Insbesondere auch die Kunst besinnt sich der Realität in Zeiten gesellschaftlicher, technischer und politischer Umbrüche. Die Kunstrichtung Neue Sachlichkeit konzentrierte sich auf die sichtbare Welt, insbesondere in Situationen, in denen anderes aufgrund von Verborgenheit oder Ambiguität als unsicher wahrgenommen wurde. Carl Grossberg (1894–1940) gilt als eine künstlerische Größe dieser Kunstrichtung.
Sein umfangreiches Werk, das in einem Zeitraum von nur knapp 20 Jahren entstand, ist jetzt im Von der Heydt-Museum zu sehen. Mit seiner formalen Prägnanz und strengen Gestaltung repräsentiert es eine neue fotografische Wahrnehmungsweise und spiegelt den technischen Fortschritt des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts wider. Dabei regen die reduzierten Kompositionen dazu an, den industriellen Fortschritt sowie seine Auswirkungen auf den Menschen kritisch zu hinterfragen.

Von der Heydt-Museum Wuppertal

Foto: Walter Bayer
Carl Grossbergs Motivwahl und die Nüchternheit seiner Malerei sind untrennbar verbunden mit der gleichzeitig entstandenen Fotografie. Sie haben ihrerseits wegweisende Fotograf*innen nachfolgender Generationen inspiriert, so ausgewählte Positionen wie von August Sander über Bernd und Hilla Becher bis hin zu Thomas Ruff machen das deutlich.
Die Ausstellung ist die erste umfangreiche Retrospektive seit mehr als 30 Jahren. Sie betrachtet Carl Grossbergs Schaffen neu und präsentiert eine Reihe von bisher unbekannten Arbeiten, die als Leihgaben aus den USA kommen.
Bis zum 30. August 2026 im Von der Heydt-Museum in Wuppertal zu erleben
Titelbild: Carl Grossberg, Selbstbildnis, 1928, Privatsammlung
Grisebach, Foto: Karen Bartsch




