Alma ist Journalistin und kehrt in ihre Heimatstadt Triest zurück. Hier, wo Mitteleuropa auf den mediterranen Raum trifft, ist sie in den 1970er Jahren aufgewachsen, verlebte eine Kindheit, die zwischen dem Großbürgertum ihrer Großeltern und einem gänzlich gegenteiligen Elternhaus verlief. Die Mutter taucht tief ein in ihre künstlerischen Träume und ihre Arbeit in der lokalen Irrenanstalt, wo mutige neue Konzepte für die Patienten ausprobiert werden.
Almas Vater akzeptiert keine Grenzen, sondern wandelt zwischen ihnen hin und her, schreibt die Reden Titos um und weigert sich, sesshaft zu werden. Alma liebt und bewundert ihn, besonders wenn er sie mit auf seine Insel nimmt. Sie weiß zu dieser Zeit noch nicht, wie sehr sie Jahre später selbst diese unruhige Betriebsamkeit leben wird.
Dann tritt Vili in ihr Leben. Ihr Vater bringt den zwölfjährigen Jungen aus Jugoslawien mit, und sie tauchen im Sommer gemeinsam ins Meer-Abenteuer ein. Die beiden kommen sich, je älter sie werden näher, ohne jedoch in einer Symbiose zu verharren. Als die Grenzen plötzlich an Bedeutung gewinnen, zeigen sich die Konsequenzen von Titos Tod; die Grenze von Triest zu Jugoslawien hält den eskalierenden Krieg zwischen Kroatien und Jugoslawien nicht zurück.
Nun, nach Jahren, ist Alma wieder hier, um an der Beerdigung ihres Vaters teilzunehmen. Er, der den versteinerten Erinnerungen und der Vergangenheit keine Bedeutung zusprach, hinterließ Alma ein Erbe. Auf dem Weg dahin wird Alma selbst von Erinnerungen nahezu überwältigt und trifft auf Vili…
Die Autorin FEDERICA MANZON webt eine Geschichte vom Erwachsenwerden in stürmischen Zeiten und zeigt, wie das Elternhaus und die politischen Unruhen unauslöschliche Spuren hinterlassen. Das gelingt ihr mit Brillanz! Sie entführt Leser*innen auf eine fesselnde Reise, durch dunkle Schatten des Krieges und das Leiden unerfüllter Sehnsüchte.
Erscheinungsdatum: 02.03.2026 – Verlag Pfaueninsel



