Schwesterlein – Filmdrama mit Nina Hoss und Lars Eidinger

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Nina Hoss und Lars Eidinger sind die beiden Geschwister, die im Zentrum des Dramas „Schwesterlein“ der Schweizer Regisseurinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond stehen. Lisa war einst eine brillante Theaterautorin. Jetzt lebt sie mit ihrer Familie in der Schweiz, doch ihr Herz ist in Berlin geblieben. Sven ist Schauspieler und hat jahrelang an der Schaubühne Berlin gespielt.

Er ist besessen von seiner Arbeit und einer der besten und eigenwilligsten Schauspieler des Ensembles. Seine Karriere wird abrupt beendet, als bei ihm eine aggressive Leukämie diagnostiziert wird. Nun kümmert sich Lisa in Berlin um ihren Bruder. Sie glaubt fest daran, ebenso wie Sven, dass er wieder auf die Bühne kann. Nach seinem langen Krankenhausaufenthalt fahren beide zur Schaubühne. An den Fenstern und Wänden blickt ihnen Sven in seiner Rolle als Hamlet entgegen. Das scheint ihn nur noch mehr zu motivieren. Sven schleicht sich auf die Probebühne und zitiert einen Monolog aus „Hamlet“. Der Regisseur jedoch weigert sich, einen Todkranken dieser langen dreistündigen Aufführung auszusetzen.

Schwesterlein
Lars Eidinger ©Jonas Friedrich, Vega Film

Dennoch voller Hoffnung, dass sich das Blatt wendet, nimmt Lisa ihren Bruder mit in die Schweiz, wo sich jedoch ihre familiäre Situation zuspitzt. Ihre Ehe ist in eine Schieflage geraten. Lisas Ehemann (Jens Albius) will in der Schweiz bleiben, doch Lisa hat andere Pläne und ihren Bruder, der für sie trotz seines Leidens eine Inspirationsquelle zu sein scheint. Sie möchte wieder arbeiten und beginnt, einen Theater-Dialog für ihren Bruder zu verfassen….

Schwesterlein ist eine starke und anrührende Geschichte, eine innige Geschwisterliebe, die sich insbesondere unter den dramatischen Bedingungen entfaltet. Nina Hoss und Lars Eidinger spielen die Rollen mit größter Glaubwürdigkeit und Intensität. Ein Film über Sterben, Verlust und Liebe.

Der Film wirkt zudem sehr realitätsnah, fast dokumentarisch, da die Schaubühne in Berlin gezeigt wird. Lars Eidinger ist dort tatsächlich auch Mitglied des Ensembles und hat unter anderen Rollen auch den Hamlet dort mit großem Erfolg gespielt.

Schwesterlein
Nina Hoss und Thomas Ostermeier im Drama Schwesterlein. Foto: ©Vega Film

Ebenso Nina Hoss spielt seit 2014 an der Schaubühne, wo sie unter der Leitung von Thomas Ostermeier, der im Film die Rolle des Regisseurs spielt, in bedeutenden Rollen zu sehen war. Etwa in Bella Figura von Yasmina Reza.

Das Theater spielt also in vielen Facetten eine große Rolle. Nur versagt es seinen Dienst da, wo der Tod tatsächlich einen endgültigen Auftritt im Leben eines Schauspielers hat und einen Schlussakt bildet.

„Schwesterlein“ ist für die Regisseurinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond aus drei Gründen besonders: die Stadt Berlin, das Theater, sie sind beide Schauspielerinnen, und ihre außergewöhnliche Freundschaft, die sie seit ihrer Kindheit verbindet. Gemeinsam haben sie viele Stücke kreiert und sich jetzt ins Abenteuer des Filmemachens gestürzt.

Ein Drama über Verlust, Kunst und Liebe. Es lohnt sich einmal mehr wieder ins Kino zu gehen. Ab heute ist er dort zu sehen.

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