Team Play & Tiere – zwei ungewöhnliche Ausstellungen

Mehr Verständnis und Respekt zwischen Menschen oder zwischen Mensch und Tier, vielleicht können diese beiden Ausstellungen dazu beitragen. Dass sie die Besucher, ob Männer, Frauen oder Kinder darüber hinaus auch noch unterhalten und ein gutes Gefühl vermitteln, ist dabei unbedingt gewährleistet. Die erste heißt “TeamPlay” und ist die neue Mitmach-Ausstellung in der DASA, die Kinder, Familienmitglieder und Kollegen gemeinsam zum Klatschen und Klingen bringt.

 

An Klangskulpturen wie dem “Walking Bass”, der “Komponiermaschine” oder im “Hörwald” entstehen an den Tischen, im “Kasino der Klänge” gemeinsam eigene Spielregeln, Melodien oder ein tolles Geräusch-Chaos. Wer mitmacht, erkundet so ganz nebenbei die Geheimnisse erfolgreicher Teams: Wie stelle ich mich auf mein Gegenüber ein und wie antworte ich angemessen?

Zur Ausstellung gehören 12 Spieltische, die Musik-Elektronik oder praktische Alltagsgegenstände nutzen, um so die vielfältigsten Klangwelten zu produzieren. Die vier bis acht Spieler pro Tisch hören sich dabei gegenseitig per Kopfhörer und bestimmen zusammen, wo und wie die Musik spielen soll. Das funktioniert aber nur, wenn man anderen gut zuhört. Am Sequenzer-Tisch steuern die Besucher ein fortlaufendes Melodie-Muster mit Handbewegungen oder Hebeln. Der Sensor-Tisch ermöglicht zum Beispiel elektronische Geräuschmusik der Extraklasse. Und keine Panik: Hochbegabt muss hier keiner sein.

Teamplay: Teamgeist und Taktgefühl

Die interaktiven Stationen zeigen, was auch in der Arbeitswelt einen konstruktiven Austausch ausmacht. Die Ausstellung beschränkt sich auch nicht nur auf einen Raum, sondern setzt sich an verschiedenen Stellen in der DASA fort.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit zahlreichen Aktionstagen rundet das Angebot ab. Die Ausstellung ist seit dem

3. Dezember 2017 bis zum 24. Juni 2018 in Dortmund zu sehen.

Infos unter www.dasa-dortmund.de

Tiere. Respekt/Harmonie/Unterwerfung

Über Tiere wird zurzeit viel debattiert: Haben sie eine Seele, wie viel Leid spüren sie, muss ihre Individualität durch eigene Rechte geschützt werden? Haben wir Menschen die moralische Legitimation über sie zu verfügen? Dürfen wir ihre Existenz unserem persönlichen Wohl unterordnen, sie verzehren, uns mit ihrer Haut kleiden, sie der Freiheit berauben und abrichten zu unserem Vergnügen? In der wissenschaftlichen Diskussion wird das Verhältnis zwischen Mensch und Tier – korrekt zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Tieren – sehr ernst genommen.

Im Alltag konsumorientierter Gesellschaften wird dieser Respekt nicht gelebt, das Verhältnis des Menschen zum Tier changiert zwischen unreflektierter Verwertung und sentimentaler Vermenschlichung.

TIERE und Mensch – respektvolle Koexistenz

Vor dem Hintergrund dieser Kontraste möchte die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) informieren und aus der Perspektive der Kunst sensibilisieren für die Chancen einer respektvollen Koexistenz.

Die Ausstellung betrachtet das Zusammenleben und -wirken von Tier und Mensch ohne enzyklopädischen Anspruch aus unterschiedlichen Perspektiven in verschiedenen Epochen und Kulturkreisen. Im Zentrum steht dabei immer die Frage: Wie nah oder wie fremd sind Mensch und Tier einander? Denn vor allem handelt die Ausstellung TIERE vom Menschen und seinem Selbstentwurf in der Natur.

Das Tier als Folie seiner Selbstvergewisserung durchzieht als roter Faden den Ausstellungsrundgang. In Themeninseln treffen Arbeiten der Hochkultur, Exponate aus populärem Kontext, Werke indigener Kulturen und naturkundliche Objekte aufeinander. Die Exponate reichen von der Antike bis in die Gegenwart. Die Ausstellung versammelt etwa 200 Leihgaben: Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie, Videokunst, Installationen, Animationsfilme und Comics. Das ganze Museum steht für vier Monate unter dem Motto TIERE. Neben der 1.200 Quadratmeter großen Sonderschau variieren und vertiefen insgesamt 14 Satelliten mit Werken aus den eigenen Beständen das Thema. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Hirmer Verlag.

Künstler: u.a. Jennifer Allora & Guillermo Calzadilla | Max Beckmann | Joseph Beuys | Jean Carriès | Albrecht Dürer | Max Ernst | Emmanuel Frémiet | Johann Heinrich Füssli | Jean Paul Gaultier | Giambologna | Douglas Gordon | Francisco de Goya | Ernst Haeckel | Anna Haifisch | George Herriman | Akihiro Higuchi | Hans Hoffmann | Alexander von Humboldt | Fernand Khnopff | Athanasius Kircher | Walt Kelly | Paul Klee | Franz Marc | Gabriel von Max | Henri Rousseau | Michael Schmidt | George Stubbs | Franz von Stuck | Ai Weiwei

Seit dem 3.November 2017 bis 4. März 2018
im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg