„Break the Bias“ – Weltfrauentag 2022

Hexentanz, Frauen, die den Jazz beflügelt haben, Film über Frauen in Mexico, die gegen Gewalt kämpfen, eine spanische Fotografin und ela., die Nein sagt…

Zahlen

Frauen verdienen noch immer in vielen Ländern weniger Geld als Männer und sind seltener in Führungspositionen vertreten. Schlimmer noch, sie werden nach wie vor häufiger Opfer von Gewalt.

Allerdings stimmen laut einer internationalen Umfrage, die Ipsos in Zusammenarbeit mit dem Londoner Kings‘ College durchführte, nur 18 Prozent der Menschen in 30 Ländern der Aussage zu, es gebe gar keine Ungleichheit zwischen Frauen und Männern. In Deutschland sind sogar nur 12 Prozent dieser Meinung.

Etwa jeder Siebte (15%) ist der Auffassung, dass Gewalt gegen Frauen oft vom Opfer provoziert wird, darunter 13 Prozent der Frauen. In Deutschland ist der Anteil der Frauen, die dieser Aussage zustimmen, mit 15 Prozent sogar größer als bei den männlichen Befragten (13%). Fast jeder zehnte Deutsche (9%) findet darüber hinaus, dass es die Pflicht einer Frau ist, mit ihrem Partner oder Ehemann Sex zu haben, auch wenn sie keine Lust dazu hat. Drei Viertel der deutschen Befragten (74%) stimmen dem jedoch nicht zu.

Die Ergebnisse stammen aus einer Ipsos Global Advisor-Studie, die anlässlich des Weltfrauentages (International Women’s Day) durchgeführt wurde.

Gleichstellung, Gleichberechtigung, sexuelle Selbstbestimmung, Anti-Diskriminierung, Schulbildung sind wichtige Themen, für die wir weiter kämpfen müssen.

Hier jedoch kommen unsere Tipps rund um den 111. Internationalen Frauentag. Es gibt noch viel zu tun, aber auch einiges zu feiern.

“’Heaven is Here’ von Florence + the Machine

„And every song I wrote
Became an escape rope
Tied around my neck
To pull me up to heaven”, heißt es in den Lyrics.

Frauen, die Jazz in Deutschland beflügelt haben

Frauen und Jazz – eine noch weitgehend unbekannte Geschichte. Das ändert sich jetzt. Anlässlich des Weltfrauentags erzählt eine neue SWR2-Reihe Geschichten von Frauen, die den Jazz in Deutschland hinter den Kulissen mitgestaltet haben: als Fotografin, Agentin, Veranstalterin, Produzentin oder Toningenieurin. Sie sorgten für den besten Sound, veranstalteten legendäre Konzerte, porträtierten die Stars der Szene oder organisierten große Tourneen, oft als einzige Frauen in der Branche. Zu Unrecht wurden sie nie so berühmt wie ihre männlichen Kollegen. Fünf beeindruckende Persönlichkeiten stehen im Rampenlicht, die inspirieren und Vorbild sein können.

„Triebfedern – Frauen, die Jazz in Deutschland beflügelt haben“ – Susanne Schapowalow, Helma Schleif, Gabriele Kleinschmidt, Christa Gugeler u. a.

Im Radio vom 1. März bis 5. April 2022, dienstags in der „SWR2 Jazz Session“ ab 20:05 Uhr, und als Podcast in der ARD Audiothek-App.

JOANA BIARNÉS
DISPARANDO CON EL CORAZÓN – MIT DEM HERZEN GESEHEN

Am 9. März eröffnet in Berlin eine Ausstellung, in der Joana Biarnés im Mittelpunkt steht. Die Fotografin ist in Spanien eine Legende. 1935 geboren erobert sie sich als erste Frau den bis dahin rein männlich dominierten Beruf der Pressefotografin. Sie gilt als erste Fotojournalistin der Iberischen Halbinsel.

Zur Zeit des Franco-Regimes herrscht ein sehr traditionelles Frauenbild, alternative Lebensentwürfe sind ein Affront und werden mit allen Mitteln bekämpft. Und doch unterstützt und ermutigte sie ihr Vater, eigene Wege zu gehen. 1956 wird Joana Biarnés Studentin an der neu gegründeten Escuela Official de Periodismo (Schule für Fotojournalismus) in Barcelona. Die junge Fotografin muss sich folglich mutig gegen zahlreiche Widerstände und andauernde Vorurteile durchsetzen.

Das über dreißigjährige Schaffen von Joana Biarnés dokumentiert eine ganze Epoche: das Spanien von der Mitte der 1950er bis in die 1980er Jahre. Ihre Fotografien zeichnen ein optimistisches Bild der sogenannten Transición, dem Übergang von der Diktatur in die Demokratie im Land.

Der „freiraum für fotografie“ macht das einzigartige Werk von Joana Biarnés erstmalig einem Publikum in Deutschland zugänglich.

https://fhochdrei.org/disparando-con-el-corazon-mit-dem-herzen-gesehen/

LUCHADORAS – ein Film über Femizide in Mexico

Für Frauen ist Ciudad Juárez die gefährlichste Stadt der Welt. In den frühen 90er Jahren begann hier eine beispiellose Mordserie an Frauen. Hunderte von ihnen wurden in der Stadt missbraucht, gefoltert und getötet, die Verbrechensserie hält bis heute an. Nur wenige Täter wurden verurteilt und der mexikanische Staat hat bis heute kaum etwas unternommen, um diese Fälle aufzuklären. Die Morde, die an Mädchen und Frauen aufgrund ihres Geschlechts begangen werden, bezeichnet man als ‚Femizid‘. Doch nicht nur in der von Machismo und Frauenfeindlichkeit geprägten Gesellschaft Mexikos, weltweit geschehen Femizide, weltweit sind Frauen dieser Gewalt ausgesetzt, allein in Deutschland wurden 2018 über 120 Frauen Opfer eines Femizids.

LUCHADORAS – erzählt die Geschichte dreier Lucha-Libre-Kämpferinnen, die in Ciudad Juárez leben und versuchen, als Wrestlerinnen ihren Verhältnissen zu entkommen. Lucha Libre ist eine besondere Form des professionellen Wrestlings, die in Mexiko Anfang der 1930iger Jahre entwickelt wurde. Der Lucha Libre gehört neben Fuß- und Baseball zu der beliebtesten Sportart Mexikos, er findet in großen Arenen statt und zum Outfit der Kämpfer:innen gehört das Tragen einer Maske.

Die Luchadoras Lady Candy, Mini Sirenita und Baby Star sind drei mutige Frauen, die in den Ring steigen und mit jedem Kampf gegen Angst, Unterdrückung und ihre prekären Lebensverhältnisse antreten. Jede von ihnen hat ein eigenes Ziel …

Dem Regie-Team Paola Calvo & Patrick Jasmin ist gelungen, den Weg, den diese drei Frauen wählen, mit beeindruckenden Bildern zu erzählen. Sie tauchen dabei tief in die Kultur Mexikos ein und nehmen die Zuschauer:innen mit auf eine Reise, die das Empowerment der drei LUCHADORAS erfahrbar macht. Dabei ist die Kamera immer dicht und voller Empathie an den couragierten Protagonistinnen.

Previews zum Internationalen Frauentag:
• Baden-Baden: 8.3., Moviac
• Berlin: 8.3., ACUDkino, Kino Zukunft, KLICK Kino, Sputnik Kino
• Bruchsal: 8.3., Cineplex
• Fürth: 8.3. Babylon
• Hannover: 6./7.3., Kino am Raschplatz
• Heidelberg: 8.3., Karlstorkino
• Leipzig: 8.3., Kinobar Prager Frühling
• Mannheim: 8.3., Cineplex
• Nürnberg: 8.3., Casablanca
• Regensburg: 8.3., Ostentor Kino
• Ulm: 8.3., Mephisto

„Wenn ich NEIN sag, dann mein ich NEIN“

Mit dem Song von ela. enden unsere Tipps zum Weltfrauentag. Der Song spricht eine deutliche Sprache und muss nicht näher erläutert werden.

Standardbild
Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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