Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers – Filmtipp

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Es war ein Mammutprojekt, was J.J. Abrams mit „Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers“ stemmen musste. Schließlich hatte der Regisseur nicht nur den Auftrag, die Trilogie, der er im Jahr 2015 mit „Star Wars 7: Das Erwachen der Macht“ selbst Leben einhauchte, zu einem zufriedenstellenden und angemessen epischen Ende zu bringen, sondern gleich alle drei bisherigen Trilogien der berühmten Weltraum-Saga insgesamt. Und, um das gleich eingangs festzuhalten, das gelingt dem Filmemacher mit seinem 142 Minuten Science-Fiction-Streifen in großen Teilen auch. Und zwar vor allem wegen der sehr gelungenen zweiten Hälfte. Die reißt nämlich den etwas unausgegorenen und gemächlichen Start auf den Zielgeraden doch noch raus und hebt „Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers“ schließlich in die Riege der guten Filme der berühmten Reihe.

Dabei, und da gehen die Verantwortlichen auf Nummer sicher, orientiert sich das zu Grunde liegende Plot-Konstrukt ziemlich eng an bereits bekannten Story-Verläufen einiger der vorangegangenen Filme der Reihe. Das ist zwar nicht sonderlich kreativ, stört aber auch nicht großartig. Denn einige unerwartete Wendungen und das überraschende Auftauchen einiger beliebter Figuren sorgen für genügend Abwechslung.

Star Wars 9
Foto: Disney. All rights reserved

Die Handlung setzt am Ende des vorangegangenen Teils „Star Wars 8: Die letzten Jedi“ an: Die Rebellen unter Führung von Generalin Leia (Carrie Fisher) sehen sich unverhofft ihrer bisher größten Bedrohung gegenüber. Und bei dieser geht es nicht allein um die Truppen von Kylo Ren (Adam Driver), denn ein alter, mächtiger Feind tritt nach und nach aus dem Schatten, in dem er sich lange Zeit verborgen gehalten hat.

Nun ruhen die Hoffnungen auf Rey (Daisy Ridley). Die letzte Jedi ist zwar längst noch nicht fertig ausgebildet, hat aber keine Wahl: Sie muss mit ihren Freunden Finn (John Boyega), Poe (Oscar Isaac), Chewbacca (Joonas Suotamo) und C-3PO (Anthony Daniels) auf eine Rettungsmission, um sich den Sith entgegenzustellen. Und dann ist da auch noch Kylo Ren, der nicht locker lässt und weiterhin auf der Jagd nach Rey ist.

Auch neben den bereits erwähnten Namen liest sich die Besetzung des neunten Teils der Sternen-Saga mehr als ordentlich. Immerhin stehen mit Mark Hamill, Naomi Ackie, Domhnall Gleeson, Richard E. Grant, Lupita Nyong’o, Keri Russell, Joonas Suotamo, Kelly Marie Tran oder Billy Dee Williams einige weitere namhafte Darsteller auf der Liste. Doch während der gesamte Cast seine Sache grundsolide macht, allerdings auch aufgrund des Drehbuchs kaum Herausforderungen zu meistern hat, stechen Adam Driver und Daisy Ridley heraus. Während der Kylo-Ren-Darsteller die jüngste Trilogie vom ersten Film an trägt und auch im Abschlussteil für einige der stärksten und emotionalsten Momente verantwortlich zeichnet, liefert Daisy Ridley als Rey ihre wohl bislang stärkste Performance ab.

Ihre innere Unsicherheit und Zerrissenheit auf der Suche nach ihrem eigenen Ursprung ist förmlich greifbar. Und ohnehin: Die Geschichte, die sich seit dem siebten Star-Wars-Teil zwischen ihr und Kylo Ren entsponnen hat, wird nun stark weiter- und auch auserzählt und sorgt für einige der größten Gänsehautmomente.

Viele Gefühle im zweiten Teil des Films Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers

Und von derlei wuchtigen emotionalen Einschlägen gibt es in der zweiten Filmhälfte so einige. So mancher mag dabei ein wenig dick aufgetragen daherkommen. Doch Fakt ist: Abrams gelingt es so, den Zuschauern viele Gelegenheiten zu bieten, mit den neueren Charakteren nicht nur gefühlt ebenso intensiv mitzufiebern wie mit den beliebten Figuren der Ursprungstrilogie. Vielmehr werden auch viele offene Fragen beantwortet.

Die insgesamt recht düster erzählte Abschlussgeschichte, in der die rar gesäten humorvollen Momente dafür zumeist funktionieren, besticht zudem mit sehenswerten Kampfszenen und Weltraumschlachten. Insgesamt sind die CGI-Effekte größtenteils gewohnt hochwertig. Allerdings bestätigen hier einige wenige schwächere Ausnahmen die Regel.

Schwächer – das sind auch die ersten 60 bis 70 Minuten. Hier nimmt sich der Streifen nicht nur schlichtweg zu viel Zeit für die – teils es etwas holprige und langwierige – Exposition, in der die Charaktere von einem Ort zum nächsten gehetzt werden. Vielmehr gibt es in dieser auch die eine oder andere Szene, die die Geschichte nicht voranbringt. Zudem werden obendrein (zu) viele neue Charaktere eingeführt. Auch ist die erste Filmhälfte insgesamt nicht frei von Logiklöchern, was unter anderem auch daran liegen könnte, dass viel Zeit darauf verwendet wird, einige Geschehnisse aus dem kritisierten unmittelbaren Vorgängerteil ad absurdum zu führen.

FAZIT: Die starke und emotional aufgeladene zweite Hälfte von „Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers“ entschädigt für den schwächeren Auftakt des Films und mündet in einem Schluss, der einer tiefen, nostalgischen Verbeugung vor dem Anfang der Sternen-Saga von 1977 gleichkommt. Nicht zuletzt deshalb dürften die Zuschauer den Kinosaal nach dem Abspann mit einem guten Gefühl und weitgehend auch zufrieden verlassen. Denn J.J. Abrams gelingt insgesamt ein ein ordentlicher Mix aus Fan-Service und Originalität mit Gänsehautmomenten.

Wertung: 3,5 von 5 Sternen

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