31. FILMFEST HAMBURG 2023

    Das FILMFEST HAMBURG wird am 28. September mit dem jordanischen Film Inshallah a Boy von Amjad Al Rasheed eröffnet und endet am 7. Oktober mit dem schwedischen Beitrag Paradise is Burning von Mika Gustafson. Zum zweiten Mal ist das Molodist Kyiv International Film Festival zu Gast, das seinen nationalen Wettbewerb mit sieben Langfilmen in der Hansestadt ausrichtet.

    Die diesjährige Douglas Sirk Preisträgerin ist Sandra Hüller, die am 30. September vor der Deutschlandpremiere von Anatomie eines Falls mit dem Ehrenpreis des Festivals ausgezeichnet wird.

    31. FILMFEST HAMBURG – HERAUSFORDERN UND HINTERFRAGEN – DAS FILMPROGRAMM 2023

    Zu 93 Filmen werden Gäste erwartet, darunter Catherine Breillat, Wim Wenders, Bertrand Bonello, Alice Rohrwacher, Ken Loach und Mads Mikkelsen. Treffpunkte für Festivalbesucher·innen, FILMFEST-Gäste und Publikum sind in der Festivalzeit das MOIN FILMFEST CAFÉ im CinemaxX Dammtor und die FILMFEST BAR/Kasematte20, Alsterglacis 20-21.

    Bekannte Namen & FILMFEST-Wiederkehrer·innen

    Die ausgewählten Filme des diesjährigen Programms, sowohl von erfahrenen Regisseur·innen als auch von Debütfilmer·innen, haben eine eigene Handschrift, sie hinterfragen Stereotype und erzählen die Wirklichkeit anders. Sie fordern das Kinopublikum heraus und nehmen die Zuschauenden ernst.

    Bekannte Namen und FILMFEST-Wiederkehrer·innen mit einer unverkennbaren Filmsprache sind unter anderem Yorgos Lanthimos, der mit Poor Things eine fabelhafte und fantastische feministische Frankenstein-Variation erzählt, oder Xavier Dolan, der mit seiner ersten Serie The Night Logan Woke Up überzeugt.

    Auf dem FILMFEST HAMBURG laufen alle fünf Folgen hintereinander, auch um zu unterstreichen, dass serielles Erzählen bewusst als stilistisches Mittel eingesetzt wird und das Format mehr kann als Marktbedürfnisse zu erfüllen. Auf dem Programm stehen außerdem die neuesten Filme vom türkischen Regisseur Nuri Bilge Ceylan (Auf trockenen Gräsern) und von Altmeister Ken Loach (The Old Oak).

    Richard Linklater, einer der wichtigsten Vertreter des American Independent Cinema, erzählt in Hit Man einen lässig-lustigen Film mit viel Spaß am Auftragskiller-Genre, Todd Haynes in May December eine Liebesgeschichte mit meisterhaften Dialogen, und die französische Regie-Ikone Catherine Breillat hat sich mit Im letzten Sommer der Neuverfilmung der dänischen Produktion Queen of Hearts angenommen, der 2019 bei FILMFEST HAMBURG gezeigt wurde.

    Radu Jude wirft in seinem neuesten Film Do Not Expect Too Much From The End of The World einen kritischen Blick auf die Arbeitswelt inklusive Ausbeutung in der »Gig Economy« in Zeiten von Social Media, und Sofia Coppola gelingt mit Priscilla ein beeindruckendes Biopic über Priscilla Presley. Mit ihren neuen Werken sind außerdem zwei Großmeister des deutschen Kinos zu Gast: Wim Wenders mit dem Dokumentarfilm Anselm – Das Rauschen der Zeit und seinem japanischen Film Perfect Day, und Dominik Graf, der als Regisseur immer zwischen anspruchsvollen TV-Projekten und wegweisenden Kinofilmen wechselt, mit dem Fernsehfilm Mein Falke.

    Starke Debüts & politisch relevante Themen

    FILMFEST HAMBURG zeigt in diesem Jahr 15 Debütfilme, darunter Shayda, der auf den Kindheitserlebnissen der iranisch-australischen Regisseurin Noora Niasari basiert und mit Zar Amir Ebrahimi, bekannt aus Holy Spider, prominent besetzt ist. In How To Have Sex erzählt die britische Regisseurin Molly Manning Walker eine Coming-of-Age-Geschichte über gesellschaftlichen Erwartungsdruck und weibliche Lust. Der Film wurde beim Festival in Cannes mit dem Großen Preis in der Sektion »Un Certain Regard« ausgezeichnet.

    FILMFEST HAMBURG zeigt sektionsübergreifend Filme, die in Hamburg und im Norden gefördert, gedreht, produziert und postproduziert wurden, darunter aus der Sektion »Kaleidoskop« unter anderem den Animationsfilm Sultana’s Dream (Produktion: Fabian&Fred), Maret (Red Balloon Film), The Lesson, King’s Land und Désert sowie Auf trockenen Gräsern, aus der Sektion »Veto!« Total Trust (Filmtank), aus der Sektion »Televisionen« die Serien Die Quellen des Bösen (Produktion: Wüste Medien) und Last Exit Schinkenstraße und aus der Sektion »Große Freiheit« den Film Und dass man ohne Täuschung zu leben vermag.

    Um weibliche Selbstbestimmung in einem zunehmend von Evangelikalen geprägten Brasilien geht es in Power Alley von Lillah Halla. Das Erstlingswerk wird in der Sektion »Veto!« gezeigt und ist mit sechs weiteren Titeln für den Politischen Preis der Friedrich Ebert Stiftung nominiert, darunter das Filmessay After Work in dem der Dokumentarfilmer Erik Gandini die Vision einer Zukunft entwirft, in der die Rolle der Arbeit gesellschaftlich und individuell neu verhandelt werden muss.

    Hier geht es zum vollständigen Programm

    Total Trust – Deutschlandpremiere auf dem Filmfest Hamburg

    Wie lebt es sich in einem Land, indem eine komplette digitale Kontrolle herrscht? Im Dokumentarfilm TOTAL TRUST wirft Regisseurin Jialing Zhang einen genauen Blick auf das digitale Überwachungssystem in China. Insbesondere erforscht er die Veränderungen des sozialen Verhaltens, die dadurch hervorgerufen werden und findet Menschen, die sich gegen den Missbrauch der staatlichen Macht wehren.

    Unter diesen Bedingungen einen Dokumentarfilm zu drehen, ist eine Meisterleistung und gefährlich. Deswegen stehen die wahren Held:innen dieses Films hinter der Kamera. Es sind die Filmemacherin, die Protagonist:innen sowie das mutige und engagierte Team. Sie wurden von dem starken Wunsch angetrieben, jenen eine Stimme zu geben, die Erfahrungen mit exzessiver staatlicher Überwachung gemacht haben. Und sie wollen mit diesem Film Menschen auf der ganzen Welt aufrütteln, wachsam zu bleiben. Um die Sicherheit des Teams und der Protagonist:innen in China zu schützen, sind während des gesamten Produktionsprozesses strenge Sicherheitsregeln eingehalten worden.

    TOTAL TRUST – Zum Film
    Was passiert, wenn der Schutz unserer Privatsphäre missachtet wird? Wie umfassend sind die aus Big Data gewonnen Informationen über unsere Aktivitäten und Überzeugungen, Abneigungen, Vorlieben und Gewohnheiten? Lässt sich sicherstellen, dass diese Daten nicht in die falschen Hände geraten? Sind sie vielleicht schon in den falschen Händen?

    „Total Trust“ ist ein zutiefst beunruhigender und bewegender Film über die unheimliche Macht von Big Data und KI, über ihren Gebrauch und Missbrauch im öffentlichen wie im privaten Leben, über Zensur und Selbstzensur. Anhand eindringlicher Schicksale von Menschen in China, die überwacht, eingeschüchtert und sogar gefoltert wurden, erzählt „Total Trust“ von den Gefahren aktueller Technologien in den Händen einer ungezügelten Macht. Mit China als Spiegel schlägt der Film Alarm: Der zunehmende Einsatz von digitalen Überwachungstools ist längst ein globales Phänomen – auch in demokratisch geführten Ländern.

    Zum Film gibt es eine Kinotour, die mit der Deutschlandpremiere auf dem Filmfest Hamburg beginnt.

    Hamburg: Deutschland-Premiere TOTAL TRUST / Filmfest Hamburg:
    Fr, 29. September, 19 Uhr, Metropolis – mit Gästen

    Stuttgart: Mo, 2.Oktober, 18.00 Uhr – Atelier am Bollwerk – mit Gast

    Nürnberg: Internationales Human Rights Film Festival
    Di, 3. Oktober. – Cinecitta, 18 Uhr – mit Gast

    Berlin (in Kooperation mit dem Human Rights Film Festival Berlin):
    Mi, 4. Oktober – Hackesche Höfe Kino, 20 Uhr – mit Gästen

    Münster: Do., 5. Oktober – Cinema – mit Gast

    Standardbild
    Ingrid
    Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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