14. asphalt Festival in Düsseldorf 

Festivalleiter Christof Seeger-Zurmühlen und Bojan Vuletić stellten heute das Programm des 14. asphalt Festivals in Düsseldorf vor. Vom 15. Juli bis zum 2. August 2026 lädt das „Sommerfestival der Künste“ erneut dazu ein, Theater, Tanz, Musik, Literatur und Fotokunst an besonderen Orten der Stadt zu erleben.

Mit seinen 28 Produktionen und über 70 Vorstellungen an sechs Spielorten und Künstler*innen und Ensembles aus dem Iran, Österreich, Frankreich, den Niederlanden, der Ukraine, den USA, Dänemark, UK, Argentinien, Belgien, der Schweiz und aus vielen Ecken von Deutschland ist das Festival ein sehr umfassendes und anspruchsvolles kulturelles Event. 

Ab sofort ist das Gesamtprogramm veröffentlicht und der Vorverkauf für sämtliche Events läuft.

Festival beginnt am 15. Juli

Autor*in und Dramaturg*in Sasha Marianna Salzmann eröffnet asphalt 2026 am 15. Juli mit einer Festivalrede über die Rolle der Kunst in Kriegszeiten, gefolgt von einem der vielen Höhepunkte des diesjährigen Programms: Florentina Holzinger, die aktuell mit ihrer Arbeit für den österreichischen Pavillon auf der Biennale für Furore sorgt, präsentiert ihre Musical-Horror-Show „A Year without Summer“, die zum diesjährigen Theatertreffen eingeladen ist. Beide Vorstellungen am 15. und 16. Juli sind bereits ausverkauft, der Pre-Sale für dieses Bühnenereignis startete bereits im Januar.

Eine weitere Festivalproduktion ist ebenfalls zum Theatertreffen eingeladen: „Three Times Left is Right“ von Julian Hetzel ist ein satirisch-verstörendes Kammerspiel zur Frage des Umgangs mit rechtem Populismus in der eigenen Familie (17. + 18. Juli).

Die aus dem Iran stammende Theatermacherin und Tänzerin Nastaran Razawi Khorasani ergründet in „This is not a dance“, wie iranische Choreograf*innen an der Zensur vorbei weiterhin ihre Kunst ausüben, obwohl im Iran Tanzen seit Beginn der islamischen Revolution 1979 offiziell verboten ist (15. Juli).

Tanzende Idioten – Thorsten Lensing © Armin Smailovic

Star-Regisseur Thorsten Lensing und sein All-Star-Kollektiv mit Ursina Lardi, Karin Neuhäuser, Sebastian Blomberg und André Jung thematisieren in „Tanzende Idioten“, wie man mit der eigenen Endlichkeit umgeht, wenn die Zukunft wie Sand durch die Finger rinnt (18. + 19. Juli).

asphalt begreift die ganze Stadt als Bühne und findet jedes Jahr neue, besondere, oftmals überraschende Spielorte für Kunst und Kultur. In der diesjährigen Festivalausgabe sind Tanz- und Theaterproduktionen im Düsseldorfer Schauspielhaus zu erleben, Fotokunst und Konzerte im unterirdischen KIT – Kunst im Tunnel, eine Mixed-Reality-Performance sowie Tanz in der Halle 12 auf dem historischen Industriegelände der Alten Farbwerke, Theater im öffentlichen Raum und Open-Air-Konzerte auf der idyllischen Seebühne, die das asphalt-Team jedes Jahr exklusiv für die Dauer des Festivals auf dem Schwanenspiegel zu Wasser lässt.

Verschwinden ARCHIV © Laurenz Berges

Das asphalt Festival 2026 präsentiert im KIT mit „Verschwinden (ARCHIV)“ die erste institutionelle Einzelausstellung des international renommierten Fotokünstlers Laurenz Berges in Düsseldorf (10. Juli – 2. August). Der namhafte Vertreter der Düsseldorfer Fotoschule und letzte Meisterschüler von Bernd und Hilla Becher dokumentiert in seinen Arbeiten Orte, die verlassen wurden, und deckt die Spuren auf, die Menschen vor ihrem Verschwinden über Jahre hinterlassen haben. In der spannenden Architektur und besonderen Raumakustik des KIT präsentiert asphalt im Zentrum der Ausstellung außergewöhnliche Konzerte, darunter ein Spitzentreffen von Interpret*innen der zeitgenössischen Musik: Das britische Arditti Quartet, das wohl wichtigste Streichquartett für Neue Musik, spielt gemeinsam mit der Sopranistin Christina Daletska und die Harfenistin Consuelo Giulianelli im Programm „shy and will is love“ u. a. Werke von Daniel Glaus, Jonathan Harvey und Iannis Xenakis (17. Juli). 

Tilo Weber, Schlagzeuger und Preisträger des Deutschen Jazzpreises, verwebt in einem Konzert mit dem Pulse-Streichquartett Jazz mit Neuer Musik (31. Juli). Der ukrainisch-deutsche, in den USA lebende Pianist und Komponist Vadim Neselovskyi führt gemeinsam mit dem niederländischen Ysaÿe String Trio sein neues Werk „Perseverantia“ auf, eine Suite für Klavier und Streichtrio über den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, die Jazz mit zeitgenössischer Kammermusik verbindet. (24. Juli).

Seit dem ersten asphalt Festival 2012 gehören Performances im öffentlichen Raum zur Festival-DNA. In der diesjährigen Ausgabe adaptiert die Theatertour „Tage aus Glas“ von Theaterkollektiv Pièrre.Vers und Regisseur Christof Seeger-Zurmühlen den gleichnamigen Roman von Dorothee Krings, erkundet das Gelände rund um die ehemalige Gerresheimer Glashütte, die einst größte Glashütte Europas war, und schlägt einen Bogen vom Glashüttenstreik 1901 zu aktuellen Fragen von Besitz und dem Wert von Arbeit heute (20. – 22. Juli + 24. – 28. Juli).

Die dänische Produktion „Taxi Drivers“ der vielfach preisgekrönten Theatergruppe fix+foxy nimmt jeweils vier Fahrgäste in einem Taxi mit durch nicht nur vorzeigbare Gegenden von Düsseldorf und konfrontiert sie mit ihrem eigenen Radikalisierungspotenzial und ihrem Bedürfnis nach persönlicher Sicherheit (23. Juli + 26. Juli – 2. August).

Die malerische Seebühne am Schwanenspiegel ist jedes Jahr ein großer Publikumsmagnet. asphalt 2026 präsentiert in dieser urbanen Oase Konzerte großartiger Künstler*innen, etwa den britischen Jazz- und Soul-Sänger und Pianisten Reuben James (23. Juli), die Leipziger Indie-Folk-Perlen Almost Twins (27. Juli), das Londoner Neo-Soul-Ausnahmetalent anaiis (30. Juli) oder die französischen Jazzer OZMA (28. Juli). Auch hochkarätige Lesungen finden auf der Seebühne statt, von Dana von Suffrin („Toxibaby“, 24. Juli), Christiane Rösinger („The Joy of Ageing“, 25. Juli) und Kaleb Erdmann („Die Ausweichschule“, 31. Juli).

Im denkmalgeschützten, ehemaligen Fabrikgebäude Halle 12 baut das Wiener Künstlerkollektiv DARUM einen Parcours auf, durch den sich das Publikum einzeln bewegt und mittels VR-Headset und Controller virtuelle Räume erkundet. Die immersive Performance „Auflösung. Ein virtueller Kontrollverlust“ beleuchtet, was der wachsende Pflegenotstand für unsere Gesellschaft und die Betroffenen bedeutet (24. – 26. Juli).

Das Kölner Kollektiv Futur3 zeigt mit „Making the Story“ ein dokumentarisches Theaterstück über sogenannte Fixer*innen, die internationale Journalist*innen bei deren Kriegsberichterstattung in der Ukraine unterstützen (29. Juli).

Zu Ende geht das asphalt Festival 2026 mit „Simple“ der argentinischen Choreografin Ayelen Parolin: einfach, mitreißend und zweifelsohne eines der lustigsten zeitgenössischen Tanzstücke der letzten Jahre (1. + 2. August). 

Das 14. asphalt Festival findet vom 15. Juli — 2. August 2026 in Düsseldorf statt.

Titelbild: Tage aus Glas © Collage von Hans Peter Müller, unter Verwendung von Motiven von shutterstock und Wikipedia

Ingrid
Ingrid

Kunst und Kultur, Musik und Bücher, ohne sie ist ein Leben denkbar, aber für mich sinnlos. Darum habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Es macht viel Spaß, ihn zu gestalten - ich hoffe, den Usern, ihn zu lesen.
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