Andreas Gursky im Museum der bildenden Künste Leipzig

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Einige seiner Bilder wirken wie Wimmelbilder, die erst durch einen genauen Blick offenbaren, was sie abbilden. Wie beispielsweise
Andreas Gurskys „Amazon“. Dort hat der Fotograf von oben eine riesige Lagerhalle des Liefergiganten eingefangen. Das Foto-Bild zeigt eine Unmenge an Waren. Ohne jegliches Abbild eines Menschen hinterlässt es doch menschliche Spuren – die des Homo consumens. Es offenbart das Phänomen des Massenkonsums hier überdeutlich.* Gursky macht überdies auf die dadurch notwendig gewordene, auf Algorithmen basierende Verteilung der Waren aufmerksam.

Der Mensch verliert seine individuelle und autonome Basis – wird zum Objekt – zum Mitglied einer Konsumgesellschaft. Der künstlerische und ästhetische Blick lässt die Waren zu Artefakten werden. Seine fotografischen Kunstwerke thematisieren oft gesellschaftliche und ökologische Themen und inspirieren durch ihre manipulierte Authentizität, ermöglichen einen distanzierten Blick, der zum Nachdenken anregt.

Jetzt hat der gebürtige Leipziger, der hier in Düsseldorf aufgewachsen ist, eine 1.500 Quadratmeter große Fläche zur Verfügung gehabt, auf der seine monumentalen Bilder zu betrachten sind. Im oberen Ausstellungsgeschoss des Museums der bildenden Künste in Leipzig. Andreas Gursky hat die gesamte Gestaltung in den Händen gehabt. Die 15 Räume sind individuell ausgerichtet, ohne Hierarchien und Chronologien.

Vorerst ist die Ausstellung bis zum 22. August zu besuchen, mit Voranmeldung und tagesaktuellem Corona-Negativ-Test.

Museum der bildenden Künste – Leipzig

Ausstellungsansicht – Foto: Alexander Romey

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