The Searchers – „Needles and Pins“

Heute vor 50 Jahren: Die britische Band The Searchers landen mit „Needles and Pins“ einen Riesenhit
1963 war ein gutes Jahr für die Searchers. Im Juni war das britische Quartett um den britischen Gitarristen und Sänger John McNally, das Anfang der 60ziger Jahre rasch zu den Top Acts der Liverpooler Band-Szene aufstieg, von Pye Records, einem kleinen Londoner Label, unter Vertrag genommen worden.

Bereits die erste Single der Band, „Sweets for my Sweet“, eine ruppig-rauhe Cover-Version eines Titels der US R’n’B Band The Drifters, schoss auf Platz 1 der britischen Charts. Die zweite Single, „Sugar and Spice“, eine von Producer Tony Hatch unter dem Pseudonym Fred Nightingale ungeniert geklonte Kopie des ersten Hits, erreichte wenige Monate später immerhin die Nr. 2 der britischen Charts. Jetzt wurde dringend ein neuer Hit gebraucht, der den Ruhm der Gruppe als schärfste Konkurrenz der Beatles festigen sollte. Die Wahl fiel auf den Song „Needles and Pins“, eine Upbeat Ballade um die emotionalen Qualen der Bewältigung einer gescheiterten Beziehung.

Sonny Bono und Jack Nitzsche hatten den Titel für Jackie DeShannon geschrieben, doch der Song floppte in den US Hot 100 und kam über Platz 84 nicht hinaus. Die Searchers kannten den Titel aus ihrer Zeit im Hamburger Star Club, wo er in einer fetzigen Rock Blues Version zum festen Repertoire der britischen R’n’B Formation Cliff Bennett and the Rebel Rousers gehört hatte. Ende des Jahres marschierte die Gruppe ins Studio 2 der Pye Records und stellte den Song in ganzen vier Takes fertig. Die letzte Strophe des Originals ließen die Searchers weg.

Auch sonst wies das britische Cover einige Änderungen auf, die die Band vorgenommen hatte. Das schier endlose Fade out ist gekürzt. Wo das Original von DeShannon wie ein quälender emotionaler innerer Monolog über die widersprüchlichen Gefühle einer Frau, die unerwartet ihren Ex trifft, daher kommt, zeichnet sich die Version der Searchers durch zarte Melancholie und leise Trauer über den Verlust aus, die gegen Ende des Schlusses freilich an Intensität zunehmen. Im Eingangsriff werden zwei 6-saitige Gitarren unisono gespielt, die wie eine 12-saitige Gitarre klingen, weil der Toningenieur vergessen hatte, den Hall rauszunehmen.

Auf der Aufnahme, vor allem im Intro, ist das Quietschen der Fußmaschine von Drummer Chris Curtis zu hören. Dies tut dem Erfolg des Songs freilich keinen Abbruch. Der prägnante, von den Byrds später kopierte Eingangsriff, der sich einmal gehört im Gehirn fest einnistet, und der schöne zweistimmige Leadgesang von John McNally und Mike Pender sorgen dafür, dass die Searchers mit „Needles und Pins“ ihren meistverkauften Hit landen, der weltweit millionenfach über die Ladentheke ging. Am 28. Januar 1964, drei Wochen nach seiner Veröffentlichung, erstürmte der Song die Nr. 1 der britischen Charts, wo er sich zwei Wochen behauptete.

Send this to friend