, Fitness, Literatur, seine zwei Katzen und die Stadt Bern.







