Die besten Wikinger Filme aller Zeiten

Wikinger Filme sind in. Die wilden Krieger aus dem Norden, die vom 9. bis 11. Jahrhundert mit ihren Langschiffen in See stachen und auf ihren Plünderungszügen durch Europa Angst und Schrecken verbreiteten, haben schon viele Regisseure inspiriert. Jüngstes Beispiel ist Robert Eggers‘ Wikinger-Film „The Northman“, der am 21. April 2022 in die Kinos kommt. Eggers ist bekannt als Regisseur bemerkenswerter und atmosphärisch dichter Historienfilme wie „The Witch“ und „Der Leuchtturm“, so dass man ein bildgewaltiges, emotional intensives historisches Drama erwarten kann. Genau das verspricht jedenfalls der veröffentlichte Trailer zum Wikinger-Epos „The Northman“, der mit Anya Taylor-Joy, Willem Dafoe, Ethan Hawke, Björk und Nicole Kidman prominent besetzt ist.

Wikinger Filme liegen im Trend

Mit seinem Wikinger-Film, der auf einer altnordischen Saga beruht, die Shakespeares zu seiner Tragödie Hamlet inspirierte, liegt Eggers durchaus im Trend der Zeit. Die Netflix-Serien „Vikings“ und „The Last Kingdom“ haben bereits heute Kultstatus. Doch die rauen Kerle aus dem hohen Norden haben die Filmbranche schon lange bevor die Netflix-Serien Kritiker und Zuschauer begeisterten immer wieder fasziniert.

Wir bringen im Folgenden eine kleine Auswahl der schönsten Wikinger Filme:       

Erik der Eroberer (1961)

Wikinger-Film: Erik der Eroberer
  • Regie: Mario Bava
  • Darsteller: Cameron Mitchell, Giorgio Ardisson, Alice und Ellen Kessler
  • Drehbuch: Oreste Biancoli, Piero Pirotti, Maro Bava
  • Kamera: Mario Bava, Ubaldo Terzano
Storyline

Zwei Wikingerkinder werden während eines Massakers, das die Engländer in ihrem Dorf an der schottischen Küste anrichten, getrennt. Während Erik (Giorgio Ardisson) von der Königin als illegitimer Erbe des englischen Throns aufgezogen wird, wächst Eron (Cameron Mitchell) in Norwegen zu einem wilden Krieger und später zum Führer der Wikinger heran. Zwanzig Jahre nach ihrer Trennung treffen die beiden Brüder in einem tödlichen Kampf um die Vorherrschaft in England aufeinander, ohne ihre wahre Herkunft zu erahnen.

Kommentar

Das italienische Kino der frühen 1960er-Jahre spezialisierte sich gerne auf die Wiederverwertung von Hollywood-Hits. Nach dem Erfolg von Richard Fleischers „Die Wikinger“ aus dem Jahre 1958 inspirierten die sagenumwobenen Krieger aus dem Norden die italienischen Produzenten. Regie bei diesem Streifen führte der legendäre Regisseur Mario Bava, der als Lehrmeister von Quentin Tarantino und Tim Burton gilt. Er lief immer dann zur Hochform auf, wenn kostengünstige Spezialeffekte gefragt waren, weil das Budget klein war und der Film in der Produktion, nicht aber in der Wirkung seiner Bilder billig sein sollte. „Erik der Eroberer“ist für diese kreative Arbeitsweise ein gutes Beispiel. Bava nutzte jeden Trick aus seinem reichen Repertoire, um eine überlebensgroße Geschichte zu erschaffen, darunter auf Glas gemalte Landschaften, Miniaturen, Fototricks wie das Aufkleben von Bildern aus Zeitschriften auf die Kameralinse, um stolze Burgen und schroffe Klippen zu erschaffen, die in Wirklichkeit nicht existierten. Kämpfe wie das Massaker im Wikingerdorf zu Anfang des Films werden entweder in extremen Nahaufnahmen inszeniert, um den Mangel an Größe zu kaschieren, oder in Fernaufnahmen, um die für die Szenen verwendeten Doppelgänger zu verbergen.  

Von der Handlung bis zur Wiederholung von Szenen, vom Abspann bis zum finalen Angriff auf die Burg weist „Erik der Eroberer“ zwar auffällige Ähnlichkeiten mit seinem großen US-Cousin „Die Wikinger“ auf. Doch dank der farbenprächtigen Kinematografie und der hohen handwerklichen Qualität ist der Film auch heute noch herrlich anzusehen und bietet gute Unterhaltung.


Der 13te Krieger (1999)

Kein Blockbuster der Wikinger-Filme: Der 13te Krieger
  • Regie: John McTiernan, Michael Crichton
  • Darsteller: Antonio Banderas, Vladimir Kulich, Dennis Storhøi, Richard Bremmer, Omar Sharif
  • Drehbuch: William Wisher Jr., Warren Lewis
  • Kamera: Peter Menzies Jr.
Storyline

Der arabische Dichter und Gelehrte Ahmad Ibn Fadlãn (Antonio Banderas) hat die Frau eines anderen begehrt, fällt in Ungnade und wird zur Strafe als Botschafter des Kalifen zu einem an der Wolga ansässigen, barbarischen, aber großherzigen Wikingerstamm gesandt. Dort trifft er den jungen Wikingerprinzen Buliwyf. Eine Wahrsagerin verkündet, dass dreizehn Krieger ausziehen müssen, um die Stammesgebiete in Skandinavien von den bösen Wendols zurückzuerobern, einer marodierenden Horde von Kannibalen, die sich in Bärenfelle kleiden und keine Gefangenen machen. Aber, so fügt sie hinzu, der dreizehnte Krieger darf kein Nordländer sein. Deshalb wird Ibn Fadlãn mit einem heidnischen Ritual unfreiwillig rekrutiert. Zu Beginn der gefährlichen Reise ist der junge Araber verwirrt, das grobe Verhalten der widerspenstigen Nordmänner beleidigt ihn. Doch je mehr Widrigkeiten sie auf ihrer Reise gemeinsam überwinden, desto mehr bewundert er ihre Stärke. Auch die übrigen Wikinger lernen ihn bald besser kennen, respektieren ihn allmählich und behandeln ihn als Mitglied ihrer Gruppe. Und Ibn Fadlãn lernt nicht nur die Sprache der Wikinger, sondern entdeckt auch, dass in ihm dem feinsinnigen Dichter ein mutiger Kämpfer und großer Krieger steckt.

Kommentar

Die Verfilmung von Michael Crichtons Roman „Schwarze Nebel“ durch John McTiernan stand unter keinem guten Stern. Die Produktionsarbeiten gestalteten sich schwierig. Zeitaufwendige Nachdrehs verzögerten immer wieder den Filmstart. Streitigkeiten zwischen Regisseur und Autor sorgten dafür, dass Crichton schließlich selbst die endgültige Fassung fertigstellte.

Beim Testpublikum und bei den meisten Kritikern kam der Wikinger Film nicht gut an. Kein Wunder, dass „Der 13te Krieger“ an den Kinokassen floppte. Zu Unrecht. Denn der Film wartete mit einer All-Star-Besetzung auf, angeführt von Antonio Banderas, der die Rolle des Ahmad Ibn Fadlãn großartig spielte. McTiernan filmte den Großteil der rasanten Actionszenen mit Handkameras, was dem Film ein lebendiges, realistisches Gefühl verleiht. Die stark von Kurosawas Samurai-Filmen inspirierten, meist bei Nacht oder im Regen stattfindenden Kämpfe wurden an Drehorten in British Columbia eindrucksvoll inszeniert. Besonders spannend ist eine Sequenz, in der Ahmad Ibn Fadlãn und seine Wikingergefährten in das unterirdische Versteck der Wendols eindringen.

Eine der größten Stärken des „Der 13te Krieger“ ist, dass er das relativ gängige Narrativ des Einwanderers auf den Kopf stellt. Der Protagonist ist ein widerwillig Reisender, der gezwungen ist, sich an eine völlig fremde Kultur anzupassen oder zu sterben. Ahmad Ibn Fadlãn, der weder ein Krieger noch ein Abenteurer ist, wird plötzlich in eine fremde Welt hineingezogen, die er nicht versteht, und kämpft gegen einen Feind, von dessen Existenz er nicht einmal überzeugt ist. Zu Beginn erscheinen ihm, dem edlen und kultivierten Adeligen aus Arabien, die Nordmänner als vulgäre, unsaubere, gewalttätige und unzivilisierte Barbaren. Als er gezwungen wird, mit ihnen zu reisen, muss er ihre Sprache, ihren Glauben und Kriegerkodex lernen und sieht sie in einem ganz anderen Licht. Mit seinen traditionellen arabischen Gewändern legt er seine Vorurteile ab und ist stolz darauf, zu ihnen zu gehören.


The Last King – Der Erbe des Königs (2016)

Großartig gefilmter Wikinger-Film: The Last King
  • Regie: Nils Gaup
  • Darsteller: Jakob Oftebro, Kristofer Hivju, Thorbjørn Harr
  • Drehbuch: Ravn Lanesskog
  • Kamera: Peter Mokrosinski
Storyline

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wird Norwegen von einem blutigen Bürgerkrieg zerrissen. Nach der Ermordung des Königs besteht die einzige Hoffnung der Nation auf Ruhe in einer friedlichen Übergabe der Macht an den neugeborenen, jedoch unehelichen Sohn des Königs Håkon Håkonsson. Als königliche Intriganten, die um die Macht konkurrieren, Truppen entsenden, um das Kind zu ermorden, riskieren zwei Bauernkrieger, Skjervald und Torstein ihr Leben, um den rechtmäßigen Erben zu schützen und zu verhindern, dass ihr Land in ein unvorstellbares Chaos stürzt. Nachdem die beiden Håkon auf einem Bauernhof versteckt haben, kehrt Skjervald zu seiner Familie zurück. Das macht ihn aber zu einem leichten Ziel für den intriganten Gisle (Pål Sverre Hagen), der die Krone für sich beansprucht. Eine Tragödie nimmt ihren Lauf, und bald ist Skjervald auf der Flucht, verzweifelt auf der Suche nach dem Kind, um es vor Gisles Männern zu schützen.

Kommentar

Man ahnt es schon: Erzählerisch hat „The Last King – Der Erbe des Königs“, bei dem der Norweger Nils Gaup Regie führte, nicht allzu viel zu bieten. Die dünne Geschichte wiegt Nils Gaup jedoch mit einer furiosen Verfolgungsjagd durch eine verschneite, trüb-düstere Gebirgslandschaft auf und die ist großartig und spannend gefilmt. Immer vorneweg die Birkebeiner Torstein (Kristofer Hivju), und Skjervald (Jakob Oftebro) samt Baby auf Skiern, dicht dahinter die Bagler auf ihren polternden Schlachtrössern, angeführt vom tumben Schlächter Orm (Nikolaj Lie Kaas). Es gibt mehr Skikämpfe als in einem James-Bond-Film. Die Krieger sind mit Langbögen bewaffnet, den Maschinengewehren der damaligen Zeit, die sich schnell spannen lassen und mit ihren Pfeilen fast immer tödlich sind. Äxte, Schwerter und scharfe Skistöcke vervollständigen die Bewaffnung. Es gibt gelegentliche Abstecher in die Politik und die Notlage von Kristina (Thea Sofie Loch Næss), der Tochter des toten Königs. Aber zum größten Teil sind wir in Bewegung, donnern durch den Schnee in einer Umgebung, die wenig Raum für Vergebung lässt.


Die Legende von Beowulf (2007)

Wikinger-Film basierend auf altenglischen Epos: Die Legende von Beowulf
  • Regie: Robert Zemeckis
  • Darsteller: Ray Winstone, Crispin Glover, Angelina Jolie, Anthony Hopkins, John Malkovich
  • Drehbuch: Neil Gaiman, Roger Avary
  • Kamera: Robert Presley
Storyline

Der Film basiert auf dem altenglischen Epos „Beowulf“, das um das Jahr 700 entstand und etwa um 600 in Skandinavien spielt. Beowulf (Ray Winstone) ist der Neffe des Königs der Gauten, eines Stammes in Südschweden, der über das Meer nach Dänemark reist, um eine Ehrenschuld seines Onkels gegenüber dem dänischen König Hrothgar (Anthony Hopkins) zurückzuzahlen. Er ist mit seinen vierzehn Kriegern gekommen, um das Volk von der zwölfjährigen Tyrannei des Unholdes Grendel (Crispin Clover) zu befreien, der Nacht für Nacht aus den Sümpfen steigt, um Hrothgars Met-Halle zu überfallen und seine Männer zu töten. Um das Königreich zu retten und das Herz der Königin Wealthow (Robin Wright Penn) zu gewinnen, tritt Beowulf ohne Waffen – kein Schwert kann die Haut des Monsters durchdringen – und nackt gegen Grendel an. In einem gewaltigen Kampf reißt Beowulf Grendel Arm und Schulter vom Leib. Das schwer verwundete Ungeheuer flieht in seine Höhle in den Sümpfen, um dort zu sterben. In der folgenden Nacht erscheint Grendels Mutter, um ihren Sohn zu rächen, und schlachtet Beowulfs Kriegerschar bis auf einen Mann ab. Beowulf ist gezwungen, sich ihr zu stellen, um das Land von seinem letzten Ungeheuer zu befreien. 

Kommentar

Bei seiner Erstveröffentlichung wurde „Die Legende von Beowulf“ nicht sehr gut aufgenommen, da das Publikum Probleme mit dem ästhetischen Stil des Films hatte. Die Performance Capture Technik verlieh den lebenden Schauspielern ein seltsames puppenhaftes Aussehen. Nichtsdestotrotz war der Film eine ehrgeizige Umsetzung der alten Legende und konnte mit einer hochkarätigen Besetzung aufwarten. Das Drehbuch von Gaiman und Avary verbindet die drei Kämpfe Beowulfs mit Grendel, Grendels Mutter und dem Drachen zu einer spannenden neuen Geschichte, die Begehren, Verrat und lebenslange Schuld in den Mittelpunkt stellt und den finalen Kampf des Helden mit dem Drachen eine Freudsche Bedeutung verleiht.

Der literarische „Beowulf“ ist  ziemlich kluges Zeug, mit dem sich Anglistikstudenten herumschlagen müssen, um ihren Pflichtschein in Altenglisch zu bekommen. „Belegen Sie bloß keinen Kurs, in dem Sie Beowulf lesen müssen“, hatte Woody Allen zu Diane Keaton im Film „Annie Hall“ gesagt, als diese überlegt, sich am College einzuschreiben. Vielleicht hat Robert Zemeckis‘ waghalsiger und unterhaltsamer Galopp zurück in die neblige literarische Vergangenheit dennoch manche dazu gebracht, sich anzumelden.


Walhalla Rising (2009)

Ein Wikinger-Film wie ein schweißtreibender Albtraum: Walhalla Rising
  • Regie: Nicolas Winding Refn
  • Darsteller: Mads Mikkelsen, Maarten Stevenson, Gordon Brown, Andrew Flanagan
  • Drehbuch: Nicolas Winding Refn, Roy Jacobsen
  • Kamera: Morton Søborg
Storyline

Schottland im Jahre 1000. In der trostlosen Wildnis hält ein Wikingerstamm Einauge (Mads Mikkelsen), einen stummen, mit übernatürlichen Kräften begabten Krieger, in einem Käfig gefangen und lässt ihn zur Belustigung des Stammes gegen Sklaven kämpfen. Mithilfe des Wikingerjungen Are gelingt Einauge die Flucht. Die beiden treffen auf eine Gruppe christlicher Kreuzfahrer, die sie einladen, sich ihnen auf dem Weg ins Heilige Land anzuschließen, um Jerusalem zu befreien. Einauge und der Junge gehen an Bord des Langschiffes und treten eine gefährliche, von dunklen Visionen überschattete Reise voller Entbehrungen, Hunger und Machtkämpfe an. Als sie nach einer langen Fahrt durch den Nebel vermutlich Amerika erreichen, wird alles noch dunkler und nichts ist so, wie sie es erwartet haben. Ohne Nahrung und Wasser und von den Einheimischen attackiert, sucht die Gruppe verzweifelt einen Weg nach Hause, angeführt von Einauge, dessen Visionen ihn als einen Propheten ausweisen. Während der Wahnsinn um sich greift, entbrennt ein höllischer Kampf ums Überleben.

Kommentar

Unter den dänischen Regisseuren ist Nicolas Winding Refn ein Außenseiter, der sich mit der gewalttätigen, urbanen Pusher-Trilogie einen Kultstatus erworben hat. „Walhalla Rising“ schnitt an den internationalen Kinokassen nicht besonders gut ab. In Deutschland fand er gar keinen Verleih und erschien nur als DVD. Trotzdem erhielt er hervorragende Kritiken und viel Lob für Mads Mikkelsen in der Hauptrolle des Einauge. Die leere Augenhöhle und der vernarbte, tätowierte Körper von Einauge sind beängstigend und zeigen eine verstörende Figur, die scheinbar nichts anderes kann, als dem Gegner verheerenden körperlichen Schaden zuzufügen. 

„Walhalla Rising“ ist ein schweißtreibender Albtraum, der vom Zuschauer verlangt, sich durch die fast stumme Oberfläche verstörender, metaphorischer Bilder zu graben, um zu der tieferen Bedeutungsebene zu gelangen. Morten Soborgs karge Kameraarbeit schafft eine gespenstige, halluzinatorische Kulisse; die Figuren bewegen sich in einer sirupartigen Zeitlupe, die gelegentlich von prophetischen Blitzen des kommenden Untergangs unterbrochen wird. Refn scheut sich nicht vor langen Sequenzen, in denen nicht viel passiert, und lässt die Landschaft für sich selbst sprechen. Dennoch enthält der Film vor allen in den ersten Abschnitten Szenen extremer Gewalt.

Das zentrale Rätsel des Films ist die Figur des Einauge. Ist er eine Inkarnation von Jesus Christus oder nur ein gottloser Heide, der für sein Unvermögen oder seine Weigerung, Gott zu erkennen, bestraft wird? Mikkelsen verrät es nicht, denn seine Figur spricht während des gesamten Films keine einzige Zeile. Aber sein sehendes Auge spricht Bände, ob er nun einen seiner Peiniger bei lebendigem Leibe ausweidet oder kühl die schmerzhaft fotografierte Landschaft der missglückten Landung betrachtet.


Die Wikinger (1958)

Klassiker der Wikinger-Filme: Die Wikinger
  • Regie: Richard Fleischer
  • Darsteller: Kirk Douglas, Tony Curtis, Ernest Borgnine, Janet Leigh, Frank Thring
  • Drehbuch: Dale Wasserman, Calder illingham
  • Kamera: Jack Cardiff
Storyline

Bei einem Überfall der Wikinger auf das Feldlager des Königs von Nordhumbrien tötet der Wikingerführer Ragnar (Ernest Borgnine) den König und vergewaltigt und schwängert die Königin Enid. Da es offiziell keinen Thronfolger gibt, gelangt  Aelle (Frank Thring), der Bruder des erschlagenen Herrschers, auf den Thron. Die Königin schickt ihren heimlich geborenen Sohn außer Landes, um ihn vor dem Zorn des machtgierigen Aelle zu schützen. Ihrem Kind bindet sie einen als Amulett getragenen Schmuckstein aus dem Knauf des königlichen Schwertes um den Hals. Doch Wikinger, angeführt von Ragnars engstem Freund, kapern das Schiff, mit dem das Kind zu Mönchen nach Italien geschafft werden soll, und nehmen es mit in ihr Dorf mit, wo es als Sklave heranwächst.

Zwanzig Jahre später kehrt Ragnar von einem Raubzug an der englischen Küste zurück. An Bord seines Drachenschiffes befindet sich neben reicher Beute auch Lord Egbert (James Donald), ein Vetter Aelles, der jahrelang mit den Wikingern gegen den Tyrannen konspiriert hat und jetzt des Hochverrats angeklagt, Zuflucht bei ihnen sucht. Im Wikingerdorf lernt der Engländer neben Einar, dem prahlerischen und ungestümen Sohn Ragnars, auch den Sklaven Erik (Tony Curtis) kennen, der das ihm bekannte Amulett um dem Hals trägt. Könnte Erik der lange vermisste wahre Thronfolger Nordhumbriens sein? Egbert ist die Herkunft Eriks schnell klar, doch er behält sein Wissen für sich. Beide Halbbrüder hassen einander zutiefst, müssen jedoch vorübergehend ein fragiles Bündnis eingehen, um ihre jeweiligen Pläne zu erreichen. Als die Wikinger auf Anraten Egberts die walisische Prinzessin Morgana (Janet Leigh), die Braut Aellas, entführen, um ein hohes Lösegeld zu erpressen, entfacht die exotische Schönheit des Mädchens die Begierde der beiden Männer und der schwelende Zwist droht in offenen Hass umzuschlagen. Doch die beiden Halbbrüder sind vorerst zu einem fragilen Bündnis gezwungen, um ihre jeweiligen Pläne zu erreichen, bevor sie schließlich in einem blutigen Duell aufeinandertreffen, das über ihr Schicksal entscheidet und über die Zukunft des englischen Throns.

Kommentar

1958 war es gar so nicht einfach, Kirk Douglas und Tony Curtis in einem Film zusammenzubringen. „Die Wikinger“ schafften das, indem das Drehbuch jeden von ihnen glauben ließ, er würde die Hauptrolle spielen. Aber in Wirklichkeit ist es die hasserfüllte Beziehung zwischen ihren Figuren, die dem Film seine dramatische Kraft verleiht. Mit Janet Leigh als libidinöses Objekt ihrer Begierde war die Traumbesetzung perfekt.

Die Charaktere des Films sind lebendig, die Darsteller sind stark. Besonders hervorzuheben sind Douglas in der Rolle des stolzen, lüsternen Einar und Frank Thring als verschlagener, feiger englischer König Aella. Die Schlachtszenen sind beeindruckend gefilmt und können es mit vielen modernen, CGI-lastigen Konkurrenten auch heute noch aufnehmen. Der aufwendig inszenierte Film hat alles, was man von einem klassischen Wikingerfilm erwartet – lärmendes Blutvergießen, finstere Rachepläne, exzessive Plünderungen, wilde, bärtige, marodierende Krieger, Blutfehden und epische Todesszenen. Zudem ist er ist um Authentizität bemüht, um die Details der Welt der Wikinger authentisch wiederzugeben, wenngleich es kleinere Schwächen gibt. Die Burg Aellas ist eine Festung aus dem 13. Jahrhunderts. Vergleichbare Wehranlagen gab es zu der Zeit, in der der Film spielt, nicht. Die Kogge, die Morgana zu Aella bringen soll und von den Wikingern gekapert wird, ist ein Schiffstyp, der erst im späten 13. Jahrhundert auftaucht. Auch die Rüstungen der Engländer entsprechen einer späteren historischen Epoche.

Wikinger-Film an Originalschauplätzen gedreht

Der Film wurde zum Teil an Originalschauplätzen gedreht, so zum Beispiel im Hardangerfjord in Norwegen. Harper Goff, der Schöpfer der Nautilus für Disneys 20.000 Meilen unter dem Meer, baute hierfür drei beeindruckende, funktionsfähige Langschiffe nach, auf denen Douglas, der sich weigerte, den Stuntleuten die Arbeit zu überlassen, einen der waghalsigsten Stunts seiner Karriere vollführt. Ein ganzes Wikingerdorf wurde errichtet und eine echte Burg komplett renoviert. Und wenn Curtis und Douglas im hochdramatischen Finale auf den Burgwällen bis zum Ende kämpfen, bietet sich ein freier Blick auf die kilometerlange Küstenlinie und den Horizont – alles frei von verräterischen modernen Dampfschiffen oder anderen Anachronismen. Zudem sieht das Aufeinandertreffen von Curtis und Douglas hoch oben auf dem Burgturm verdammt echt aus. Dort oben kann nicht viel mehr Platz gewesen sein als für die beiden und eine Kamera. Sie rutschen den zerklüfteten Stein hinunter und prallen auf dem harten Boden auf, als ob es wirklich weh tun müsste. Selbst die Vorstellung, mit einem zerbrochenen Schwert, statt mit einem scharfen erstochen zu werden, verstärkt das Gefühl von echtem Schmerz.

So ist es kein Wunder, dass trotz seiner relativ bescheidenen Anfänge „Die Wikinger“ zu einem der größten Filme des Jahres 1958 wurde und auch über sechs Jahrzehnte später den Test der Zeit bestanden hat.

Was sind deiner Meinung nach die besten Wikinger Filme aller Zeiten?

Haben wir einen Film übersehen? Was sind für Dich die besten Wikinger Filme aller Zeiten? Wir freuen uns auf eure Wikinger-Film Tipps in den Kommentaren!

Standardbild
Hans Kaltwasser
Artikel: 331

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.