Señor Herreras blühende Intuition von Linus Reichlin

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Endlich ist Leo Renz an seinem Reiseziel angekommen. Der Schriftsteller sucht Ruhe, Inspiration und Entspannung im Retreat eines Schweigeklosters im Herzen Andalusiens. Die Reise ist anstrengend gewesen und das Klima noch ungewohnt. Ob es die richtige Umgebung für sein Herz ist, das wieder in einem Tempo unterwegs war, als liefe Renz um sein Leben. Ja, sein Herz, es benahm sich seit geraumer Zeit sehr merkwürdig. Ruhe und Yoga und eine sehr abgespeckte Ereignisdichte sollten ihm helfen, wieder endlich ruhiger zu schlagen. Davon würde sicher auch sein schriftstellerische Arbeit profitieren.

Doch es kommt anders, ganz anders. Seltsame Dinge passieren. Irgendwie hat sein Romankonzept den Weg ins Retreat gefunden. Die Protagonisten aus dem Roman tauchen in leicht abgeänderter Form an dem Ort auf, wo Renz Erholung und Inspiration sucht. Die Hauptrolle dabei spielt Señor Herrera, der auch für die kulinarischen Genüsse des Klosters zuständig ist. Hinzu kommt die junge Nonne, die so gar nicht in ein Schweigekloster passt. Auch im Roman von Renz gibt es eine Nonne mit Doppelleben.
Doch das ist noch längst nicht alles! Ein zweiter Gast sagt sich an und – Der Schriftsteller traut seinen Ohren nicht, als er hört, dass die Frau genauso heißt wie seine Frau. Nicht zu fassen und langsam wird es Renz mulmig zumute. Zudem sind scheinbar ausgeklügelte Rezepte nicht für Renz geeignet. Er entsorgt sie lieber im Ziehbrunnen des kleine Zitronengartens, wo das Essen serviert wird. Sein Herz allerdings ist das einzig Gleichmäßige und Verlässliche in diesen Tagen. Es schlägt immer gleich heftig und in einem gewohnt hohen Tempo.

Eine irrwitzige, poetische und sehr unterhaltsame Geschichte serviert uns der für seinen Humor und seine geistreichen Ideen bekannte Autor Linus Reichlin. Und trifft damit wieder ins Schwarze. Eine sehr vergnügliche Lektüre, die gerade jetzt unbedingt notwendig ist.

Señor Herreras blühende Intuition

Autor: Linus Reichlin

Verlag: Galiani

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