Ausstellung – Mischa Kuball – ReferenzRäume

Licht ist in allen Kulturen und Religionen ein wichtiges Phänomen und heute ist es selbstverständlich, dass wir zwischen Helligkeit oder Dunkelheit in unseren Räumen entscheiden können. Doch lange Zeit war weitgehend unklar, was Licht überhaupt ist. Der große Pythagoras etwa war der Auffassung, dass das Licht vom Menschen selbst ausgehe, und zwar sind es die menschlichen Augen, die „heiße Sehstrahlen“ aussenden. Was bis ins 17. Jahrhundert noch im Dunklen lag, heute ist Licht aus physikalischer, biologischer und chemischer Sicht erforscht. Auch in der Kunst findet Licht vielseitige und -schichtige Bedeutung und medialen Einsatz. Mischa Kuball etwa hat wochenlang ein Hochhaus in Düsseldorf in ein nächtliches Lichtzeichen verwandelt, eine ehemalige Synagoge in Stommeln zu einem gleißenden lichtausstrahlenden Objekt gemacht oder ein Projekt mit weltweit gespendeten Straßenlaternen als Solidaritätserklärung an das vom Erdbeben zerstörte Christchurch erstellt. Es sind vor allem starke Interventionen im öffentlichen Raum, die Mischa Kuball international bekannt gemacht haben.

Erster retrospektiver Querschnitt durch das Werk des Künstlers

Das Ausstellungs- und Publikationsprojekt ReferenzRäume bietet erstmals einen retrospektiven Querschnitt durch Mischa Kuballs Werk der letzten drei Jahrzehnte. Eine Reihe von ebenso faszinierenden wie konzeptuell versierten Lichtinstallationen wird ergänzt durch die Präsentation grundlegender Projekte für den öffentlichen Raum. Zudem werden Werke gezeigt, in denen sich der Künstler mit den Grundlagen der Moderne auseinandersetzt, sowie die große multimediale Arbeit New Pott, in er von den Menschen im heutigen, von Migration geprägten Ruhrgebiet erzählt.

Mischa Kuball, Making of Mnemosyne, 2021, (c) Archiv Mischa Kuball / VG Bild-Kunst, Bonn, Leihgeber: Kunstmus. Wolfsburg

In seinen ortsspezifischen, gesellschaftspolitisch motivierten Projekten (Werkreihe public preposition) untersucht Mischa Kuball öffentliche Räume, stellt unsere Wahrnehmung von scheinbar vertrauten Umgebungen in Frage und schafft Momente der Irritation.

Für leverkusen_transfer legte er in einer Phase der kontroversen Hinterfragung einen Grundriss des Ausstellungsraum im Museum Morsbroich vor das Leverkusener Rathaus, so dass man diesen dort als Ort für Aufführungen oder als Raum der Reflexion nutzen und begehen konnte.

Seit 2007 hat Mischa Kuball (geb. 1959 in Düsseldorf, lebt in Düsseldorf) die einzige Professur in Deutschland für public art / Kunst im öffentlichen Raum an der Kölner KHM Kunsthochschule für Medien inne und ist zudem assoziierter Professor für Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung / ZKM, Karlsruhe.

Mischa Kuball – ReferenzRäume ist vom 5. Dezember 2021 – 24. April 2022 im Museum Morsbroich, Leverkusen zu sehen

Titelfoto: Mischa Kuball, Five Planets, 2015, Installationsansicht Kunstmuseum Wolfsburg, (c) VG Bildkunst 2021, Foto: Marek Kroszewski

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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