Chérie, ich komme! – Die Erfindung der weiblichen Lust

Weibliche Lust wird auch Jahrzehnte nach der sexuellen Revolution im Kino eher selten thematisiert. Die französische Regisseurin Reem Kherici bricht dieses Tabu mit ihrem neuen Film und macht daraus eine herrlich frische Komödie, die die Klischees und das Schweigen rund um die weibliche Sexualität beleuchtet: CHÉRIE, ICH KOMME! – DIE ERFINDUNG DER WEIBLICHEN LUST erzählt von der Erfindung des „Womanizers“, eines Vibrators, der seit seiner Markteinführung wahren Kultstatus erlangt hat.

Alexandra Lamy als Fanny und François Cluzet in der Rolle des Tom in Chéri, ich komme! – Die Erfindung der Lust
© Neue Visionen Filmverleih

Eigentlich sind Fanny und Tom ein glückliches Ehepaar. Doch dann kommt es eines Tages heraus: Fanny hatte noch nie einen Orgasmus. Für Tom, einen Ingenieur, der sich mit mäßigem Erfolg an allerlei unnützen Dingen versucht hat, ist das zunächst eine schmerzliche Erkenntnis. Doch dann beschließt er, sich einer gewagten Herausforderung stellen: Er will ein Sextoy entwickeln, das mit seinen pulsierenden Druckwellen das weibliche Lustempfinden revolutionieren wird. Und mit dessen Hilfe er den drohenden Zwangsverkauf seines Hauses abwenden kann.

So begibt er sich gemeinsam mit Fanny als Cheftesterin auf eine verrückte Suche, die die Beziehung der beiden von Grund auf verändern wird. Und bei der so lange getüftelt, vibriert und optimiert wird, bis das Werkzeug der Lust das liefert, was es verspricht: den perfekten weiblichen Orgasmus.

Chéri, ich komme! – Die Erfindung der Lust
© Neue Visionen Filmverleih

Klar, in diesem Film geht es um Sex, unverblümt, ganz ohne Tabus. Leicht hätte er dabei ins Vulgäre abgleiten können. Doch Regisseurin Reem Kherici gelingt es mit Bravour, diese Klippe mühelos zu umschiffen. Das clevere Drehbuch stellt ein gestandenes Ehepaar in den Fünfzigern in den Mittelpunkt. Sie sind seit langem verheiratet, ohne Untreue und offensichtlich immer noch ineinander verliebt. Die Dialoge sind geistreich. Zudem ist CHÉRIE, ICH KOMME! reich an lustigen und skurrilen Situationen und Pointen, die hier jedoch nicht verraten werden sollen.

Vor allem ist es das souveräne Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller*innen Alexandra Lamy als Fanny und François Cluzet in der Rolle des Tom, das diesen von einer wahren Begebenheit inspirierten Film authentisch, nahbar und zu einem großen Vergnügen macht.

Ab Morgen in den Kinos!

Alle Fotos: © Neue Visionen Filmverleih

Hans Kaltwasser
Hans Kaltwasser
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