P R E S E N T – Wenn wir uns mitten im Leben meinen

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P R E S E N T ist eine Kunstaktion für Corona-Betroffene von Nico and the Navigators und dem Kuss Quartett: An sechs Tagen im Februar – vom 22. bis zum 28. Februar 2021 – wird das Ensemble Nico and the Navigators im radialsystem Berlin für eine Reihe musikalisch-szenischer Miniaturen zur Verfügung stehen.

Sechs Gäste sind eingeladen, sich jeweils ein Musikstück – von Pop bis Klassik – zu wünschen und von ihren speziellen Erfahrungen mit der Pandemie zu berichten. Zur Vorbereitung dient ein Fragebogen, der private sowie gesellschaftliche Aspekte von Covid-19 in den Blick nimmt.

Die eingeladenen Gäste sind in unterschiedlicher Weise von dem Virus existenziell betroffen und stehen damit stellvertretend für viele Menschen in unserer Gesellschaft. Aus den Musikwünschen und Texten der Betroffenen werden Nico and the Navigators jeweils innerhalb eines Tages ein Musikvideo drehen, das dem Gast gewidmet ist. Die Teilnehmer können auf Wunsch auch anonym bleiben.

Ab dem 27. März wird die Musikvideo-Reihe P R E S E N T über die Webseite des radialsystems sowie verschiedene soziale Medien veröffentlicht.
Die musikalische und szenische Besetzung für die einzelnen Videoclips kann variieren: Von dem Streichquartett Kuss Quartett, dem Pianisten Matan Porat, der Geigerin Elfa Rún Kristinsdóttir, dem Schlagzeuger Philipp Kullen, dem E-Gitarristen Tobias Weber, über den Bariton Nikolay Borchev, den Tenor Ted Schmitz bis hin zur Tänzerin Yui Kawaguchi, den Tänzern Ruben Reniers und Florian Graul, der Schauspielerin Annedore Kleist sowie dem Schauspieler Patric Schott.

Wir freuen uns schon auf die Musikvideos aus der Reihe P R E S E N T im radialsystem.

Und es kommt Hoffnung auf. Denn ein differenziertes Maßnahmenpaket ermöglicht vielleicht bald eine kontrollierte Öffnung von Kultur- und Sportveranstaltungen

Eine breit angelegte Initiative aus Experten und Wissenschaftlern sowie Kultur und Sport hat ein umfassendes Konzept vorgelegt, das die Teilnahme von Zuschauern und Gästen an kulturellen und sportlichen Veranstaltungen unter strengen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen wieder ermöglichen könnte.

Mit ihrem Konzept präsentieren die etwa 20 beteiligten Wissenschaftler und Experten sowie mehr als 40 Kultur- und Sportinstitutionen erstmalig einen branchenübergreifenden, datenbasierten Ansatz und damit einen differenzierten Beitrag zur Diskussion um angemessene Wege aus dem Lockdown. Das Konzept entstand unter Mitwirkung von namhaften Experten unter anderem aus den Fachbereichen Infektiologie und Virologie, Raumlufttechnik, Gesundheitsökonomie, Sportmedizin und Kultur sowie Rechtswissenschaften.

Umfangreiches und differenziertes Maßnahmenpaket ermöglicht kontrollierte Öffnung

Der Ansatz stellt verschiedene Modelle sowohl für Indoor- als auch für Outdoor-Veranstaltungen vor. Diese basieren jeweils auf einem Basiskonzept und können mittels weiterer Schritte ausgebaut werden, um die Zahl der Zuschauer und Gäste pro Veranstaltung schrittweise zu erhöhen.

Basiskonzept:

  • Indoor: Eckpunkte für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen umfassen unter anderem die Erstellung eines Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes, eine Gesamtauslastung von maximal 25-30 Prozent zur Einhaltung der allgemeinen Abstandsregeln, personenbezogene Tickets zum Kontaktmanagement, eine durchgehende Maskenpflicht, ein Ausschankverbot von alkoholischen Getränken bei Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern sowie ein dezidiertes Konzept zur An- und Abreise von Zuschauern und Gästen.
  • Outdoor: Für Freiluftveranstaltungen geht das Konzept bei vergleichbaren Maßnahmen von einer möglichen Auslastung von 35 bis 40 Prozent der Kapazität aus. Im Amateur- und Breitensport schlagen die Autoren zudem eine „Bagatelluntergrenze“ vor, die bei Veranstaltungen mit ausreichend Flächen eine Sonderregelung vorsieht.

Bei Einhaltung der Maskenpflicht und eines erweiterten Abstands sowie Kontaktmanagement durch technische Lösungen wie Apps könnten personenbezogene Tickets in diesem Bereich damit überflüssig werden.
Sowohl für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen als auch für Freiluftveranstaltungen sieht das Basiskonzept zudem bestimmte Sitzplatzschemata vor, die die Einhaltung der Mindestabstände gewährleisten.

Das Basiskonzept kann mit vertretbarem Aufwand und mit begrenzten finanziellen Ressourcen von jeder Spielstätte bei der Entwicklung eines Hygienekonzeptes umgesetzt werden. Das könnte insbesondere auch kleineren Einrichtungen in Kultur und Sport einen pragmatischen Weg zurück in einen geregelten Vorstellungs- und Spielbetrieb ermöglichen.

Fachärztliche Hygienekonzepte: An Indoor-Veranstaltungsorten mit großen Räumen und moderner Lüftungstechnik sowie ebenso bei Outdoor-Veranstaltungen ist – über das Basiskonzept hinaus – auch eine höhere Zuschauerzahl machbar. Für eine weitere Erhöhung der Auslastung empfehlen die Autoren ein fachärztliches Hygienekonzept als einheitlichen Standard.

„Maximalmodell“ mit Teststrategie: Auf Basis neuer Diagnostikmöglichkeiten soll die Erweiterung der Zugangsmöglichkeit zu Veranstaltungen umgesetzt werden – bis hin zu einer möglichen Vollauslastung von Opern, Konzerten und Sportereignissen. Zu diesem Zweck könnte die Kultur- und Sportbranche unter anderem Zuschauern und Gästen einen Antigentest am Veranstaltungsort zur Verfügung stellen sowie digitale Portale zur Unterstützung des Kontaktmanagements fördern.

Mitwirkende im Autorenkreis u.a.:

Marcel Altenburg, MSc MA, Prof. Dr. Lutz Fritsche, Prof. Dr. Barbara Gärtner, Dr. Florian Kainzinger, Prof. Dr. Martin Kriegel, Prof. Dr. Tim Meyer, Prof. Dr. Peter Raue, Prof. Dr. Wolfgang Schade, Dr. Georg-Christian Zinn

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