Tango – im Reich der Sinne

Den meisten Männern ist er zu kompliziert,  bei Frauen löst er dagegen oftmals romantische Gefühle aus – der Tango. Dabei ist er nicht nur ein Tanz, sondern es verbergen sich auch andere Ausdrucksformen hinter diesem Namen: Musikstil, Dichtung und Gesang. Zudem ist er zu einer Weltberühmtheit geworden, denn im September 2009 wurde der Tango zum immateriellen Weltkulturerbe der Menschheit von der UNESCO ernannt.
Es gibt zahlreiche Einflüsse, die den Tango geprägt haben. Der Ursprung liegt weit zurück und häufig werden afrikanische Wurzeln vermutet, die Einwanderer aus ihrer Heimat nach Portugal oder nach Argentinien mitgebracht haben. Von der Wortbedeutung her – tangere lat. berühren – ist die Definition schnell mit dem Tanz in Einklang zu bringen. Denn Berührung ist bei diesem Tanz so intensiv, wie die Musik berührend ist. Die erotische Form des Paartanzes wurde insbesondere in Europa etwas zurückgenommen. Der Tango gehört seither auch zu den Standardtänzen.

Die musikalischen Elemente, die zur Entstehung des Tangos beigetragen haben, sind vielfältig. Die Instrumentierung umfasste zunächst Flöte, Violine und Gitarre – später kamen Klavier und Bandoneón als typische Tangoinstrumente hinzu.

Mix mit anderen Musikrichtungen

Insbesondere in den 1990er Jahren entstanden viele neue Ensembles, Komponisten und Sänger, die den Tango mit Pop, Rock, Jazz, Latin und elektronischer Musik fusionierten. Dies führte zu Formen wie den Tango-Mestizo, La Chicana, Melingo oder Cubatango und Electrotango.

Tangorausch an der Komischen Oper Berlin

Wer die Leidenschaft und Melancholie, den Stolz, die Sehnsucht und grenzenlose Sinnlichkeit des Tangos erleben möchte, der hat bald in Berlin die Möglichkeit dazu. Denn ein Wochenende lang erliegt die Komische Oper Berlin dieser Faszination: 48 Stunden lang – von Freitagabend bis Sonntagnacht – erklingt der Tango in seinen unterschiedlichen Facetten und es wird bis tief in die Nacht hinein getanzt.

Gemeinsam mit den Akteuren der Szene, Tangoveranstaltern und -schulen, feiert die Komische Oper Berlin mit ihren Gästen die musikalische und tanzerische Vielfalt dieses Tanzes – vom klassischen Tango Argentino bis hin zum modernen Tango Nuevo, von Buenos Aires bis in entlegene Tangoregionen wie die Turkei.
Auf dem Programm stehen an den drei Festival-Tagen unter anderem zwei konzertante Auffuhrungen der Tango-Operita María de Buenos Aires, der einzigen Oper aus der Feder Astor Piazzollas, des bedeutendsten Tangokomponisten des 20. Jahrhunderts und Begrunders des so genannten Tango Nuevo, mit der legendaren Julia Zenko in der Titelpartie. Es gibt ein Tango-Nachtkonzert, aber auch Tanzcafes, Tango-Workshops und nachtliche Milongas, bei denen die Tangueros nicht nur das Opernfoyer, sondern auch die Buhne erobern.

Tangofestival | Freitag, 20. bis Sonntag, 22. März 2015
Nähere Informationen zum Tangofestival

Till Brönner und Enrique Ugarte

Ein besonderes Highlight steht am 21. März im Rahmen des Tangofestivals bevor. Die Komische Oper Berlin präsentiert die spannende Begegnung zweier Weltklassekünstler im Rhythmus des Tango: Der Jazztrompeter und mehrfache Echo-Preisträger Till Brönner gestaltet gemeinsam mit dem spanischen Dirigenten, Komponisten und Akkordeon-Virtuosen Enrique Ugarte und dem Orchester der Komischen Oper Berlin ein Programm mit Tango-Klassikern wie »El Choclo« oder »La Cumparsita« und Werken von Astor Piazzolla, darunter »Libertango« und »Oblivion«. Das Programm wird ergänzt durch Jazz-Standards und bekannte spanisch inspirierte Jazz-Kompositionen von Chick Corea.

Sa, 21. Marz | 19:30 Uhr

Send this to friend