Ready or not – Auf die Plätze, fertig, tot – Filmtipp

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Eigentlich, ja eigentlich sollte es der schönste Tag ihres Lebens werden. Denn Grace, gespielt von Samara Weaving, heiratet endlich ihren geliebten Alex Le Domas (Mark O`Brien), Sohn einer Spieleerfinder-Dynastie. Und dieser Hochzeitstag, der trotz einiger seltsamen Eigenheiten der Familie des steinreichen Bräutigams, zunächst noch wie erträumt, hat es im Verlaufe des Abends und der folgenden Nacht für die Braut plötzlich auf einmal richtig in sich. Mehr als das: Es geht ums nackte Überleben…

„Ready or not – Auf die Plätze, fertig, tot“ – 96 Minuten Unterhaltung pur

Nicht nur die Story von „Ready or not – Auf die Plätze, fertig, tot“ ist alles andere als gewöhnlich. Auch Charakterzeichnung der Figuren und den pechschwarzen Humor hat der geneigte Kinogänger sicher bisher alles andere als häufig erlebt. Und das im positiven Sinne. Denn der 96-Minuten-Streifen von Tyler Gillett und Matt Bettinelli-Olpin unterhält von Anfang bis Ende. Zudem ist das elegant gefilmte Werk in weiten Teilen sehr atmosphärisch, und man weiß bis zum buchstäblichen Knallerfinale nie genau, was in den nächsten Szenen passieren wird.

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Im Cast sind nicht die ganz großen Namen Hollywoods zu finden, Andie MacDowell ist hier wohl noch die bekannteste Schauspielerin. Dies ist aber kein Problem. Denn die meisten Darsteller machen ihre Sache gut. Nur wenige von ihnen wie zum Beispiel Henry Czerny oder Nicky Guadagni bewegen sich mit ihrer Performance hart an oder teilweise sogar über der Grenze zum Overacting.


Samara Weaving als Grace im Film
„Ready or not – Auf die Plätze, fertig, tot“ ©Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Dafür ist Samara Weaving als Grace schlichtweg richtig stark. Sie nimmt den Zuschauer von ihrer ersten Szene an ganz nah mit, gibt anfangs gekonnt das ängstlich-geschockte Blondchen, welches sich im Laufe der Nacht im Herrenhaus und auf dem Le-Domas-Anwesen mehr und mehr zum abgefuckten Badass entwickelt. Und das zu sehen macht richtig Spaß.

Gleichwohl ist „Ready or not – Auf die Plätze, fertig, tot“ nicht frei von Schwächen. Neben einigen Logiklöchern ist wohl die größte unter ihnen: Der Film weiß nicht, was er letztlich eigentlich genau (sein) will. Für einen Horrorfilm gibt es zu wenig oder eigentlich gar keinen Horror. Für einen Thriller beinhaltet er zu wenig Spannung. Und als Komödie taugt er – trotz einiger lustiger Szenen – auch nicht in Gänze. Vielmehr ist der Film eine Mixtur aus allen drei erwähnten Filmgenres, angereichert mit einigen Splattereffekten und Survivalelementen. Und das muss man in dieser Zusammenstellung erst einmal so akzeptieren und mögen.

FAZIT: Wer schwarzen Humor mag, Blut sehen und über die eine oder andere Plotschwäche hinwegsehen kann, der sollte „Ready or not – Auf die Plätze, fertig, tot“ definitiv eine Chance geben. Er wird dafür mit einem völlig verrückten und unvorhersehbaren Ende belohnt.

3 von 5 Punkten

Ab 26.09. im Kino

©Twentieth Century Fox of Germany GmbH

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