Deep Purple RAPTURE OF THE DEEP (Remix 2025)

„RAPTURE OF THE DEEP“ – Tiefenrausch hieß das 18. Studioalbum der englischen Hardrock-Band Deep Purple. Zum 20. Jubiläum kehrt der Klassiker jetzt neu abgemischt und remastered zurück. Der Titel bezieht sich auf einen prekären Bewusstseinszustand, in den Taucher ab einer Tiefe von 30 Meter geraten können. Die Symptome sind unter anderem Benommenheit, Angst, aber auch ausgeprägte Glücksgefühle und Halluzinationen. Deep Purple mag damals, als das Album entstand, diesen Mischmasch empfunden haben. Die Band befand sich in einer schwierigen Situation. Sie hatte kein Plattenlabel. Jon Lord und Ritchie Blackmore hatten die Gruppe verlassen. Nach dem schwerfälligen „Abandon“ und dem belanglosen „Bananas“ waren die Erwartungen der Fans und der Fachkritik an das neue Werk nicht allzu hoch.

Doch weit gefehlt. Mit langen Jams, schweren Riffs, pumpenden Basslinien und mächtigen Hammondorgelkaskaden meldete sich Deep Purple in Topform zurück. Tastenvirtuoso Don Airey, der den unverkennbaren Hammond-Sound der Band zurückbrachte und gleichzeitig eine großartige Chemie mit Gitarrist Steve Morse entwickelte, war der unbestrittene Star des Albums. Das wunderschöne „Clearly Quite Absurd“ war nur einer der Höhepunkte der zehn Songs und erkundete die tieferen Register von Ian Gillans Stimme, während Roger Clover in „Don’t Let Go“ einige der funkigsten Bassläufe seiner Karriere lieferte. Tracks wie „Wrong Man“ und Junkyard Blues“ oder der titelgebende Song „Rapture Of The Deep“ sorgten für eine einzigartige Spannung, die seit dem großartigen „Purpendicular“ aus dem Jahre 1996 gefehlt hatte.

Der neue Mix, der um einiges knackiger und dynamischer daher kommt, wurde unter der Aufsicht von Roger Glover erstellt und in den renommierten Chameleon Studios in Hamburg gemastert. Aireys Keyboards treten stärker in den Vordergrund und liefern sich häufig ein markantes Duell mit der Gitarre von Morse. Zudem ist die Remix-Version um die beiden Songs „Things I Never Said“ und „MTV“ erweitert.

Außerdem wurde die Reihenfolge der Titel geändert. Zu den Bonustracks gehören bisher unveröffentlichte Studio-Jams sowie einige Instrumentalaufnahmen, die während der Songwriting-Session für das Album entstanden sind. Darunter befindet sich auch der Song „Closing Note“, ein Instrumentalstück von Steve Morse. In den Liner Notes, die auch die Texte aller Songs enthalten, gewähren Bassist Roger Glover und der britische Musikjournalist Geoff Barton Einblicke in die Entstehung des Originalwerkes. Überarbeitet wurde auch das Artwork, das sich in neuen Farben und mit Prägung präsentiert.

Hans Kaltwasser
Hans Kaltwasser
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