20 Jahre Ruhrtriennale

Die Ruhrtriennale lädt auch 2022 wieder zu einer Vielzahl künstlerischer Entdeckungen ein. Dazu stehen die beeindruckenden ehemaligen Industriehallen der Städte Bochum, Duisburg, Essen und Gladbeck bereit, um der Vielstimmigkeit internationaler Positionen im Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Performance, Konzert, Installation, Literatur und Dialog eine Bühne zu geben und gegenwärtige Themen zu verhandeln. Dabei suchen sie nach der Kraft des Blickwechsels, von Wandel, Übergang, Transzendenz und Entgrenzung.

Das Festival der Metropole Ruhr steht zum zweiten Mal unter der Intendanz von Barbara Frey

Das jährliche Festival der Metropole Ruhr ist die zweite Ausgabe unter der auf drei Jahre angelegten Intendanz der Schweizer Theaterregisseurin Barbara Frey. Die eröffnende Musiktheaterkreation „Ich geh unter lauter Schatten“, in der Regie von Elisabeth Stöppler und verortet in der Jahrhunderthalle Bochum, fragt nach dem, was das Leben mehr bestimmt als seine Endlichkeit.

Die Theaterregisseurin Barbara Frey setzt als Festivalintendantin die Zusammenarbeit mit dem Burgtheater Wien und dessen herausragendem künstlerischem Ensemble fort. Arthur Schnitzlers „Das weite Land“ ist ein Fest für Schauspieler*innen. In der Jahrhunderthalle Bochum zur Premiere gebracht, zeichnet Barbara Frey darin eine Gegenwartsbeschreibung unseres Zusammenlebens. Weitere Produktionen des diesjährigen Schauspielprogramms erkunden Vergangenheit und Zukunft von Zusammenkunft, darunter das energetisierende „Respublika“. Angesiedelt zwischen Techno, Film, Tanz, Performance und Installation, steht hier die Erprobung zukünftiger Formen von Begegnung im Mittelpunkt.

Filminstallation von Julian Rosenfeldt

Die mit großer Vorfreude erwartete multidisziplinäre Filminstallation „Euphoria“ von Julian Rosefeldt ist eine ebenso intensive Betrachtung gesellschaftlicher Gegenwart, sucht den Weg dahin zu fassen. Der Videokünstler und Filmemacher begeisterte bereits 2016 das Publikum der Ruhrtriennale mit „Manifesto“. Die raumgreifende Tour de Force durch die Geschichte der Wirtschaftstheorie ist in Halle 5 auf Zollverein in Essen zu erleben.

Kraftvolle Positionen des internationalen zeitgenössischen Tanzes zwischen persönlicher, politischer und historischer Auseinandersetzung stellen die jüngsten Arbeiten der Choreografinnen Ligia Lewis, Lia Rodrigues und Wen Hui dar. Das Zusammenspiel von privaten, öffentlichen und politischen Sphären von Sexualität befragt die ikonografische Arbeit „to come (extended)“ von Mette Ingvartsen. Blickwechsel und Entgrenzung beschäftigen den transmaskulinen Performancekünstler Samira Elagoz – ausgezeichnet mit dem Silbernen Löwen der diesjährigen Biennale in Venedig

Vielgestaltigkeit des Konzertprogramms

Der in der Bochumer Jahrhunderthalle stattfindende sinfonische Abend „Vergessene Opfer“ lässt mit Werken von Galina Ustwolskaja, Franz Liszt, Olivier Messiaen und Luigi Nono Schmerz zu Klang werden, intoniert durch die Duisburger Philharmoniker unter der musikalischen Leitung von Elena Schwarz. Die Gladbecker Maschinenhalle Zweckel beheimatet mit „Schwerkraft und Gnade“ Kompositionen von Lili Boulanger, Francis Poulenc und Igor Strawinsky, interpretiert von Chorwerk Ruhr und den Bochumer Symphonikern unter der musikalischen Leitung von Florian Helgath.

Literatur- und Dialogreihe

Mit der Fortsetzung der Literatur- und Dialogreihe vertieft der Schriftsteller Lukas Bärfuss
gemeinsam mit Gästen Fragen nach der Natur des Menschen – darunter die Schauspielerinnen Angela Winkler und Sandra Hüller sowie Klaus Staeck, der u.a. dafür bekannt geworden ist, dass er das politische Plakat zur Kunstform erhob.

Anfang und Abschluss setzt die Musik: Die Ruhrtriennale eröffnet am 11. August mit den
„Mysteriensonaten“ von Heinrich Ignaz Franz Biber zeitgleich an drei Spielorten und verbindet die Städte Duisburg, Bochum und Essen zu einem dezentralen Resonanzraum. Den
Schlussakkord stimmt – nach einem die Nacht andauernden Rave – am Sonntagmorgen
des 18. Septembers der Akkordeonist Thomas Hojsa in der Pappelwaldkantine an der Jahrhunderthalle Bochum an.

Mit aktuell rund 32.000 Karten geht die Ruhrtriennale in den Verkauf, ergänzt durch Veranstaltungen mit freiem Eintritt. Der Kartenvorverkauf ist bereits gestartet. Bis zum 29. Mai bietet ein Frühbucherrabatt 15 % Ermäßigung auf den Kartenkauf. Alles unter www.ruhrtriennale.de

Titelbild: Maschinenhalle Zwecke Gladbeck (c) Foto Christian Palm Ruhrtriennale

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Ingrid
Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen. Nicht alles, was gedruckt wird, muss gelesen, nicht jedes Album gehört werden. Was die User hier finden, gefällt mir und den Gastautoren, die ab und zu Lust haben, etwas zu schreiben.
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