Drei Ausstellungen – drei Künstlerinnen

Atemberaubende Werke von Künstlerinnen, die als Malerinnen oder Fotografin ihren weiblichen Blick auf die Gesellschaft oder Natur gerichtet haben. Im Kunstmuseum Ravensburg ist eine Ausstellung der niederländischen Künstlerin Jacqueline de Jong zu sehen, die als eine wichtige Vertreterin der europäischen Nachkriegsavantgarde gilt. Anita Albus präsentiert in der Kunsthalle Kiel ihre in höchster Präzision gemalten Werke, in denen sie sich mit seltenen und ausgestorbenen Arten der Tier- und Pflanzenwelt beschäftigt. Und Dayanita Singh tanzt im Gropius Bau mit ihrer Kamera und überwindet immer wieder die Grenzen des Mediums.

JAQUELINE DE JONG: THE ULTIMATE KISS

Die niederländische Künstlerin Jacqueline de Jong (* 1939) zählt zu den wichtigsten
Künstlerinnen der europäischen Nachkriegsavantgarde. Die im internationalen Zusammenschluss umgesetzte, erste museale Einzelausstellung de Jongs in Deutschland gibt Einblick in ihr kraftvolles malerisches Œuvre und ihre unbeugsame aktivistische Haltung, von den Anfängen in den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart. Jacqueline de Jong hat Avantgarde – Netzwerken wie der Situationistischen Internationale eine der wenigen weiblichen Stimmen verliehen und stand im engen Austausch mit Künstlern der Gruppe SPUR und ehemaligen Mitgliedern der Künstlergruppe CoBrA, die einen Schwerpunkt der Sammlung Selinka des Kunstmuseums Ravensburg bilden.

Im Laufe ihrer sechs Jahrzehnte umspannenden Karriere verweigert sie sich jeglicher statischen Etikettierung und gestaltet ein rebellisches malerisches, druckgrafisches und skulpturales Œuvre. Jacqueline de Jongs Arbeiten thematisieren ebenso erzählerische Sequenzen zeitgenössischen Lebens wie gesellschaftspolitische Konflikte und vereinen das Menschliche mit dem Monströsen, die Tragödie mit der Komödie.

Ab 11.3. zu sehen im Kunstmuseum Ravensburg

Wildes, Wüstes, Wunderschönes

Abb.: Anita Albus, Sperbereule am Birkenwald, 2004 © Anita Albus / Karl-Walter Breitling und Charlotte Breitling-Stiftung, Foto: Sönke Ehlert

In Wildes, Wüstes, Wunderschönes ist Anita Albus das ganze Jahr mit ihren in höchster Präzision gemalten Werken präsent, in denen sie sich mit seltenen und ausgestorbenen Arten der Tier- und Pflanzenwelt beschäftigt.

Die Ausstellung zeigt anhand von Pflanzen- und Landschaftsdarstellungen sowie Arbeiten aus organisch-vergänglichen Materialien in vielfältiger Weise auf, wie sich Künstler*innen mit Themen der Natur und dem Verhältnis des Menschen zu ihr auseinandersetzen. Materialität und Wirklichkeitsbeobachtung ist auch Thema der Stilllebenmalerei, die die Ausstellung anhand von Positionen der Malerei und der Fotografie vorgestellt. Zu den weiteren Themen dieser Sammlungspräsentation gehört – ebenfalls ausgehend von Anita Albus – die Rolle von Künstlerinnen.

Zu sehen in der Kunsthalle Kiel

Dayanita Singh: Dancing with my Camera

Dayanita Singh, Museum of Chance, 2013 © Dayanita Singh

Vom 18. März bis zum 7. August 2022 ist im Berliner Gropiusbau die Ausstellung „Dayanita Singh: Dancing with my Camera“ zu sehen. Dayanita Singh faszineirt mit ihren Fotografien, weil sie als Künstlerin eine besondere Definition entwickelt hat, wie und was Fotografie heute sein kann. Mit ihren Fotografien entzieht sie sich den Genres und lotet die Grenzen des Mediums aus und schafft ganz eigene Darstellungsformen und Verbreitungswege. Die Ausstellung im Gropius Bau wird nun zum ersten Mal Dayanita Singhs Schaffen in seiner Gesamtheit präsentieren und nachzeichnen.

Ab 18. März im Gropius Bau Berlin

Titelbild: Jacqueline de Jong, Chemin Perdu de la Chasse Frustrée, 1987, Öl auf Leinwand, 190 x 290 cm, Privatsammlung, London, Courtesy Pippy Houldsworth Gallery, London, Foto: Gert Jan van Rooij

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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