BJE – GOOD EVENING BLACK BUDDHA

In Australien sind Black Jesus Experience seit Jahren ein bekannter Act. Auf internationalen Bühnen wie dem Glastonbury Festival, dem City of London Festival und dem Big Chill sind sie ein gern gesehener Gast. Hierzulande ist das zehnköpfige Kollektiv trotz einiger Auftritte leider noch nahezu unbekannt.

GOOD EVENING BLACK BUDDHA heißt ihr neues Album, das am 16.9.22 erschienen ist. Es enthält dreizehn Songs, die allesamt von dem Kollektiv geschrieben und arrangiert wurden. Black Jesus Experience mischt traditionellen äthiopischen Gesang mit Jazz, Funk und Hip-Hop. Ihre Songs erzählen von Sklaverei, den weisen Lehren der Vorfahren, vom Horror, der in den Vorstädten herrscht, und von der menschlichen Gier, die den Planeten auszulöschen droht. Aber auch von der Hoffnung, dass eine neue Generation alles zum Besseren wenden mag. Das klingt mal zornig, mal fatalistisch, groovt jedoch immer wunderbar, ist extrem tanzbar und durchaus geeignet, die Wände in den Clubs wackeln zu lassen.  

Das belebende Element Ensembles aus „Down under“ ist vor allem die zierliche, viel Wärme und Charme verströmende Äthiopierin Enushu Taye, die die Lieder ihrer Heimat mit einer reinen, lieblichen Stimme zu Gehör bringt. Im Wechsel hiermit rappt der MC Mista Monk (Liam Monkhouse), der aus dem Outback stammt und mit seinem Flow und kehligen rhythmischen Sprechgesang einen wirkungsvollen Kontrast bildet. Das ist vielschichtig und organisch, trippig und hypnotisch.

Ein typisches Beispiel ist der Song „Dark Matters“, in dem Enushu Taye auf Amharisch über Verlust, Suche und Teilen in einem fremden Land erzählt. MC Mr. Monk rappt über die verbindende Kraft der alten Wahrheiten, die sich in Rhythmus und Klang offenbaren. Das übermütige, reiche chromatische Klaviersolo, verstärkt durch melodische Crescendi der Bläsersektion, lässt die Komplexität des Kampfes um Zusammenhänge in unserem Leben erahnen. 

Zu den herausragenden Solisten gehören Bob Sedergreen an den Keyboards, Peter Harper am Saxofon, Ian Dixon an der Trompete, Zac Lister an der Gitarre, Larry Crestani an der Gitarre und seine eigene Erfindung „kraartar“, Richard Rose am Bass, James Davies und Kahan Harper am Schlagzeug. Hinzu kommen als Gäste auf einigen Stücken die Vokalistinnen Vida-Sunshyne und Gracie Sinclair.

GOOD; EVENING BLACK BUDDHA, das ist eine perfekte, genreübergreifende Symbiose aus Power, Kreativität und Gefühl, die allen Fans von Ethiofunk gefallen dürfte.

Standardbild
Hans Kaltwasser
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