Jennifer (Jessica Chastain), geschieden und kinderlos, brennt für ihre Kulturstiftung, die sie betreut. Sie verleiht ihr in der Welt der amerikanischen High Society eine besondere Stellung. Doch in den ersten Szenen des Filmdramas DREAMS – GEFÄHRLICHES VERLANGEN ist Jennifer zunächst nicht zu sehen. Vielmehr dringen in die dunkle Nachtszene von irgendwoher Hilferufe.
Es öffnet sich die Tür eines Lasters und Menschen stolpern heraus, wobei sich ein junger Mexikaner von der Gruppe entfernt und alleine auf den Weg macht. Er hat Hunger und ist durstig, aber selbst die Bedienung des bescheidenen Eateries an der Highway hat nichts für ihn übrig. Doch schließlich landet der junge Tänzer Fernando (Isaac Hernandez) bei der nicht nur reichen, sondern auch attraktiven Jennifer in San Francisco, die mit ihrer Stiftung insbesondere auch Tanzprojekte unterstützt.
Jennifer verliebt sich in den talentierten Tänzer, der voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft und eine Tänzerkarriere den Weg über die Grenze gewählt hatte. Als Fernando nach einigen Tagen verschwindet, sucht sie verzweifelt nach ihm, ohne ihre scheinbar ruhige Fassade zu verlieren. Sie ist besessen davon, mit Fernando zusammen sein zu können.

Regie führte der mexikanische Regisseur Michel Franco, der auch das Drehbuch zum Film DREAMS – GEFÄHRLICHES VERLANGEN verfasste. Der preisgekrönte Filmemacher wurde 1979 in Mexiko-Stadt geboren und seine Filme haben dazu beigetragen, dass das mexikanische Kino weltweit an Bedeutung gewonnen hat. Einer seiner jüngeren Spielfilme, MEMORY, feierte auf den Filmfestspielen von Venedig 2023 im Wettbewerb Premiere.

Mit „Dreams – gefährliches Verlangen“ beleuchtet er die Beziehung zweier Menschen, deren Machtverhältnis sich im Verlauf des Films verschiebt. Jennifer besitzt zwar das für den Tänzer wichtige gesellschaftliche Ansehen und durch ihre Stiftung Macht, die sie für ihn auch ausspielt. Auf der Gefühlsebene jedoch ist sie deutlich verloren. Sie gerät in eine Abhängigkeit zu ihm und muss darum kämpfen, nicht ihre Würde zu verlieren. Doch die Machtebenen verschieben sich erneut, denn der Tänzer hält sich illegal in den USA auf. Helfen würde da vielleicht eine Green Card, die Jennifer ihm besorgen könnte, wenn…
Die Verletzlichkeit des Menschen zeigt sich besonders dort intensiv, wo ein Mangel besteht. Bei Jennifer ist es ihre emotionale Bedürftigkeit, bei Fernandez die existentielle, bedingt durch seinen Status und die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko.

Dem Regisseur gelingt in seinem Film, diese Themen miteinander zu verweben und faszinierend zu erzählen, wie eine anfänglich starke körperliche Anziehung und große Sympathie kippt und einem bedrohlichen Kampf weicht.
Die gefeierte Schauspielerin Jessica Chastain wurde bereits mit einem Oscar®, einem Golden Globe und mehr ausgezeichnet. Sie brilliert in der Rolle der selbstbewussten und gefassten Frau, die hinter ihrer Fassade eine leidenschaftliche Seite verbirgt. Isaac Hernández, Solotänzer am American Ballet Theatre, ist ein weltweit gefeierter Künstler und Visionär. An der Seite von Jessica Chastain zeigt er neben seiner beeindruckenden Tanzkunst erstmals sein darstellerisches Talent. Ein Meisterwerk, das ab heute die Leinwände erobert!
Titelbild: Jennifer (Jessica Chastain) (© Teorema 2025)







