Zwei Ausstellungen: Turner in Münster, Impressionisten in Hamburg

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Eine große Ausstellung mit Werken des britischen Malers Joseph Mallord William Turner begeistert im Westfälisches Landesmuseum in Münster Kunstinteressierte. Die Hamburger Kunsthalle löst Begeisterung aus mit den wichtigsten französischen Impressionisten aus der Sammlung Ordrupgaard.

Turner. Horror and Delight

Figürliches Malen kam bei dem großen britischen Maler Joseph Mallord William Turner nur selten vor. Es waren zunächst historische Landschaften oder naturgewaltige Szenen und nach dem Vorbild niederländischer Marinemaler Schiffe in stürmischer See, die Turner gerne malte. Die Kraft des Lichts faszinierte ihn und viele seiner Gemälde wirken auf den ersten Blick undeutlich und unfertig.

Im Zentrum der Ausstellung in Münster aber stehen die zahlreichen Reisen Turners auf den europäischen Kontinent. Sie waren für den als wortkarg geltenden Künstler die Basis seines Schaffens. Er will die Natur mit eigenen Augen sehen und Wind und Wetter hautnah spüren. Unterwegs füllt Turner Hunderte von Skizzenbücher, hält alles fest, was ihn bewegt und was er später im Atelier zu Gemälden ausarbeitet: peitschende Wellen, tiefe Bergschluchten, aufkommende Gewitter. Die atmosphärische Wiedergabe von Wind, Wetter und Licht. Turner sieht sich selbst in der Tradition der alten Meister, deren Werke er studiert hat.

Joseph Mallord William Turner (1775–1851), Venice; Bridge of Sighs, ca. 1840, Öl auf Leinwand / oil on canvas, © Tate: Accepted by the nation as part of the Turner Bequest 1856, © Photo: Tate, 2019

In sechs Räumen wird die Entwicklung Turners vor Augen geführt: Wie er in seinen frühen Werken noch ganz traditionell mit dunklen Farben romantische Landschaften malt, wie sich die erste Schweizer Reise auf seinen Stil auswirkt, welche Eindrücke er aus dem arkadischen Italien mitbringt,wie er schließlich Bilder von Naturkatastrophen schafft, in denen sich alles Formgebende auflöst und die ihn als Vorläufer der modernen Kunst erscheinen lassen. Ergänzt wird die Ausstellung durch 30 Werke von Vorbildern und Zeitgenossen Turners, darunter Caspar Wolf (1735 – 1783), John Constable (1776 – 1837) und John Martin (1789 – 1854).

LWL-Museum für Kunst und Kultur
8.11.2019 – 26.1.2020 im Westfälisches Landesmuseum in Münster

Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard

Berthe Morisot (1841–1895)
Mädchen auf der Wiese (Isabelle Lambert), 1885
Öl auf Leinwand, 74 x 60 cm
Ordrupgaard, Kopenhagen
© Foto: Anders Sune Berg

Mit »Impressionismus. Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard« bietet die Hamburger Kunsthalle erstmals die Gelegenheit, Spitzenwerke sämtlicher führender Vertreterinnen des französischen Impressionismus in der Hansestadt zu erleben. Im Zentrum der Ausstellung stehen Gemälde der bedeutenden Malerinnen Camille Pissarro, Édouard Manet, Edgar Degas, Alfred Sisley, Claude Monet, Berthe Morisot, Pierre-Auguste Renoir und Eva Gonzalès.

Anhand der ausgestellten Werke lassen sich die motivischen, maltechnischen und wahrnehmungsspezifischen Revolutionen, die sich von den 1860er-Jahren an binnen weniger Jahrzehnte auf der Leinwand ereigneten, plastisch nachvollziehen. Zu den Höhepunkten zählt eine Werkgruppe von acht Gemälden Paul Gauguins, dessen Schaffen bereits im Zeichen des Post-Impressionismus steht. Die Meisterwerke sind Leihgaben des Museum Ordrupgaard, deren Sammlung auf die Schätze des Versicherungsdirektors Wilhelm Hansen und seiner Frau Henny zurückgeht.

Die Ausstellung ist vom 7. Nov 2019 bis 1.März 2020 in der Hamburger Kunsthalle zu sehen

Titelbild: Joseph Mallord William Turner (1775–1851), Peace – Burial at Sea, ca. 1842, Öl auf Leinwand / oil on canvas, © Tate: Accepted by the nation as part of the Turner Bequest 1856, © Photo: Tate, 2019

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