So wie der Tango das Herz von Buenos Aires tanzt, schlägt der Danzón im Rhythmus der Veracruzer Herzen. Als Tanzform, die ursprünglich aus dem Europa des 18. Jahrhunderts kam, tanzte der Danzón seinen Weg nach Kuba. Arturo Márquez, ein mexikanischer Komponist, zauberte für ein ganzes Orchester eine Komposition und holte den Danzón nach Mexiko.
Mittlerweile wird der Tanz und das Stück als Symbol der mexikanischen Musik und Kultur angesehen. Und als heimliche Nationalhymne gefeiert. Heute – am 16. September – dem mexikanischen Nationalfeiertag, der an den Beginn des mexikanischen Unabhängigkeitskrieges gegen Spanien im Jahr 1810 erinnert, ist er sicher auch zu hören.
Dancón – ein Tanz voller Leidenschaft und Eleganz
Im Danzón gleiten die Bewegungen sanft und voller Eleganz dahin, mit einer Ausdruckskraft, die an den leidenschaftlichen Tango erinnert. Der Danzón tanzt im Takt der Vierteilung, ein Rondo, das nach dem Schema AB-AC-AD-AE pulsiert. Doch wie ein Chamäleon verändert er sich ständig, genau wie die Musik selbst, und macht so jede Aufführung zu einem vielseitigen Erlebnis. Das Ende des Stückes gipfelt meistens in einem leicht beschleunigten und lebendigen Finale.
Terpsichore – Muse des Tanzes
Apropos Tanz – Terpsichore (Τερψιχόρη Terpsichórē), die fröhlich im Reigen Tanzende, ist die Muse für Chorlyrik und Tanz und gehört zu den neun Musen der antiken griechischen Mythologie. Sie ist Tochter von Zeus und Mnemosyne und ihr ist die Leier zugeordnet.
„Terpsichore“ – nicht nur ein Name, sondern eine lebendige Inspiration: eine Sammlung französischer Tänze von Michael Praetorius aus 1612, ein schwungvolles Ballett von Cesare Pugni und eine elegante Skulptur von Antonio Canova. Überall tanzt die Muse durch die Kunstgeschichte!
Antonio Canova, der Künstler, trat am 1. Januar 1757 ins Leben ein – ein Datum, das die Kunstgeschichte bereichern sollte. Im November 1757 erblickte er im malerischen Possagno das Licht der Welt und strahlt heute als leuchtender Stern unter den großen Bildhauern des Neoklassizismus. Wie selten ein anderer galt er schon zu seinen Lebzeiten als „Größtes Genie der Bildhauerkunst“ seit Michelangelo.
In der Villa Carlotta in Tremezzo am Comer See ist im Gipsabdruckraum ein Meisterwerk von Antonio Canova zu besichtigen. Das wertvolle Original-Gipsmodell der Muse Terpsichore, signiert und datiert 1811.
Heutzutage hört man das Wort „Muse“ nicht oft und Terpsichore noch seltener. Muse steht für jemanden, der als Modell, Freundin, Gesprächspartnerin oder einfach als sprudelnde Inspirationsquelle fungiert.
Titelbild: Terpsichore by Antonio Canova. (c) gemeinfrei Quelle. Wikimedia Commons







