Diesen Sommer springen wir

Plötzlich war er verschwunden! Der Ehemann und Vater von vier Kindern war nicht mehr da und niemand wusste, wo er sich aufhielt. Er war nicht tot, aber auch nicht mehr inmitten seiner Familie und machte aus ihr eine trostlose Gemeinschaft. Olive, die älteste Tochter, wünscht sich manchmal, dass ihr Vater an einem Herzinfarkt gestorben wäre. Dann wäre der Trauerfall nach fünf Jahren, die jetzt vergangen sind, zu wehmütigen Erinnerungen und Gesprächen zwischen der Familie geworden. Ihre Mutter hätte der Familie liebevoll unter die Arme greifen können, sowohl tröstend als auch tatkräftig. Stattdessen hat die Ungewissheit sie im wahrsten Sinne gelähmt. Sie kann nicht mehr gehen, obwohl sie an keiner körperlichen Krankheit leidet, ist sie an den Rollstuhl gefesselt. Auch fünf Jahre danach, seit die Polarlichter die Nacht mit funkelnden Farben verzauberten und ihr Vater verschwand.

Seither ist die Anders-Familie nicht darüber hinweggekommen, und das gesamte Dorf weiß davon. Kein Wunder, denn es ist klein und besitzt weder eine Schule oder einen Kindergarten, keinen Arzt, keine Polizei noch einen Bahnhof. Olive jedoch geht mit ihren Gefühlen in ganz besonderer Weise um, sie verdrängt sie und auch als sie mehr über ihren Vater erfährt, erzählt sie ihrer Familie nichts davon. Nur Ben, der Bruder ihrer besten Freundin kennt ihr Geheimnis

Das Dorf will das fünfjährige Ereignis rund um die Polarlichter feiern, doch was ist mit der Anders-Familie? Die wird zunächst mit Fragen eines Klatschreporters drangsaliert, und als ein Bericht in der Zeitung einige Tage vor dem Fest erscheint, verschwindet Olives kleiner Bruder Kjell. Wird er gefunden, und gibt Olive endlich ihr Geheimnis preis?

Der Roman „Diesen Sommer springen wir“ der Autorin Alexandra Blöchl hat alles, was ein moderner Roman braucht: eine warmherzige und lebendige Sprache, eine tiefgehende Story sowie eine Hauptfigur, die dem Leser sofort ans Herz wächst. Unbedingt lesenswert!

Diesen Sommer springen wir

Autorin: Alexandra Blöchl

Im Verlag Piper am 3. Juli erschienen

Ingrid
Ingrid

Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen.
Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.

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