Claude Monets Seerosen – Schönheit für die Ewigkeit

Claude Monets „Nymphéas“ blieben zunächst unbeachtet, obwohl sie seine berühmten Bilderserien konsequent weiterführten. Noch nach Monets Tod 1926 waren die „Seerosen“ kaum bekannt. Erst durch amerikanische abstrakte Maler, einen japanischen Sammler und die Wiedereröffnung von Giverny wurden sie neu entdeckt – heute gelten die Bilder als Meisterwerke der Moderne.

Claude Monets Begegnung mit den Seerosen begann 1889 auf der Pariser Weltausstellung, wo der Gärtner Joseph Bory Latour-Marliac die exotischen Pflanzen präsentierte. Fasziniert schuf Monet in den folgenden 30 Jahren einen künstlichen Teich und einen Garten als lebendige Farbpalette samt großem Atelier – um dort über 250 Gemälde zu schaffen, darunter zwölf Meter lange Panoramaformate. Mit dieser radikalen Bildsprache trieb er den Impressionismus an die Grenzen der Abstraktion.
Als Monet 1926 starb, ehrte Frankreich den Meister des Impressionismus. Doch als 1927 seine „Nymphéas“ in der Pariser Orangerie gezeigt wurden, blieben die Säle leer. Die Wasserlandschaften wirkten auf das Publikum befremdlich.


Claude Monets Seerosen
Schönheit für die Ewigkeit
1915 empfängt Claude Monet den Filmregisseur Sacha Guitry für einen patriotischen Dokumentarfilm: Am Ufer seines Teichs in Giverny wirkt der Maler wie verjüngt.
© INA
Foto: ARTE F

Die Wiederentdeckung begann in den USA. 1952 stieß der damals junge Maler Ellsworth Kelly in Monets verfallenem Atelier in Giverny auf staubbedeckte Seerosen-Paneele. Für ihn und seine Zeitgenossen – darunter Jackson Pollock, Mark Rothko und Barnett Newman – verkörperten diese späten Werke genau das, wonach sie selbst suchten: eine Malerei der totalen Immersion. Sie überzeugten das MoMA, zwei der Panels zu erwerben.

Von dort sprang der Funke nach Japan über. Dort fanden die Seerosenbilder eine besondere Resonanz – sie erinnerten an die Ukiyo-e-Holzschnitte, die Monet selbst gesammelt hatte.
Auch Giverny selbst erlebte eine Renaissance: Dank amerikanischer Spenden wurde der verwilderte Garten restauriert und 1980 wiedereröffnet. „Claude Monets Seerosen“ erzählt die Geschichte eines Werks, das seiner Zeit voraus war – und wie es schließlich sein Publikum fand.

Regie: Anne-Cécile Genre | Land: Frankreich | Jahr: 2025

Dokumentation 53 Min. Online verfügbar vom 28.09.2026 bis 29.01.2027 | Synchronisation HDTV Stereofonie

TV-Ausstrahlungen

Sonntag, 11.10.2026 um 16.55 Uhr Sonntag, 08.11.2026 um 07.55 Uhr auf Arte

Titelbild: © Bleu Kobalt – Claude Monets „Seerosen“ gehören zu den bekanntesten Bildern des Impressionismus.

Ingrid
Ingrid

Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen.
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