Schaufenster-Ausstellung: Erinnern an Joseph Beuys (1921−1986)

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Ausstellungen müssen wir uns zur Zeit auf neuen Wegen zugänglich machen, denn die Museen bleiben weiterhin geschlossen. Das neue Format KUNSTMUSEUM TEMPORÄR des Kunstmuseums Mülheim an der Ruhr e. V. geht mit ihrer Schaufenster-Ausstellung in diese Richtung. Joseph Beuys hätte auch heute sicher einige kreative Ideen dazu entwickelt. Sein erweiterter Kunstbegriff wäre von der Pandemie nicht in die Knie gezwungen worden.

In diesem Jahr wäre der Künstler 100 Jahre alt geworden. Deshalb erinnert das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr im Vorgriff auf die kommende Ausstellung „Joseph Beuys: Plakate – Stationen seiner Kunst“ mit Büchern, Plakaten und Archivalien an diese herausragende Künstlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts.

Im Sinne seiner plastischen Vorstellungen von „Energie“ und „Bewegung“, „Gestalt“ und „Ungestalt“ führte er Filz und Fett, Honig und Kupfer als neue Materialien in die Kunst ein. Beuys΄ Ansatz, die Kunst in die Gesellschaft zu tragen und somit Bewusstsein bildende Prozesse anzustoßen, schloss das Denken sowie dessen Ausformung in Schrift und Sprache ausdrücklich mit ein.

Das Schaufenster, im Französischen „vitrine“ genannt, bietet eine wirksame Möglichkeit, die Beuys‘sche Kunst- und Ideenwelt unmittelbar in den Stadtraum hinein zu tragen. Bis zum 21. Februar 2021 kann sie rund um die Uhr besichtigt werden.
Entstanden ist die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Museum für Moderne Kunst München und dem Förderkreis für das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr e. V.

Erinnert wird im Themenfenster auch an den mit dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichneten Film „BEUYS“ von Werner Nekes und Dore O., der 1981 im Atelier am Kassenberg in Mülheim an der Ruhr gedreht wurde. In diesem 11-minütigen Kurzfilm steht Beuys mit dem Rücken zur Kamera vor einer weißen Wand. Äußerlich unbewegt, referiert er während der Aufnahmezeit über sein weitgefasstes geistiges und gesellschaftspolitisches Konzept.

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